Verschleppte Zivilpersonen im Kreis Neutomischel im September 1939

Januar 10, 2017

Das Verzeichnis der Volksdeutschen aus dem Kreise Neutomischel, die im Jahre 1939 als Zivilpersonen verhaftet, interniert und verschleppt wurden, steht im Archiv der Wollstein-Mailingliste zum Abruf bereit. Im Einzelnen werden folgende Daten genannt: Name, Beruf, Geburtsdatum, Wohnort, Straße und Hausnummer und Bemerkungen.

Verzeichnis der Deutschen aus Neutomischel in der polnischen Armee

Januar 9, 2017

Das Verzeichnis der Volksdeutschen aus dem Kreise Neutomischel, die während des deutsch-polnischen Krieges zum polnischen Heeresdienst eingezogen waren, steht im Archiv der Wollstein-Mailingliste zum Abruf bereit. Im Einzelnen werden folgende Daten genannt: Name, Beruf, Geburtsdatum, Wohnort mit Hausnummer und der jeweilige Truppenteil.

Ermordete im Kreis Wollstein im September 1939

Januar 8, 2017

In Ergänzung an den Artikel Kriegsbeginn in und um Rakwitz folgt hier nun die Fortsetzung auf den Kreis Wollstein bezogen. Die Liste mit den nachweislich ermordeten Deutschen aus dem Kreis Wollstein im September 1939 ist im Archiv der Wollstein-Mailingliste abrufbar. Betroffen waren Bürger aus den Orten: Wollstein, Borui, Rothenburg an der Obra, Konkolewo, Faustinberg, Tarnowo, Rakwitz, Teichrode, Guschin, Groß Nelke, Kielpin, Rattay und Altkloster.

Details über ausgewählte Personen und deren Familien können in der Liste thematisiert werden.

Die Liste der Opfer mit näherer Beschreibung steht im Archiv der Wollstein-Mailingliste zum Download bereit.

Vom Glück in die Trauer

Januar 2, 2017

Im Februar 1908 wurde im Wollsteiner Tageblatt den Bürgern kundgetan, daß Gotthard Knappe am 01.02. das Geschäft von G. S. Basch´s Wwe. Nachf. nebst Grundstück käuflich übernommen habe und dasselbe wie bisher weiterführen werde. Gotthard Knappe bat darum, das seiner Vorgängerin entgegengebrachte Wohlwollen auf ihn zu übertragen und ja, ich bin davon überzeugt, daß die Wollsteiner Einwohner jener Bitte nur zu gerne gefolgt wären – so sie die Möglichkeit dazu gehabt hätten.

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Doch das Leben spielte nicht mit und setzte sein unerbittliches und schmerzliches Veto in gnadenloser Form ein. In der zweiten Aprilwoche verstarb der Kaufmann Gotthard Knappe nach kurzem Leiden und beendete damit seine Träume als Inhaber eines Geschäftes. Paul Rudolf Gotthard Knappe wurde im Dezember 1857 geboren und war schon wie sein Vater vor ihm Müllermeister. Im Oktober 1892 heiratete er seine Selma Emilie Amanda Preuß, die nur zwei Monate später nach der hoffnungsvollen Bekanntgabe in der Zeitung voller Trauer eine weitere Anzeige schalten mußte. Vom Glück in die tiefe Trauer hernieder gestürzt – in nur wenigen Tagen. Wenn die Zeit auch niemals alle Wunden heilen kann, so hoffe ich, daß die Familie den schweren Verlust im Fluß der Zeit doch akzeptieren konnte. Allein welche Wahl hatten sie auch? Das ist das Leben.

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Meldungen aus der Provinz Posen. 1908. Akt II.

Dezember 30, 2016

Schreibweise ist original

Ein größerer Münzenfund ist vor einigen Tagen in unserer nächsten Nähe gemacht worden. Es wird uns darüber berichtet: In voriger Woche stießen Arbeiter beim Ausschachten eines Brunnens auf dem Grundstück des Besitzers Weigt in Kläne auf mehrere mit Gold und Silbermünzen gefüllte Gefäße. Nach wissenschaftlicher Untersuchung sind diese teils polnischer teils wendischen Ursprungs. Letztere stammen aus der Zeit des Wendenfürsten „Jacza von Köpenick“. Die noch ziemlich gut erhaltenen Münzen haben auf der Vorderseite ein Bildnis mit der Umschrift „Jacza“ und auf der Rückseite die Zahl 1150. Bei einzelnen Münzen ist es trotz eifriger Forschung noch nicht gelungen ihre Art festzustellen.

