Impressionen aus Komorowo Hauland und Borui

September 23, 2016

Das nachfolgende Photo zeigt die Kirche in Borui im August 2016 und auch zwei Impressionen vom Friedhof in Komorowo Hauland schließen sich an.

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Herzlichen Dank an Alwina für die Bereitstellung.

Weitere Photos in dem Kontext sind im internen Bereich der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

Gedenkstein Kablow. Zum Gedenken an die Gefallenen beider Weltkriege.

September 21, 2016

Zur Erinnerung und als Mahnung an die Gefallenen des Ortes Kablow (Cablow (Land Brandenburg)) hat die Gemeinde einen Gedenkstein aufgestellt. Die Inschriften enthalten die namentlichen Opfer dieses Ortes – zum stillen Gedenken.

Photos des Gedenksteins und der Kirche, sowie der Inschriften – auch als PDF-Dokument sind im internen Bereich der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

Herzlichen Dank an Alwina für die Bereitstellung.

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Zu Tode getanzt

September 16, 2016

Zu Tode getanzt hat sich an ihrem Hochzeitstage die Tochter des Zieglers Zühlke in Gadow (Provinz Posen). Nachdem sie Nachmittag und die ganze Nacht hindurch fast unaufhörlich getanzt hatte, bekam die junge Frau plötzlich einen Blutsturz und war in 1 ½ Stunden eine Leiche.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1893.

Offenbar handelte es sich hierbei um keine Einzelfälle; stellvertretend für weitere Begebenheiten dieser Art noch zwei weitere Beispiele aus der Provinz Brandenburg.

Thatsächlich zu Tode getanzt hat sich die 17jährige Emma Köhler, Verkäuferin in einem Geschäfte. Sie war erst seit einigen Tagen von einer Lungenentzündung geheilt, aus dem Krankenhause entlassen worden. Bei einem Tanzkränzchen ließ sie die ganze Nacht nicht eine Tour aus, obgleich sie Bruststechen verspürte. Um 2 Uhr Morgens brach sie in den Armen ihres Tänzers zusammen und starb in wenigen Minuten infolge eines Blutsturzes.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1889.

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Driesen. Zu Tode getanzt hat sich die 52jährige Ehefrau eines hiesigen Arbeiters. Auf einem Maskenballe hatte die corpulente Frau so eifrig getanzt, daß sie plötzlich leblos zu Boden stürzte. Ein Herzschlag hatte der Frau ein schnelles Ende bereitet.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1895.

Wollsteiner Alltag um 1747. Vom Wechsel des Pastors und Bedrückungen. Teil I.

September 12, 2016

Vierzehn Tage vor Pfingsten im Jahre 1747 erkrankte Pastor von Geißler, so daß er sein Amt von dieser Zeit an nicht mehr verwalten konnte. Eine Schwulst, die in den Füßen begann, trat in den Leib, verhärtete sich und hatte eine völlige Abzehrung zur Folge. Die Predigten verrichteten ein Kandidat Prätorius aus Goldberg, und Herr Pastor Vechner aus Rakwitz kam einen Sonntag nach dem anderen herüber, um den Gottesdienst und die actus ministeriales abzuhalten. In dessen Verhinderung aber trat Pastor Goldmann an seine Stelle. Von der Hand desselben empfing Pastor von Geißler, der immer schwächer wurde, am 04. September, nachdem er mit besonderer Innigkeit seine Gemeinde und seine Hausgenossen gesegnet hatte, in einem Alter von 55 Jahren, da er gegen 30 Jahre im hiesigen Pfarramt gestanden hatte und verschied am 06. September. Er hinterließ aus erster Ehe einen Sohn, der damals schon Pastor in…

Der komplette Artikel (Teil I) ist im Wollstein-Ordner in der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

Suche in Pommern: Votzke, Hermann, Sagert und Sengpiehl

September 10, 2016

Gesucht werden Informationen und Hinweise im Kontext folgender Namen: Votzke, Hermann, Sagert und Sengpiel (Sengpiehl), primär vorkommend in den Orten Ratzebuhr, Flederborn und Wallachsee im Kreis Neustettin in Pommern.

Insbesondere die Lebenswege folgender Personen sind von Bedeutung:

* 1834, Carl Wilhelm Votzke.

* 1838, Carl August Votzke.
(änderte 1908 seinen Namen in Freiberg).

