Detailsuche: Pfarrer Buchwald, Stargard

Juli 22, 2016

Anfang Januar 1882 wurde Albrecht Amandus Buchwald in Lenker Hauland in der Provinz Posen geboren. Er lernte am Gymnasium in Lissa; später studierte er in Halle und Marburg und im Jahr 1908 wurde er als Pfarrverwalter in Adelnau ordiniert. Im Jahr 1909 war er Hilfsprediger in Samter – nach einer weiteren Station in Köslin (1910) wirkte er später als Pfarrer in Stargard in Pommern.

Im Oktober 1909 ehelichte er Hedwig Minna Maria Emma von Boltenstern, mit der er sechs Kinder bekam. Auf Grund des viel zu frühen Todes seiner geliebten Gattin fand die Ehe ein jähes Ende. Im Jahr 1936 lebte Pfarrer Buchwald noch in Stargard.

Die genealogische Herkunft von Pfarrer Buchwald ist geklärt. Gesucht werden in diesem Kontext jedwede Hintergründe zu den genannten Personen; von etwaigen Nachfahren über ihren Lebensweg, ihr Wirken und persönlichen Verhältnissen und mehr. Jeder noch so kleine Hinweis oder Kontakt wie Austausch ist von Relevanz und sehr erwünscht.

Wollsteiner Alltagsmeldungen aus den Jahren 1777, 1782 und 1783

Juli 19, 2016

Einpfarrung. Am 15.02.1777 wurde die Einpfarrung der nachfolgenden Ortschaften vorgenommen. Als schon eingepfarrt wurden angesehen die evangelischen Teile der Stadt (Wollstein), Karpitzko und Karpitzkoer oder Mlynsker Hauland. Eingepfarrt wurden Tloker Hauland, Dombrofker, Blumer, Neu und Alt Tuchorzer, Rekliner und Silzer und Neu Obraer und Drogower Hauland. Die Schwentener Deputierten waren abgetreten, ehe sie aufgefordert wurden, ihre Erklärung abzugeben. Gar nicht erschienen waren die Deputierten von Rostarzewo (Rothenburg an der Obra). Die Ursache dieses Zurückbleibens sprachen sie in einem Schreiben an den Pastor Nickisch am 17.02. aus, nämlich die Gemeinde Rostarzewo wollte weder hier noch in Rakwitz eingepfarrt sein, sondern verlangte die Erlaubnis und Unterstützung zur Errichtung eines eigenen Kirchensystems.

Neue Orgel. Im Jahre 1777 wurde auch eine neue Orgel durch den Orgelbauer Caspar Gottlieb Neumann errichtet. Dieselbe bestand nach dem Kontrakt aus acht Registern außer dem Tremulanten und dem Glockenspiel, wovon der Prinzipal zu vier Fuß. Er (Neumann) erhielt dafür die Summe von 205 Talern. Der betreffende Kontrakt vom 08.08.1777, worauf zugleich der Neumann über den Empfang der genannten Summe quittiert hat, findet sich im Original in unseren Papieren. Zur Bezahlung des Orgelbauers gingen einige bedeutende Geschenke ein, unter anderem von Herrn Carl von Dziembowski auf Powodowo 108 Floren, von Herrn Gottlob Felsch 100 Floren.

Neues Kirchspiel. Mit dem Jahre 1782 beginnen auch die Verhandlungen des Consistorii wegen der Begründung eines eigenen Kirchspiels zu Rostarzewo, welches dann einige Jahre später zu Stande kam. Hierdurch verlor die evangelische Kirche außer den Evangelischen aus Rostarzewo und anderer Ortschaften die Gemeinde Gloden, welche seit den ältesten Zeiten sehr treu zur hiesigen Kirche gehalten hatte. Auch die Kirche zu Rakwitz verlor hierdurch. Daher hatten sich die Kirchenvorsteher zu Rakwitz und Wollstein zur gemeinschaftlichen Protestaktion gegen die Errichtung dieser neuen Parochie und zur gemeinschaftlichen Führung der Sache vereinigt. Über die Ausgleichung der hierbei verwendeten Kosten finden sich hier noch einige Schriften vor. Die Kirche oder Pfarre in Rakwitz soll für den durch die Begründung einer eigenen Kirche in Rostarzewo erlittenen Verlust eine Entschädigung noch bis jetzt erhalten, welches in bezug auf die hiesige Kirche nicht stattfindet.