Ein bedauerlicher Unglücksfall, der den Tod eines in der Blüte seiner Jahre stehenden Mannes zur Folge hatte, ereignete sich am Donnerstag abend auf der Chaussee von hier nach Rothenburg. Der Eigentümer Heinrich Jachmann, der mit seinem Gespann Ziegelsteine nach Wollstein brachte, wollte auf dem Rückwege in Karpitzko, wo er nochmals gehalten hatte, den Wagen besteigen. Hierbei zogen die Pferde plötzlich an und J. fiel so unglücklich vom Wagen, daß er sich das Genick abstürzte und der Tod auf der Stelle eintrat. J. war verheiratet und hinterläßt seine Frau mit zwei unmündigen Kindern.

Wollstein. In der gestern abend stattgehabten Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, zur Steuerung der in hiesiger Stadt noch vorhandenen Wohnungsnot eine weitere Anleihe von 50.000 Mark bei der städtischen Sparkasse aufzunehmen. Der Magistrat wird zugleich ermächtigt, an diejenigen Unternehmer, welche Mietswohnungen bauen, Baudarlehne unter den bereits beschlossenen Bedingungen zu gewähren. Ferner wurde beschlossen 2 Gaslaternen in der Kirchhofstraße aufzustellen.

Rothenburg an der Obra, 13. April. Daß eine Kuh beim Bürgermeister als Beschwerdeführerin erscheint, dürfte noch selten vorgekommen sein. Dieser Fall passierte in unserem Städtchen, und zwar nicht am 1., sondern am 8. April d. Js. Eine Kuh des Fleischermeisters Kaczmarek, die jedenfalls geahnt haben muß, was ihr bevorstand, hatte sich in ihrem Stalle losgerissen und lief in das Haus, in dem das Magistratsbureau 1 Treppe hoch sich befindet, stieg auch die enge und steile Wendeltreppe hinauf in den oberen Flur und machte vor dem Polizeibureau halt. Der Bürgermeister, durch den eigentümlichen Schritt und das Geräusch aufmerksam geworden, öffnete die Tür des Amtszimmers und blickte zum nicht geringen Erstaunen in die flehenden Augen der – beschwerdeführenden Kuh. Leider hatte die Beschwerde keinen Erfolg, denn der Schlächtermeister war bald zur Stelle, um den Ausreißer in Empfang zu nehmen und seiner Bestimmung entgegenzuführen. Wider Erwarten gelang es ihm ganz allein, das Rind, ohne daß es den geringsten Schaden erlitt, die Treppe hinabzuführen.

Quelle:

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Meldungen aus der Provinz Posen. 1908.

Dezember 29, 2016

Schreibweise ist original

Schmiegel, 12. Mai. Am Sonnabend abend wurde der bei der hiesigen Kreisbahn angestellte Stationsvorsteher August Müller von hier auf Grund eines von der Königlichen Staatsanwaltschaft in Essen gegen ihn erlassenen Haftbefehls verhaftet und in das hiesige Gerichtsgefängnis eingeliefert. Müller, der sich hier als Junggeselle ausgab und auch bei seiner verantwortlichen Vernehmung sich noch als ledig bezeichnet, ist verheiratet und Vater von 4 Kindern. Er hatte vor seiner Übersiedlung nach hier mit einer Witwe unerlaubte Beziehungen unterhalten, die nicht ohne Folgen geblieben sind. Er wird beschuldigt, in einem Prozeßverfahren gegen die genannte Witwe, in dem er als Zeuge auftrat, einen wissentlichen Falscheid geleistet zu haben. Auch hat er noch andere Sünden auf dem Kerbholz. Einem Mädchen, das er durch sein gewandtes, sicheres Auftreten zu betören verstand, hatte er, nachdem er sich mit ihm verlobt hatte, unter falschen Vorspiegelungen mehrere höhere Geldbeträge abgeschwindelt und sich dann schleunigst aus dem Staube gemacht, um dann sein Glück hier weiter zu versuchen. Durch seine Verhaftung ist auch ein hiesiges Bürgermädchen, mit dem er sich in Kürze zu verloben beabsichtigte, vor herbem Mißgeschick bewahrt geblieben. Der Verhaftete wird voraussichtlich am künftigen Freitag dem Untersuchungsrichter beim Königlichen Landgericht in Essen zugeführt werden.