* 1843, Johanna Christiane Votzke.

* 1849, Friedrich Hermann Votzke.

* 1851, Bertha Albertine Votzke.

Jedwede Information ist willkommen, explizit auch ein Kontakt mit möglichen Nachfahren.

Heiraten Auswärtiger in Borui

September 3, 2016

Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute am 07.03.1879 zum Zweck der Eheschließung: 1. Der Einwohnersohn August Ferdinand Beyer, geb. 1854 zu Ball im Kreis Saatzig, Sohn des Instmann Peter Beyer und dessen Ehefrau Maria Hein zu Ball im Kreis Saatzig.

2. Die unverehelichte Juliane Augustine Damsch, geb. 1854 zu Neu Borui, Tochter des Einwohners Johann Gottlieb Damsch und dessen Ehefrau Dorothea Rosina Kubsch zu Neu Borui.

Quelle: Standesamt Borui.

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Am 05.02.1872 wurden in hiesiger evangelischen Kirche getraut: Junggesell Friedrich Bernhard Briese, Bauaufseher bei der Königlichen Ostbahn zu Deutsch Eylau, Sohn des zu Schloß Filehne verstorbenen Kaufmanns und Gastwirthes, Herr Johann Christoph Briese und dessen ebenfalls verstorbene Ehefrau Wilhelmine, geb. Schmidt, mit Jungfer Rosina Emilie Ortlieb zu Bukowiec, Tochter des Herrn Wilhelm Heinrich Ortlieb, Tischlermeister, Eigenthümer, Gastwirth und Mitgliedes im Gemeindekirchenrath daselbst, und dessen Ehefrau Caroline Schwadtke.

Der Bräutigam wurde 1843 geboren. Die Braut wurde 1850 geboren.

Quelle: KB Borui

Meldungen aus der Provinz Posen. 1900, 1904 und 1914

August 31, 2016

Friedheim. Beim Häckselschneiden erlitt der Pächter Kühn beim Herausziehen einer ins Getriebe gerathenen Schaufel, wobei er einen Schlag gegen den Unterleib erhielt, so schwere innere Verletzungen, daß er nach kurzer Zeit verstarb.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1900.

Jablone. Eigenthümerfrau Elisabeth Neumann von hier wurde von einem aus Bentschen kommenden Zuge kurz vor dem zur Stadt führenden Überwege überfahren. Sie war auf der Stelle todt. Als Grund zum Selbstmorde wird angegeben, daß die Neumann sich gegen ihren Willen verheirathen mußte, welcher Umstand nach drei Jahren zur Ehescheidung führte und jetzt nach verlorenem Prozeß die Unglückliche in den Tod trieb.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1904.

Grätz. Die Diphtheritis herrscht hier hart. In sieben Familien liegen Kinder an der Krankheit darnieder.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1914.

Tod einer Gänsehirtin

August 14, 2016

Am 22.12.1829 verstarb in einem mutmaßlichen Alter von 70 Jahren: Marie Elisabeth – „Familienname unbekannt“. Ihre Eltern: „sind völlig unbekannt“. Anmerkung: „War früher Gänsehirtin, aß zuletzt Gnadenbrodt“.

Unbekannt

Was für ein trauriges Ende einer Dame. Sie wurde vielleicht um 1760 herum geboren, blickte sodann hoffnungsfroh in die Zukunft, voller lebensfroher Träume und Erwartungen und lebte wahrscheinlich doch nur ein hartes und einfaches Leben, welches hoffentlich auch glückliche Momente für sie bereit hielt. Wer mag diese Marie Elisabeth gewesen sein? Wo kam sie her und hatte sie Kinder, Nachfahren? Nimmermehr lassen sich diese Fragen klären; sie zog als ein nebulöses Nichts in das Kirchenbuch im Jahr 1829 ein. Ihr Familienname schien bereits zu Lebzeiten in die tiefe Finsternis eingetreten zu sein – gnadenlos in das große Nichts geweht. Und so steht sie bis heute in den Annalen – als eine namenlose Dame, deren Herkunft für immerdar ein Geheimnis bleiben wird. Hätte sie je damit gerechnet? Ein trauriges Schicksal, welches niemanden zuteil werden sollte. Mit diesem Eintrag möge ihrer gedacht werden und ich wünsche ihr von Herzen im Nachhinein – daß sie viele angenehme Augenblicke in ihrem Leben erfahren durfte. Marie Elisabeth – mögest Du oft gelächelt haben!