Die zweite Klasse. Im Jahr 1783 fand die Errichtung der zweiten Klasse bei der hiesigen evangelischen Parochialschule statt. Es wurden nämlich dem Glöckner Johann Friedrich Bock (Vokation am 01.01.1777) diejenigen Kinder, welche den Schulbesuch beginnen, übergeben, um sie die Buchstaben, das Buchstabieren und bis 100 Zählen zu lehren, auch wöchentlich sie einige Sprüche aus dem Evangelio auswendig lernen zu lassen. Dafür wurde dem Glöckner nur ein Jahrgeld von 40 Floren und ein wöchentliches Schulgeld von den einzelnen Kindern, das zwei polnischen Groschen für den Anfänger und drei polnischen Groschen für den Buchstabierenden zugesichert. Das Jahrgeld bezog derselbe aus der Kirchenkasse. Die betreffende Verhandlung vom 20.08.1783 findet sich in den Akten des hiesigen evangelischen Pfarramtes.

Quelle: Heinrich Gerlach: „Chronik der evangelisch-lutherischen Kirche und Gemeinde zu Wollstein von 1602 bis 1839“.

Der untreue Herr Giersch?

Juli 7, 2016

Bereits im Jahr 1758 verwaltete der Kirchenvorsteher Gottfried Giersch die Kirchenkasse in Wollstein. Am 28.12.1759 findet sich die Nachricht von einem Vergleiche, den er und der Kirchenvorsteher Johann Christian Ralliger mit dem damaligen Pfarrer Franciscus Pocholski über die mehrerwähnten jährlichen Abgaben, Plebangeld genannt, abgeschlossen hatten.

Am 20.11.1766 gab es eine ausführliche Verhandlung über die Revision der von den beiden genannten Vorstehern und namentlich von dem Gottfried Giersch verwalteten Kirchenkasse und gelegten Kirchenrechnungen aus den Jahren 1758 bis 1766. Übrigens ist ihr Inhalt aber ein höchst bedeutender. Dem Giersch sollen laut dieser Verhandlung in bezug auf seine Kassenverwaltung und namentlich in Betreff der Rechnung über den Bau des Glöcknerhauses (1762), wie des Ankaufs der an den Grundherrn zu liefernden Schutztücher große Betrügereien und endlich ein Defect von 4.663 Floren nachgewiesen worden sein. Die Gemeinde führte deshalb Klage bei dem Grundherrn Raphael von Gajewski. Giersch suchte sich aufs Beste zu verteidigen, soll aber dem Herrn 50 Dukaten entweder als Strafe oder, um sich den Beistand des Herrn und der katholischen Kirche zu erkaufen, gegeben haben. Diese Angabe wird umso wahrscheinlicher durch die Art und Weise, wie der Grundherr die Sache vermittelte. Die Gemeinde war durch den schlechten Kassenverwalter bei dem Propst mit der erwähnten jährlichen Abgabe in einem Stillgang (Rückstand) von 1.400 Floren gekommen.

Auf die Vermittlung des Herrn erließ der Propst die Hälfte, so daß die Gemeinde um 700 Floren erleichtert wurde, und außerdem sollte Giersch noch 200 Floren zur Kirchenkasse zahlen, welchem Befehle er jedoch auch nicht Folge leistete. Gottfried Giersch starb, ohne die Kirchenbuße irgendwie befriedigt zu haben, am 7. November 1783 in einem Alter von 72 Jahren. Auf das Gesuch seiner Tochter Florentine, die im Begriff stand, sich mit dem Schuhmacher Gottlieb Winnenpfennig zu verheiraten, begab sich die Gemeinde aller ferneren Ansprüche an den Nachlaß des Vaters. Nur die beiden Kirchenstellen, die dem Giersch und seiner Frau eigentümlich gehört hatten, wurden der Kirche von der Erbin überlassen. Die betreffende Originalverhandlung vom 26. Juni 1784 von den Beteiligten und dem Pfarrer eigenhändig unterschrieben, befindet sich in den kirchlichen Papieren.

Quelle: Heinrich Gerlach: „Chronik der evangelisch-lutherischen Kirche und Gemeinde zu Wollstein von 1602 bis 1839“.

Ergänzung. Der Schuhmachermeister und Kirchenvorsteher Gottfried Giersch lebte von 1711-07.11.1783. Seine oben erwähnte Tochter Florentine ehelichte Gottlieb Winnenpfennig im August 1784. Auch Gottlieb Winnenpfennig war ein Schuhmachermeister und lebte von 1754-1825. Bereits sein Vater Gottfried (1722-1790) war ein Meister der Schuhmacherzunft. Familie Winnenpfennig stammte ursprünglich aus Friedrichsfelde bei Trebschen im Kreis Züllichau.