Quelle: Wollsteiner Tageblatt, 14.05.1908

Am heutigen Tage ereignete sich in unserer Stadt ein bemerkenswerter Vorfall. Ein ausgebrochener … (Wort fehlt, vermutlich Bulle) bedrohte die Sicherheit der Passanten auf Schlachthof. Nur dem mutigen Vorgehen eines Fleischergesellen des Herrn Fleischermeisters Renner ist es zu danken, daß weiteres Unheil verhütet wurde. Unter eigener Lebensgefahr und nach vieler Mühe gelang es ihm das wilderregte Tier zu bändigen und an die sicheren Ketten zu schließen. Im Interesse der Sicherheit der Bürger wäre es sehr zu wünschen, wenn am hiesigen Schlachthofe die Tore stabilar konstruiert würden, denn es war ein Leichtes für das Tier, das Hofabschlußtor aus den Angeln zu heben.

Quelle: Wollsteiner Tageblatt, 29.05.1908

Rothenburg an der Obra, 03. Juni. Bei der heutigen Wahl der Wahlmänner zur Abgeordnetenwahl wurden gewählt: Zu der ersten Abteilung: Bürgermeister Lieck. In der zweiten Abteilung Kaufmann Paul Raschke und Bauunternehmer Karl Wunsch. In der dritten Abteilung: Bauunternehmer Adolf Brunzel.

Bomst, 04. Juni. Bei der gestrigen Wahl wurden zu Wahlmänner gewählt: Wahlbezirk 1. 1. Abteilung: Rentier Pächnatz. 2. Abteilung: Bürgermeister Schmidt und Rentier Gellert. 3. Abteilung: Kämmerer Kahn. Wahlbezirk 2. 1. Abteilung: Bäckermeister Eichler. 2. Abteilung: Hauptlehrer Ratsch. 3. Abteilung: Hauptlehrer Thomas.

Quelle: Wollsteiner Tageblatt, 05.06.1908

Schützengilde Wollstein – Jubelfeier zum 250jährigen Bestehen

Dezember 26, 2016

Im Juli 1908 feierte die Wollsteiner Schützengilde ihr 250jähriges Bestehen; die Feierlichkeiten waren groß und auch die mediale Wahrnehmung im Wollsteiner Tageblatt war entsprechend intensiv. Der ausführliche Bericht von den drei Tagen inklusive der Nachklänge sind im Wollstein-Ordner in der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

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Weihnachtliches Gedenken

Dezember 24, 2016

So fällt es also hernieder, das diesjährige Weihnachtsfest; geboren in dem flüchtigen Moment des Lebens – in Zeit und Raum – in einem Weltgesang, an dem wir temporär partizipieren, für einen Hauch in der Endlichkeit, um dann für immerdar den Altvorderen nach zu reisen, in das vollendete Nichts, welches uns alle sehnsüchtig erwartet. So war es immer und so wird es immer sein, das gleiche alte Lied.

Wenn ich auch an allen Tagen an meine Vorfahren denke und sie mit meiner Forschung ehre und wertschätze, so will ich an dem heutigen Tage ihrer besonders gedenken, in dem ich den Weihnachtsbaum meiner Urgroßeltern hier symbolhaft festhalte und all meinen lieben Ahnen meine tief empfundene Verehrung ausspreche. Und so schließe ich mit zwei Zitaten von Karl May.

„Den Einfluß der Verstorbenen auf ihre Nachlebenden an das Tageslicht zu ziehen, ist rechts eine Seligkeit und links eine Erlösung für beide Teile.

„Wer auf seine Verstorbenen verzichtet, der ist nicht wert, daß sie für ihn gelebt haben. Er würde ja dadurch auf sich selbst verzichten, weil er sein Dasein nur dem ihrigen verdankt.“

So sei es. Fröhliche Weihnachten im Zeichen des Friedens.

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Ein unehelicher Knabe

Dezember 19, 2016

Am 22.11.1800 wurde um 14 Uhr in Karpitzko von der Anna Rosina Hoffmann aus Fraustadt ein Knäblein – unehelich – geboren, welcher den Namen Johann Gottfried erhielt.

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Die Mutter dieses Kindes war auf der Reise von Fraustadt nach Bentschen unerwartet zu Karpitzko entbunden, und gab den aus Herrndorff bei Glogau gebürtigen in Fraustadt in Arbeit stehenden Müllergesellen Johann Gottfried Lehmgrübler als Vater an. Welcher auch bald dem hiesigen Prediger mündlich erklärte, der neu geborene Knabe sei sein Kind.