Heirat und Scheidung von Friedrich Görs und Gertrud Helene Lange

August 9, 2016

Am 10.01.1912 heirateten in Briesen (Westpreußen) der Friseur Friedrich Johann Max Görs, geb. 11.12.1888 in Adlershorst, Kreis Bromberg (Posen), Sohn der unverehelichten Schneiderin Johanna Schade, wohnhaft in Bromberg und Adoptivsohn des pensionierten Weichenstellers Johann Görs, zuletzt wohnhaft in Prinzenthal in Bromberg

und die

Verkäuferin Gertrud Helene Lange, geb. 22.07.1892 in Bahrendorf, Kreis Briesen, Tochter des Chausseeaufsehers Gustav Lange und Emma Abraham.

Im Jahr 1917 wurde die Ehe geschieden. Zu diesem Zeitpunkt war der Friseurgehilfe Friedrich Görs, Soldat im 1. Ersatz-Bataillon, Infanterie-Regiment 61 in Thorn. Weitere Ehen schloß er in den Jahren: 1917, 1925 und 1941. Die fünfseitige Scheidungsausfertigung liegt mir in digitaler Form vor und erläutert im Einzelnen die Gründe und den näheren Sachverhalt.

Urteil_1917

Wer als Nachfahre oder Verwandter Interesse bekundet, kann die Ausfertigung bei mir anfordern.

Zufallsfunde in Karge. Rüdiger 1893, Grunwald 1895, Reichmann 1898

August 6, 2016

Am 04.08.1893 verstarb Eleonore Anna Rüdiger, verehelichte Wilhelm Linke in einem Alter von 65 Jahren. Sie wurde in Nieder-Siegersdorf, Kreis Freistadt in Schlesien geboren und lebte zuletzt in Karge. Ihre Eltern waren der Schiffer Gottlieb Rüdiger und dessen Ehefrau Anna Rosina Purtz, beide verstorben und zuletzt in Nieder-Siegersdorf.

Am 02.06.1895 verstarb Charlotte Grunwald, verehelichte Ökonomie-Rat und Rittergutsbesitzer August Rothe in einem Alter von 80 Jahren. Sie wurde in Guhrau in Schlesien geboren und lebte zuletzt in Karge Dominium.

Am 24.04.1898 verstarb Auguste Reichmann, verehelichte Lehrerwitwe Wilhelm Degen in einem Alter von 69 Jahren. Sie wurde in Neiße in Schlesien geboren und lebte zuletzt in Karge. Ihre Eltern waren der Königliche Exekutor Karl Reichmann und dessen Ehefrau Maria Schimpe, beide verstorben zu Wollstein.

Quelle: Standesamt Karge

Zufallsfunde in Karge. Heißner 1908, Thoms 1911, Zschäkel 1914

August 5, 2016

Am 23.03.1908 verstarb die Witwe und Wirtschafterin Auguste Heißner, verehelichte Brömmer in einem Alter von 65 Jahren. Sie wurde in Rastenberg bei Weimar geboren und lebte zuletzt in Karge, Gut.

Gemeldet vom herrschaftlichen Gärtner Gustav Niedergesäß.

Am 23.12.1911 verstarb die Witwe Elma Thoms, verehelichte Zahlmeister von Taschitzki in einem Alter von 81 Jahren. Sie wurde in Seidenberg in Schlesien geboren und lebte zuletzt in Karge, Oberdorf. Ihre Eltern waren der Obersteuer-Kontrolleur Wilhelm Thoms und Rosahilde Wettig.

Gemeldet von Flora von Taschitzki, verehelichte Lehrerfrau Gräber.

Am 08.06.1914 verstarb der Schützenhausbesitzer Gustav Adolf Zschäkel in einem Alter von 54 Jahren. Er wurde in Groß Zschachwitz bei Dresden geboren und lebte zuletzt in Karge, Oberdorf mit seiner Ehefrau Johanna Karoline Fiedler. Seine Eltern waren Karl Zschäkel, verstorbener Prinz Reuß´scher Gärtner und Friederike – beide zuletzt in Trebschen.

Gemeldet von der Ehefrau.