Giersch

Winnenpfennig

Meldungen aus der Provinz Posen, 1885 und 1908

Juni 29, 2016

Selbstmorde und Unglücksfälle. Beim Rangieren auf dem Bahnhof zu Argenau wurden dem Arbeiter Golaszewski beide Beine abgefahren; bei Bromberg ertrank der Einliegersohn Rudolf aus Oplawiec und der Schlosser Rowakowskie aus Meseritz. Zu Alt Widzim erhängte sich der über 60 Jahre alte Zimmermann Fabiunke.

Quelle: Hermanner Volksblatt. Juli 1885.

Anmerkung Johann August Fabiunke (1818-1885) wurde am 31.05.1885 nachmittags gegen fünf Uhr auf dem Widzimer Kirchhof gefunden, wo er sich erhängt hatte. Er war seit 1842 verheiratet mit Anna Rosina Muster.

fabiunke

Neutomischel. Kürzlich wurde auf der Bahnstrecke zwischen Neutomischel und Friedenwalde der Eigenthümer Gottlieb Pflaum aus Friedenwalde vom Zuge erfaßt und getödtet.

Miloslaw. Es verunglückte der Schrankenwärter Wenzlawiak aus Drzechowo tödtlich. Ihm wurden sämtliche Körpertheile vom Rumpf durch den Personenzug 817 getrennt.

Quelle: Hermanner Volksblatt. Mai 1908.

Zinslieferung in Karpitzko im Jahr 1752. Teil II.

Juni 16, 2016

Im Jahr 1752 lieferten die Hauländer von Karpitzko ihren Zins in folgender Reihenfolge ab. Im Anschluß werden die Einwohner mit den jeweiligen Abgaben genannt.

Die Liste der Einwohner von Karpitzko mit ihren Zinslieferungen ist im Wollstein-Ordner in der Wollstein-Liste einsehbar.

Meldungen aus der Provinz Posen, 1880 und 1908

Juni 5, 2016

Wollstein, 06. Juni. In Silzhauland brannte die Königsstädt´sche Wirthschaft total nieder. Der Besitzer befand sich beim Ausbruch des Feuers mit seinen Leuten auf dem Felde. Demselben ist alles verbrannt.

Rothenburg, 07. Juni. Die 25jährige Emma Preuß ist verschwunden und bisher vergeblich nach ihrem Verbleib geforscht worden. Man befürchtet, daß sie das Opfer eines Verbrechens geworden ist.

Quelle: Hermanner Volksblatt. 1880.

Wollstein. An der Feier des 250jährigen Bestehens der hiesigen Schützengilde betheiligten sich 15 Gilden mit 350 Schützen. Der Oberpräsident hatte für das Fest eine Beihilfe von 100 Mark bewilligt. Festkönig wurde Gastwirth Arlt-Karpitzko, erster Ritter Schmager-Züllichau, und zweiter Ritter D. Scholz-Bentschen.

Quelle: Hermanner Volksblatt. 1908.

Zinslieferung in Karpitzko im Jahr 1741. Teil I.

Mai 26, 2016

Im Jahr 1741 lieferten die Hauländer von Karpitzko ihren Zins in folgender Reihenfolge ab. Im Anschluß werden die Einwohner mit den jeweiligen Grundstücksgrößen genannt – inklusive der Zinslieferung.

Die Liste der Einwohner von Karpitzko mit ihren Zinslieferungen ist in der Wollstein-Liste einsehbar.

Kriegsbeginn in und um Rakwitz

Mai 22, 2016

Als im September 1939 der Krieg ausbrach, erreichten die lange anhaltenden Spannungen zwischen den Deutschen und den Polen ihren Höhepunkt. In der Konsequenz wurden zahlreiche Deutsche aus Tarnowo, Rakwitz, Faustinberg, Guschin und Rattay von den Polen interniert und ermordet.

Eine Liste der Opfer (Auswahl) mit näherer Beschreibung steht in der Wollstein-Liste zum Download bereit.

Feuer in Karpitzko

Mai 17, 2016

„Wichtig waren besonders im Dorf Karpitzko die letzten 26 Jahre. Zuvörderst war es einmal in großer Gefahr durchs Feuer zerstört zu werden. Zuerst brach 1793 in der Ernte in einer Scheune, in welche soeben Erbsen eingefahren waren, Feuer aus, welches, da alle auf dem Felde waren, bei großer Dürre schnell um sich griff und sechs Wirtschaften verzehrte. Es brannten ab:

Johann Gottlob Bansen
Johann George Kernchen
Gottfried Jänsch
Martin Jänsch
Johann George Wilhelm
Christoph Siebler

In diesem sehr unglücklichen Feuer kamen, es war gleich nachmittags, zwei betagte Frauen und sechs Kinder um. Im folgenden Jahre verzehrte eine zweite Feuerbrunst, die Wirtschaften des Christoph Bansen, des Johann Gottlieb Adam und des Krügers Gottfried Psille (Psylle). Auch die Häuser des Gottlieb Obst und des Christian Krause brannten nieder. Gottfried Jänsch hatte kaum aufgebaut, so brannte er auch wieder gänzlich ab, ebenso erging es dem Johann George Wilhelm, dessen wiederhergestellte Wirtschafts- und Wohngebäude am 04. November 1805 eingeäschert wurden.