Meldungen aus der Provinz Posen. 1898, 1904, 1905, 1909 und 1915.

Dezember 11, 2016

Text ist original.

Posen. Das Kriegsgericht verurtheilte den Zahlmeister Neumann vom hier garnisonirenden Infanterie-Regiment No. 47 nach fünfvierteljähriger Untersuchungshaft wegen Unterschlagung von 58,000 Mark amtlicher Gelder zu fünf Jahren Zuchthaus. Neumann war mit seinen 64 Jahren der älteste Zahlmeister der Armee.

Ein dreizehnjähriger Knabe, der nach Schubin transportirt werden sollte, auf dem Wege zum Bahnhof seinem Transporteur aber entlief, ist von diesem mittels Revolvers in den Rücken geschossen worden. Der Knabe wurde in das Krankenhaus gebracht.

Bromberg. Auf der Straße todt aufgefunden wurde der Buchhalter Teichke. Die Sektion hat ergeben, daß der Tod durch einen starken Bluterguß in´s Gehirn, hervorgerufen durch einen Hieb, verursacht worden ist. Als Thäter ist der Buchhalter Hohmann von hier verhaftet worden.

Filehne. Roßkutscher Wilde kam mit einem beladenen Kastenfuhrwerk vom Südbahnhof gefahren, während sich gerade ein Gewitter entlud. Durch einen Donnerschlag heftig erschreckt, fiel Wilde von dem Wagen herab, ein Hinterrad ging ihm über die Brust, sodaß er sofort eine Leiche war. Frau und drei Kinder beweinen ihren Ernährer.

Schmiegel. Aus Furcht vor Strafe erschoß sich der Unteroffizier Strampel vom zehnten Ulanen-Regiment.

Quelle: Der Deutsche correspondent. 1898.

Meseritz. In einer Stadtverordneten-Versammlung wurde Beigeordneter Krüger aus Marienburg (Westpr.) mit 12 von 16 Stimmen zum Bürgermeister unserer Stadt gewählt.

Gnesen. Das 9 Jahre alte Schulmädchen Krumm spielte auf der Straße in der Nähe großer, für die Canalisation bestimmter Cementröhren. Hierbei kam eine Röhre in´s Rollen, und das Kind wurde von der Röhre vollständig zerquetscht, so daß der Tod sofort eintrat.

Posen. Dem Kgl. Musikdirigenten v. Unruh, der aus dem Militärdienste ausgeschieden ist, wurde von den Offizieren des Infanterie-Regiments No. 46 bei seinem Scheiden ein prachtvolles Kaiserbild überreicht.

Quelle: Indiana tribüne. 1904.

Czarnikau. Der seit einiger Zeit vermißte Eigenthümer August Kemnitz aus Hammer-Abbau ist in dem hiesigen Badehause als Leiche aufgefunden worden.

Achtung. Zartbesaitete Naturen sollten den nächsten Absatz vielleicht überspringen.

Kuzle. Eine Anzahl der in der Forst beschäftigten Arbeiter hatte sich im Gasthause zusammengefunden, um sich einen vergnügten Abend zu bereiten. Das lange Ausbleiben ihres Mannes veranlaßte die Arbeiterfrau Spannenberg zur Ausschau nach ihm. Sie sah durch das Fenster, ob er sich noch in dem Lokale befand; dies muß der Arbeiter Marten, der aus Arnswalde stammt, bemerkt haben, denn er trat hinaus und ging auf die sich zurückziehende Frau zu, sie mit Belästigungen verfolgend. Die Frau, welche sich des Marten nicht erwehren konnte, rief um Hilfe. Dies versetzte diesen so in Wuth, daß er sein Messer zog, der Frau mehrere Stiche in die Brust versetzte und ihr dann noch den Leib aufschlitzte, so daß die Eingeweide heraustraten. So wurde die Frau gefunden und in ihre Wohnung geschafft. Aerztliche Hilfe war vergeblich, die Frau starb bald darauf. Marten wurde verhaftet und trotz Leugnens in das Gerichtsgefängnis eingeliefert. Das blutige Messer ist noch bei ihm gefunden worden.

Tremessen. Infolge eines Schlaganfalls verstarb hier im Alter von 59 Jahren Bürgermeister Boethelt. Er hat den Feldzug 1870-71 beim 3. Garde-Regiment zu Fuß als Reserveleutnant mitgemacht und erhielt bei Sedan das Eiserne Kreuz 2. Klasse. 1882 wurde er – vorher war er Gutsbesitzer – hier zum Bürgermeister gewählt. In dieser Stellung hat er sich durch seine Herzensgüte so allgemeine Liebe erworben, daß, was hier noch nie vorgekommen ist, an seinem Begräbniß, sich außer den deutschen Vereinen sämmtliche polnische Vereine betheiligten.