Quelle: Standesamt Karge

Aus dem Alltagsleben in Wollstein von 1738 bis 1740

Juli 30, 2016

Im Februar des Jahres 1738 kam ein Kirchenvisitator, der Archidiakonus Pawlowski, hier an. Er benahm sich höflich gegen Pastor von Geißler und ließ sich die Privilegien zeigen. Man benutzte diese Gelegenheit, um die Erlaubnis zur Reparatur des Turmes nachzuholen, wie erstaunt aber waren alle, da der Revisor 30 Dukaten für diese Erlaubnis forderte. Die Vorsteher beschlossen, für jetzt von diesem Gesuche abzusehen, aber es wurde ihnen erklärt, daß, wenn sie die 30 Dukaten nicht gäben, sie die Kirchenprivilegien nicht zurückerhalten würden. In dieser Not legte sich Pastor von Geißler aufs Bitten und erlange eine Ermäßigung bis auf 20 Dukaten, außer welcher Summe aber noch jedem Einzelnen aus der ansehnlichen Begleitung des Revisors bis zum Küchenjungen herab ein Geschenk gegeben werden mußte. Auch nahm der Revisor bei seiner An- und Abreise jedesmal ein ansehnliches Frühstück beim Pastor von Geißler ein. Es wurde ihm nun eine schriftliche Erlaubnis zur Ausführung des Turmbaues übergeben, von welcher man sogleich Gebrauch machte.

Baumeister Ebermann und Schlosser Grosser führten diesen Reparaturbau aus. Der genannte Revisor veranlaßte auch eine Veränderung in Betreff der Abgabe an den Pleban, die nicht eben zum Vorteile der evangelischen Gemeinde gereichte. Die evangelische Bürgerschaft vereinigte sich dahin, daß von nun an jeder Hausvater jährlich zwei Floren zur Entrichtung der Abgabe an den Pleban beitragen sollte. Im April dieses Jahres wurde noch der Pfarrer mit 170 Talern dafür bestraft, daß er im herrschaftlichen Hause zu Groß Nelke eine Trauung vorgenommen hatte. Auch wegen des erwähnten Turmbaues wurde die Gemeinde verklagt, als wäre die Erlaubnis überschritten worden. Der Propst von Ruchotsche untersuchte diese Sache und veranlaßte schon dadurch nicht unbedeutende Kosten.

Außer diesen immer wiederkehrenden, drückenden Abgaben mußte die Kirche auch an den Generalsenior der lutherischen Glaubensgemeinschaft in Groß-Polen einen jährlichen Beitrag zur gemeinschaftlichen Kasse zahlen, der nicht bestimmt gewesen zu sein scheint.

Im Januar 1739 legte der Kirchenvater Kolberg sein Amt nieder, und es trat B. A. Klein, Schwarz- und Schönfärber an seine Stelle. Die Kirche war damals 1760 Floren schuldig. Betrübend war der Abfall des Schneiders Rauwald, der aus Beuthen hierher gezogen kam, sich mehrere Jahre wohl genährt hatte und aus Ehrgeiz zur katholischen Kirche überging. Während eines sehr starken Gewitters wurde in Tloker Hauland der Wirt Bartsch mit seiner Frau und einem Dienstknaben vom Blitz erschlagen. In diesem Jahr machten noch mitten im Sommer die Wölfe viel Schaden.

Im Januar 1740 legte auch Blache sein Kirchenvateramt nieder, und es trat an seine Stelle Elias Pätzold, Bürger- und Bäckermeister, zur Seite des seitherigen Kirchenvaters Klein. In diesem Jahr war nichts von ungewöhnlichen Bedrückungen zu melden, dafür herrschte eine ungewöhnlich starke Kälte. Im See waren die Fische erfroren, und wer von denselben des Verbotes ungeachtet aß, erkrankte tödlich. Im Mai richteten die Schlossen, jedoch nur dicht um die Stadt herum, eine größere Zerstörung an. Der Pfarrer trat im Juli desselben Jahres nach achtzehnjährigem Witwenstand zum zweiten Male in den Ehestand mit Maria Magdalene, Witwe des Pastors Fiedler aus Schmiegel, geborene Heynin.

Quelle: Heinrich Gerlach: „Chronik der evangelisch-lutherischen Kirche und Gemeinde zu Wollstein von 1602 bis 1839“.