Quelle: Der Deutsche correspondent. 1904.

Dombrowo. Hier erschoß der elfjährige Sohn des Försters Lenz einen tobsüchtigen Mann, der gewaltsam in die Lenz´sche Wohnung eindrang. Der Knabe hatte, um das Eindringen des Fremden zu verhindern, die Thür verschlossen, darauf öffnete der Tobsüchtige jedoch die Thür mit einer Axt. In seiner Angst griff der Knabe zum Gewehr und erschoß in der Nothwehr den Fremden, der aus dem Krankenhause ausgebrochen war.

Grätz. Hauptmann a.D. v. Heßberg, bisher Bezirksoffizier beim Landwehrbezirk Neutomischel, erhielt den Rothen Adlerorden 4. Klasse.

Schneidemühl. Erschossen hat sich in einer hiesigen Herberge der Brauer Gustav Gnade, am 18. Oktober 1869 in Magdeburg geboren.

Quelle: Indiana tribüne. 1905.

Schönlanke. Der im städtischen Krankenhause untergebrachte Arbeiter Gottlieb Manthey wurde in der Nacht von dem ebenfalls dort untergebrachten Arbeiter Nowak erschlagen.

Quelle: Der Deutsche correspondent. 1909.

Neutomischel. In der Nähe von Neutomischel wurde in einem Straßengraben die 25jährige Arbeitertochter Hulda Seiffert ermordet aufgefunden. Als Täter wurder Eigentümer Kraft verhaftet, der sich kurz darauf im Gefängnis erhängte.

Quelle: New Ulm Post. 1915.

Meldungen aus der Provinz Posen. 1896, 1901 und 1904.

Dezember 7, 2016

(Text ist original)

Posen. Hier wurden auf dem evangelischen und dem jüdischen Friedhofe sämmtliche Denkmäler zertrümmert und die Gräber zertreten. Der Staatsanwaltschaft wurde sofort Anzeige erstattet.

Schildberg. Kürzlich sollte hier die Verheirathung des Kaufmannes B. aus Ostrowo, mit Frl. B., der Tochter einer Kaufmannswittwe, stattfinden. Kurz vor der Trauung sollte dem Bräutigam die Mitgift behändigt werden, 6000 Mk. B. hatte aber 8000 Mk. erwartet und verzichtete nun auf die Heirath. Er reiste ab und ließ die Braut im Hochzeitskleid zurück.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1896.

Schmiegel. Zur goldenen Hochzeit wurde dem Adolf Rolle´schen Ehepaar die Ehejubiläumsmedaille verliehen.

Schroda. Als der hiesige Lehrer Handke in der Fortbildungsschule unterrichtete, erklomm ein Individuum das Gesims des Fensters und feuerte einen Revolverschuß gegen den Lehrer ab. Dicht über dessen Kopf drang die Kugel in den Ofen ein. Der Thäter, wahrscheinlich ein bestrafter Schüler, verschwand in dem Gebüsch der angrenzenden Promenade.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1901.

Neutomischel. Die Wirthschaftsgebäude des Eigenthümers Johann Wolke brannten vollständig nieder.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1904.

Karne. Der Ackerbürger Johann Wenzel und dessen Ehefrau Marie, geb. Schicke, begingen in vollster körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische das 50jährige Ehejubiläum. Aus diesem Anlaß verlieh der Kaiser dem Jubelpaare die Ehejubiläumsmedaille

Quelle: Indiana tribüne. 1904.

Familiäre Vereinigung. Der Akt der Tränen.

November 29, 2016

Am 26.10.2016 veröffentlichte ich hier: 2016. In gut drei Wochen wird der bedeutendste Moment in meiner Forschung auf mich hernieder fallen. Nach 126 Jahren der familiären Trennung und Etablierung eines australischen Zweiges werden sich die Nachfahren der einstigen Auswanderer und der Zurückgebliebenen persönlich begegnen. Nach all der Zeit wird die Familie temporär vereint sein. Was gäbe ich dafür, wenn das jene Eltern von 1890 beobachten dürften, was würden sie dazu sagen? Als sie ihre Söhne ziehen sahen, hinterdrein winkten und sich weinend umarmten. Wir sind alle nur Gefangene der Zeit, doch in Kürze werden sich ihre Nachfahren umarmen. So schließt sich der Kreis. Nach all den Jahren, nach all den Jahren. Familie bleibt Familie.

Fürwahr. So kam es. Am 19.11. schlossen wir uns tatsächlich in die Arme. Die Nachfahren jener vor 126 Jahren ausgewanderten Altvorderen. Endlich. Ein zutiefst surrealer wie emotionaler Moment, den ich nur schwer realisieren konnte. Der Kreis schloß sich und die Reise von einst fand ihren temporären Schlußpunkt und wurde von jenen beendet, die lange nach den Menschen kamen, die sie initiierten. Ich hatte damit gerechnet, herzliche Menschen aus meiner weit, weit entfernten Familie kennenzulernen, doch eine derart intensive Herzlichkeit habe ich nicht erwartet. So kann es nicht irritieren, daß sie ohne zu Zögern den direkten Weg in mein Herz fanden. Unsere gemeinsame Zeit verflüchtigte sich rasant; nie zuvor in meinem Leben verging das Konstrukt der Zeit schneller. Das Ende dieser wertvollen Tage kam gnadenlos, ungerührt und unverzüglich daher. Unsere Verabschiedung war in der Tat höchst erschütternd und ja, einfach nur schrecklich – Tränen über Tränen. Wie kann man sich auch von lieben Menschen trennen, die sich eminent tief im Herz verankert haben? So endete also eine der wundervollsten Zeiten in meinem Leben mit einem Augenblick der traurigsten Minuten. Das ist das Leben.

So bleiben also nur die Erinnerungen an diese einzigartige Begegnung, die mich immerdar lächeln lassen. Und die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. Familie bleibt Familie. Wie wahr, wie wahr. Nie war dieser Satz je wahrer und von nachhaltigerer Intensität.

Gelebtes Leben

November 10, 2016

Im Jahre 1826 oder 1827 wurde ein Mädchen geboren, welches den schönen Namen Anna Dorothea erhielt. Ihre Eltern Michael und Rosina lebten im Kreis Meseritz in der Provinz Posen. Ihre erste Ehe schloß Anna Dorothea W. im Jahr 1851 mit Johann Christoph Bresch, welche leider auf Grund des frühen Todes ihres Mannes nicht lange währte. Zu Beginn des Jahres 1865 heiratete sie erneut – den 16 Jahre jüngeren Johann Carl August Hoffmann aus Neu Borui.

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Nach weiteren 40 Jahren der Verbundenheit fand auch diese Ehe ihr Ende, unter tragischen Umständen. Am 15.05.1905 früh um 06:00 Uhr fand Anna Dorothea Hoffmann ihren Tod in der Scheune durch Erhängen. Was mag sie bewogen haben, ihr Leben in dieser bewußt gewählten Form ein Ende zu setzen? Was muß sie alles ertragen oder erlitten haben, um jenen endgültigen Schritt zu wagen? Diese und andere Fragen lassen sich nimmermehr klären. Der Nebelschleier der unendlichen Vergänglichkeit hat all das Wissen mit sich gerissen und gnadenlos für immerdar in dem Zeitenfluß der Äonen begraben.

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Ihrem Todeseintrag nach – wurde sie am 02.09.1826 geboren; ihrem zweiten Heiratseintrag jedoch, entnehme ich den 18.04.1827 als Geburtsdatum.

Wie dem auch sei, Anna Dorothea verließ diese Welt vor über 111 Jahren und wahrscheinlich wird niemand mehr ihrer gedenken. Entgegen ihrem tragischen Lebensende hoffe ich dennoch, daß sie vielleicht ein angenehmes Leben oder zumindest wundervolle Momente in ihrer Lebenszeit erfahren durfte und ja, möglicherweise erlebte sie zahlreiche Augenblicke, in denen sie lächeln durfte. Nachträglich wünsche ich ihr das. Gelebtes Leben.

Meldungen aus der Provinz Posen. 1885 und 1887

November 4, 2016

Auf dem Heimwege von Schabenau nach Rechlau gerieth der Freigärtnersohn Pietsch von dort in ein Wasserloch und ertrank, in Wollstein verunglückte der Bädergeselle Herrmann als Opfer der Trunksucht.

Zu Kursdorf bei Fraustadt wurden sämmtliche Gebäude des Bauergutsbesitzers Jauer ein Raub der Flammen und zu Rogowo das Joh. Pietsch´sche Musteretablissement.