Detailsuche: Pfarrer Buchwald, Stargard

Juli 22, 2016

Anfang Januar 1882 wurde Albrecht Amandus Buchwald in Lenker Hauland in der Provinz Posen geboren. Er lernte am Gymnasium in Lissa; später studierte er in Halle und Marburg und im Jahr 1908 wurde er als Pfarrverwalter in Adelnau ordiniert. Im Jahr 1909 war er Hilfsprediger in Samter – nach einer weiteren Station in Köslin (1910) wirkte er später als Pfarrer in Stargard in Pommern.

Im Oktober 1909 ehelichte er Hedwig Minna Maria Emma von Boltenstern, mit der er sechs Kinder bekam. Auf Grund des viel zu frühen Todes seiner geliebten Gattin fand die Ehe ein jähes Ende. Im Jahr 1936 lebte Pfarrer Buchwald noch in Stargard.

Die genealogische Herkunft von Pfarrer Buchwald ist geklärt. Gesucht werden in diesem Kontext jedwede Hintergründe zu den genannten Personen; von etwaigen Nachfahren über ihren Lebensweg, ihr Wirken und persönlichen Verhältnissen und mehr. Jeder noch so kleine Hinweis oder Kontakt wie Austausch ist von Relevanz und sehr erwünscht.

Wollsteiner Alltagsmeldungen aus den Jahren 1777, 1782 und 1783

Juli 19, 2016

Einpfarrung. Am 15.02.1777 wurde die Einpfarrung der nachfolgenden Ortschaften vorgenommen. Als schon eingepfarrt wurden angesehen die evangelischen Teile der Stadt (Wollstein), Karpitzko und Karpitzkoer oder Mlynsker Hauland. Eingepfarrt wurden Tloker Hauland, Dombrofker, Blumer, Neu und Alt Tuchorzer, Rekliner und Silzer und Neu Obraer und Drogower Hauland. Die Schwentener Deputierten waren abgetreten, ehe sie aufgefordert wurden, ihre Erklärung abzugeben. Gar nicht erschienen waren die Deputierten von Rostarzewo (Rothenburg an der Obra). Die Ursache dieses Zurückbleibens sprachen sie in einem Schreiben an den Pastor Nickisch am 17.02. aus, nämlich die Gemeinde Rostarzewo wollte weder hier noch in Rakwitz eingepfarrt sein, sondern verlangte die Erlaubnis und Unterstützung zur Errichtung eines eigenen Kirchensystems.

Neue Orgel. Im Jahre 1777 wurde auch eine neue Orgel durch den Orgelbauer Caspar Gottlieb Neumann errichtet. Dieselbe bestand nach dem Kontrakt aus acht Registern außer dem Tremulanten und dem Glockenspiel, wovon der Prinzipal zu vier Fuß. Er (Neumann) erhielt dafür die Summe von 205 Talern. Der betreffende Kontrakt vom 08.08.1777, worauf zugleich der Neumann über den Empfang der genannten Summe quittiert hat, findet sich im Original in unseren Papieren. Zur Bezahlung des Orgelbauers gingen einige bedeutende Geschenke ein, unter anderem von Herrn Carl von Dziembowski auf Powodowo 108 Floren, von Herrn Gottlob Felsch 100 Floren.

Neues Kirchspiel. Mit dem Jahre 1782 beginnen auch die Verhandlungen des Consistorii wegen der Begründung eines eigenen Kirchspiels zu Rostarzewo, welches dann einige Jahre später zu Stande kam. Hierdurch verlor die evangelische Kirche außer den Evangelischen aus Rostarzewo und anderer Ortschaften die Gemeinde Gloden, welche seit den ältesten Zeiten sehr treu zur hiesigen Kirche gehalten hatte. Auch die Kirche zu Rakwitz verlor hierdurch. Daher hatten sich die Kirchenvorsteher zu Rakwitz und Wollstein zur gemeinschaftlichen Protestaktion gegen die Errichtung dieser neuen Parochie und zur gemeinschaftlichen Führung der Sache vereinigt. Über die Ausgleichung der hierbei verwendeten Kosten finden sich hier noch einige Schriften vor. Die Kirche oder Pfarre in Rakwitz soll für den durch die Begründung einer eigenen Kirche in Rostarzewo erlittenen Verlust eine Entschädigung noch bis jetzt erhalten, welches in bezug auf die hiesige Kirche nicht stattfindet.

Die zweite Klasse. Im Jahr 1783 fand die Errichtung der zweiten Klasse bei der hiesigen evangelischen Parochialschule statt. Es wurden nämlich dem Glöckner Johann Friedrich Bock (Vokation am 01.01.1777) diejenigen Kinder, welche den Schulbesuch beginnen, übergeben, um sie die Buchstaben, das Buchstabieren und bis 100 Zählen zu lehren, auch wöchentlich sie einige Sprüche aus dem Evangelio auswendig lernen zu lassen. Dafür wurde dem Glöckner nur ein Jahrgeld von 40 Floren und ein wöchentliches Schulgeld von den einzelnen Kindern, das zwei polnischen Groschen für den Anfänger und drei polnischen Groschen für den Buchstabierenden zugesichert. Das Jahrgeld bezog derselbe aus der Kirchenkasse. Die betreffende Verhandlung vom 20.08.1783 findet sich in den Akten des hiesigen evangelischen Pfarramtes.

Quelle: Heinrich Gerlach: „Chronik der evangelisch-lutherischen Kirche und Gemeinde zu Wollstein von 1602 bis 1839“.

Der untreue Herr Giersch?

Juli 7, 2016

Bereits im Jahr 1758 verwaltete der Kirchenvorsteher Gottfried Giersch die Kirchenkasse in Wollstein. Am 28.12.1759 findet sich die Nachricht von einem Vergleiche, den er und der Kirchenvorsteher Johann Christian Ralliger mit dem damaligen Pfarrer Franciscus Pocholski über die mehrerwähnten jährlichen Abgaben, Plebangeld genannt, abgeschlossen hatten.

Am 20.11.1766 gab es eine ausführliche Verhandlung über die Revision der von den beiden genannten Vorstehern und namentlich von dem Gottfried Giersch verwalteten Kirchenkasse und gelegten Kirchenrechnungen aus den Jahren 1758 bis 1766. Übrigens ist ihr Inhalt aber ein höchst bedeutender. Dem Giersch sollen laut dieser Verhandlung in bezug auf seine Kassenverwaltung und namentlich in Betreff der Rechnung über den Bau des Glöcknerhauses (1762), wie des Ankaufs der an den Grundherrn zu liefernden Schutztücher große Betrügereien und endlich ein Defect von 4.663 Floren nachgewiesen worden sein. Die Gemeinde führte deshalb Klage bei dem Grundherrn Raphael von Gajewski. Giersch suchte sich aufs Beste zu verteidigen, soll aber dem Herrn 50 Dukaten entweder als Strafe oder, um sich den Beistand des Herrn und der katholischen Kirche zu erkaufen, gegeben haben. Diese Angabe wird umso wahrscheinlicher durch die Art und Weise, wie der Grundherr die Sache vermittelte. Die Gemeinde war durch den schlechten Kassenverwalter bei dem Propst mit der erwähnten jährlichen Abgabe in einem Stillgang (Rückstand) von 1.400 Floren gekommen.

Auf die Vermittlung des Herrn erließ der Propst die Hälfte, so daß die Gemeinde um 700 Floren erleichtert wurde, und außerdem sollte Giersch noch 200 Floren zur Kirchenkasse zahlen, welchem Befehle er jedoch auch nicht Folge leistete. Gottfried Giersch starb, ohne die Kirchenbuße irgendwie befriedigt zu haben, am 7. November 1783 in einem Alter von 72 Jahren. Auf das Gesuch seiner Tochter Florentine, die im Begriff stand, sich mit dem Schuhmacher Gottlieb Winnenpfennig zu verheiraten, begab sich die Gemeinde aller ferneren Ansprüche an den Nachlaß des Vaters. Nur die beiden Kirchenstellen, die dem Giersch und seiner Frau eigentümlich gehört hatten, wurden der Kirche von der Erbin überlassen. Die betreffende Originalverhandlung vom 26. Juni 1784 von den Beteiligten und dem Pfarrer eigenhändig unterschrieben, befindet sich in den kirchlichen Papieren.

Quelle: Heinrich Gerlach: „Chronik der evangelisch-lutherischen Kirche und Gemeinde zu Wollstein von 1602 bis 1839“.