Quelle: Hermanner Volksblatt. 1885.

Der Forstsekretär Neumann von der Oberförsterei Mirau ist im Walde während eines Patrouillenganges erschlagen worden. Als der That dringend verdächtig sind der Wirth M. aus Neudorf und dessen Sohn, zwei berüchtigte Wilddiebe, verhaftet worden.

In Komorowo Hauland erhängte sich der Eigenthümer Julius Schulz. Ein Sohn der Taglöhnerin Both in Tirschtiegel und die Tochter des Schankwirths Köth sind ertrunken.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1887.

Rechtschreibung original.

Familiäre Vereinigung

Oktober 26, 2016

1890. Provinz Posen, ein Dorf nahe Wollstein im Kreis Bomst. Ein junger Mann voller unbändiger Lebensfreude beschließt, seine Heimstatt für immerdar zu verlassen. So bricht er also auf, in eine ungewisse Zukunft und wandert nach Australien aus. Noch im gleichen Jahr folgt ihm sein Bruder und nicht viel später zwei weitere Brüder. Auch sie folgen ihm nach Australien. Zurück bleiben in der Heimat die traurigen Eltern, eine Schwester und der jüngste Bruder. Letzterer wird sein Leben leben, stolz und erfolgreich – bis ein absurder Krieg im Jahre 1945 auch ihn zwingt, die jahrhundertealte Wiege seiner Vorfahren den Rücken zu kehren. Über 100 Jahre nach seiner Geburt wird er mein Urgroßvater werden. Ich bin geneigt anzunehmen, daß die ausgewanderten Brüder – bis auf einen – ihre Eltern und ihre Heimat nie wieder sahen. Was mögen die armen Eltern empfunden haben? Ihre geliebten Kinder für immer in die Fremde zu entlassen, bar jeder Hoffnung auf ein Wiedersehen? Für ein ganzes Leben? Ja, es wurde wohl ein Abschied für das Leben. Wehmütig vergeht die Zeit…

Mit den Brüdern, mit den Jahren und mit den Generationen verschwand im Zeitenfluß der Vergänglichkeit das Wissen um ihre Existenzen und ihre ureigenen Lebenswege. Eine Legende innerhalb der Familie entstand, verschwamm im grauen Nebelschleier der Zeit. Eine alte Tante sprach, „Irgendjemand ist mal ausgewandert, vielleicht nach Australien. Aber wer war das genau?“. Niemand wußte es mehr. Und wer konnte schon mit Sicherheit konstatieren, daß das der Wahrheit entsprach? Bevor ich jene Tante adäquat befragen durfte, verschloß das Leben diese Tür endgültig.

2004. Ein banaler Zufall sorgt dafür, daß ich zum Ahnenforscher werde. Es bedarf nicht viel Zeit und ich verliere mich in jener Thematik und betreibe die Genealogie mit Hingabe. In den nächsten Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Familie und kann viele Geheimnisse lösen, erkenne mannigfaltige Verbindungen; finde prominente Vertreter innerhalb der Familie – von denen niemand wußte – und löse Rätsel – die ich so in dieser Form immer noch fast für unmöglich halten würde, wenn ich das nicht selbst erlebte. Ja, das Leben hat Recht.

2014. Erneut lenkt der Zufall mein genealogisches Auge. Ich finde im Internet genealogische Daten einer australischen Forscherin, die ich mit meinen Beständen abgleiche und finde somit den ersten Hinweis auf einen ausgewanderten Bruder meines Urgroßvaters. So nimmt die nebulöse Legende also doch reale Konturen an. Ich schreibe die Dame unverzüglich an und bin überrascht, als sie auch wirklich antwortet. Von deutschen weitläufig Verwandten kenne ich das anders. In den nächsten zwei Jahren entsteht ein sehr herzlicher Kontakt und ja, ich kann die verwandtschaftliche Verbindung fühlen – hinweg über Zeit und Raum. Wir sind schließlich die Nachfahren einer Familie, ja, wir s i n d eine Familie.

2016. In gut drei Wochen wird der bedeutendste Moment in meiner Forschung auf mich hernieder fallen. Nach 126 Jahren der familiären Trennung und Etablierung eines australischen Zweiges werden sich die Nachfahren der einstigen Auswanderer und der Zurückgebliebenen persönlich begegnen. Nach all der Zeit wird die Familie temporär vereint sein. Was gäbe ich dafür, wenn das jene Eltern von 1890 beobachten dürften, was würden sie dazu sagen? Als sie ihre Söhne ziehen sahen, hinterdrein winkten und sich weinend umarmten. Wir sind alle nur Gefangene der Zeit, doch in Kürze werden sich ihre Nachfahren umarmen. So schließt sich der Kreis. Nach all den Jahren, nach all den Jahren. Familie bleibt Familie.