Ergänzung. Der Schuhmachermeister und Kirchenvorsteher Gottfried Giersch lebte von 1711-07.11.1783. Seine oben erwähnte Tochter Florentine ehelichte Gottlieb Winnenpfennig im August 1784. Auch Gottlieb Winnenpfennig war ein Schuhmachermeister und lebte von 1754-1825. Bereits sein Vater Gottfried (1722-1790) war ein Meister der Schuhmacherzunft. Familie Winnenpfennig stammte ursprünglich aus Friedrichsfelde bei Trebschen im Kreis Züllichau.

Giersch

Winnenpfennig

Meldungen aus der Provinz Posen, 1885 und 1908

Juni 29, 2016

Selbstmorde und Unglücksfälle. Beim Rangieren auf dem Bahnhof zu Argenau wurden dem Arbeiter Golaszewski beide Beine abgefahren; bei Bromberg ertrank der Einliegersohn Rudolf aus Oplawiec und der Schlosser Rowakowskie aus Meseritz. Zu Alt Widzim erhängte sich der über 60 Jahre alte Zimmermann Fabiunke.

Quelle: Hermanner Volksblatt. Juli 1885.

Anmerkung Johann August Fabiunke (1818-1885) wurde am 31.05.1885 nachmittags gegen fünf Uhr auf dem Widzimer Kirchhof gefunden, wo er sich erhängt hatte. Er war seit 1842 verheiratet mit Anna Rosina Muster.

fabiunke

Neutomischel. Kürzlich wurde auf der Bahnstrecke zwischen Neutomischel und Friedenwalde der Eigenthümer Gottlieb Pflaum aus Friedenwalde vom Zuge erfaßt und getödtet.

Miloslaw. Es verunglückte der Schrankenwärter Wenzlawiak aus Drzechowo tödtlich. Ihm wurden sämtliche Körpertheile vom Rumpf durch den Personenzug 817 getrennt.

Quelle: Hermanner Volksblatt. Mai 1908.

Zinslieferung in Karpitzko im Jahr 1752. Teil II.

Juni 16, 2016

Im Jahr 1752 lieferten die Hauländer von Karpitzko ihren Zins in folgender Reihenfolge ab. Im Anschluß werden die Einwohner mit den jeweiligen Abgaben genannt.

Die Liste der Einwohner von Karpitzko mit ihren Zinslieferungen ist im Wollstein-Ordner in der Wollstein-Liste einsehbar.

Meldungen aus der Provinz Posen, 1880 und 1908

Juni 5, 2016

Wollstein, 06. Juni. In Silzhauland brannte die Königsstädt´sche Wirthschaft total nieder. Der Besitzer befand sich beim Ausbruch des Feuers mit seinen Leuten auf dem Felde. Demselben ist alles verbrannt.

Rothenburg, 07. Juni. Die 25jährige Emma Preuß ist verschwunden und bisher vergeblich nach ihrem Verbleib geforscht worden. Man befürchtet, daß sie das Opfer eines Verbrechens geworden ist.

Quelle: Hermanner Volksblatt. 1880.

Wollstein. An der Feier des 250jährigen Bestehens der hiesigen Schützengilde betheiligten sich 15 Gilden mit 350 Schützen. Der Oberpräsident hatte für das Fest eine Beihilfe von 100 Mark bewilligt. Festkönig wurde Gastwirth Arlt-Karpitzko, erster Ritter Schmager-Züllichau, und zweiter Ritter D. Scholz-Bentschen.

Quelle: Hermanner Volksblatt. 1908.

Zinslieferung in Karpitzko im Jahr 1741. Teil I.

Mai 26, 2016

Im Jahr 1741 lieferten die Hauländer von Karpitzko ihren Zins in folgender Reihenfolge ab. Im Anschluß werden die Einwohner mit den jeweiligen Grundstücksgrößen genannt – inklusive der Zinslieferung.

Die Liste der Einwohner von Karpitzko mit ihren Zinslieferungen ist in der Wollstein-Liste einsehbar.

Kriegsbeginn in und um Rakwitz

Mai 22, 2016

Als im September 1939 der Krieg ausbrach, erreichten die lange anhaltenden Spannungen zwischen den Deutschen und den Polen ihren Höhepunkt. In der Konsequenz wurden zahlreiche Deutsche aus Tarnowo, Rakwitz, Faustinberg, Guschin und Rattay von den Polen interniert und ermordet.

Eine Liste der Opfer (Auswahl) mit näherer Beschreibung steht in der Wollstein-Liste zum Download bereit.