Wollsteiner Alltag, 1751-1754. Bedrückungen und Schulneubau. Teil III.

Oktober 19, 2016

Im Jahre 1751 wütete in der Umgegend eine verheerende Viehpest und brachte namentlich viele Mitglieder der hiesigen Gemeinde in die drückendste Armut. Am Anfang dieses Jahres erhielt auch Pastor Nickisch einen Ruf als Pfarrer nach Gurske bei Thorn, da er aber mit der Antwort zögerte, ward die Stelle anderweitig besetzt.

Im Jahre 1752 zeigte sich die große Verbitterung der katholischen Geistlichen wieder auf eine besonders bedrückende Weise. Der Propst von Kiebel entzog die evangelische Gemeinde Silz Hauland und der Propst von Siedlec die evangelische Gemeinde Neu Tuchorzer Hauland der hiesigen evangelischen Gemeinde ganz. Der Druck von Seiten der katholischen Geistlichen war überhaupt kaum zu ertragen. Dazu kam noch das Betrübendere, daß in der Gemeinde selbst große Mißhelligkeiten bestanden und der Pfarrer von einzelnen Gliedern die heftigsten Bitterkeiten und Kränkungen erzeigt wurden. Am Anfang des Jahres hatte der Kirchenvater Pätzold sein Amt niedergelegt, und es war an seine Stelle der Tuchmacher-Älteste Johann George Felsch getreten. Beim Schlusse des Jahres dankte auch der Kirchenvater Jäkel ab, und es folgt ihm Herr George Kutzke.

Auch das Jahr 1753 begann wieder mit großen Bedrückungen…

Der komplette Artikel (Teil III) ist im Wollstein-Ordner in der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

Wollsteiner Alltag um 1747. Vom Wechsel des Pastors und Bedrückungen. Teil II.

Oktober 4, 2016

Die Mitteilung der Nachrichten über die Ereignisse des Jahres 1748 beginnt Pastor Nickisch mit der schmerzlichen Klage über die inneren Uneinigkeiten in der Gemeinde. Dazu kamen am Anfange dieses Jahres neue Bedrückungen. Der Propst von Goscieszyn erließ einen Befehl, daß alle Evangelischen, die…

In diesem Sommer wurden in Silz mehrere Häuser, durch den Blitz entzündet, ein Raub der Flammen. Auch in Wollstein schlug das Gewitter bei dem Tischler Bock ein, aber wiewohl derselbe seinen Laden mit Holzspänen angefüllt hatte, wurde doch das Feuer bald gelöscht. Auch in Gloden brach eine Feuerbrunst aus.

Der komplette Artikel (Teil II) ist im Wollstein-Ordner in der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

Gedenkstein Wust. Zum Gedenken an die Gefallenen des ersten Weltkrieges.

September 28, 2016

Zur Erinnerung und als Mahnung an die Gefallenen des Ortes Wust (Land Brandenburg) hat die Gemeinde einen Gedenkstein aufgestellt. Die Inschriften enthalten die namentlichen Opfer dieses Ortes – zum stillen Gedenken. Vergiss, mein Volk, die treuen Toten nicht!

Photos des Gedenksteines sowie der Inschrift sind im internen Bereich der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

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Impressionen aus Komorowo Hauland und Borui

September 23, 2016

Das nachfolgende Photo zeigt die Kirche in Borui im August 2016 und auch zwei Impressionen vom Friedhof in Komorowo Hauland schließen sich an.

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Herzlichen Dank an Alwina für die Bereitstellung.

Weitere Photos in dem Kontext sind im internen Bereich der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

Gedenkstein Kablow. Zum Gedenken an die Gefallenen beider Weltkriege.

September 21, 2016

Zur Erinnerung und als Mahnung an die Gefallenen des Ortes Kablow (Cablow (Land Brandenburg)) hat die Gemeinde einen Gedenkstein aufgestellt. Die Inschriften enthalten die namentlichen Opfer dieses Ortes – zum stillen Gedenken.

Photos des Gedenksteins und der Kirche, sowie der Inschriften – auch als PDF-Dokument sind im internen Bereich der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

Herzlichen Dank an Alwina für die Bereitstellung.

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