Gott wende doch von den gegenwärtigen und künftigen Einwohnern ein solches Unglück in Gnaden ab und jeder sey selbst in aller Art vorsichtig, daß er nicht sich und andere unglücklich mache.“

Pastor Christian Gotthold Gerlach zu Wollstein, 20. May 1818

gerlach

Mitgliedschaft in der Wollstein-Liste – Anleitung.

Mai 1, 2016

Auf besonderen Wunsch erläutere ich nachfolgend den einfachsten Weg, um sich in oben genannter Mailingliste anzumelden.

1. eMail schreiben an folgende: eMail-Adresse.

2. Als Reaktion auf diese Mail erhält man eine Bestätigungs-Mail, auf die geantwortet werden muß. Antworten Sie bitte mit der Antwortfunktion Ihres eMail-Programms auf diese eMail. Die korrekte eMail-Adresse wird automatisch eingegeben.

3. Der Moderator der Liste wird das neue Mitglied früher oder später freischalten.

Ich habe den Versuch gestartet und der Anmeldeprozeß war innerhalb einer Minute vollzogen.

Neue Liste: Ahnenforschung in und um Wollstein

April 28, 2016

Die Provinz Posen war groß und das Interesse der Familienforscher, Genealogen und Nachfahren ist bis heute immens und auch die Möglichkeiten für einen Austausch diesbezüglich sind zahlreich im Internet vertreten. Jede Gegend hat ihre eigenen Experten, welche sich mit Engagement darauf konzentrieren. Für das Gebiet in und um Wollstein, sowie Rothenburg an der Obra, Rakwitz und Borui – mit den entsprechenden umliegenden Orten wie Hauländereien wurde nun eine gesonderte Yahoo-Liste gegründet: Ahnenforschung in und um Wollstein.

Das Abonnieren der Liste erfolgt unter dieser eMail-Adresse.

Meldungen aus der Provinz Posen. 1887, 1890, 1896 und 1899

April 24, 2016

Abgebrannt sind in Konkolewo das Anwesen des Eigenthümers Ortlieb und in Borui-Dorf 17 Gehöfte.

Quelle: Hermanner Volksblatt. 1887.

Die Schützengilde in Grätz feierte das Fest ihres 20jährigen Bestehens. Beim Festschießen wurde der Ehrenpreis, eine silberne Medaille mit dem Bildnis des Kaisers und der Kaiserin, dem Schützenwirth Seidel zu Theil.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1890.

Bomst. Landbriefträger Heinrich Neumann verübte Selbstmord, indem er sich mit einer Schere den Hals durchstach.

Der Eigenthümer Wilhelm Fechner in Neu Tepperbuden stürzte infolge Scheuwerdens der Pferde so unglücklich vom Wagen, daß er Tags darauf starb.

Bromberg. Nachts entstand im Laden des Kaufmanns Knuth am Elisabethmarkt Feuer; der ganze Laden und der Nebenraum brannten aus. Unter dem Verdacht der Brandstiftung wurde der Arbeiter Richard Schetz von hier verhaftet.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1896.

Borui. Der 50jährige Knecht Johann Ziethier gerieth beim Dreschen mit seinen Kleidern in das Werk der Dreschmaschine; er wurde mit solcher Wucht auf die Tenne geschleudert, daß er auf der Stelle tot war. Ziethier hinterläßt eine Witwe und fünf zum Theil erwachsene Kinder.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1899.

Nachfahren von Neudeck-Giebel und Pehmöller-Neudeck in Hamburg gesucht

April 15, 2016

Im Jahr 1919 heiratete in Hamburg-Bergedorf Marie Clara Neudeck, geb. 1891, den in Hamburg geborenen Heinrich Hermann Wilhelm Giebel, 1890-1961. Bisher sind mir zwei Söhne bekannt, die 1921 und 1923 geboren wurden und jeweils 1954 heirateten.

Weiterhin heiratete Marie Magdalene Dorothea Pehmöller, 1876-1950 im Jahr 1903 Paul Franz Neudeck, geb. 1879. Sie lebten später ebenfalls in Hamburg-Bergedorf.

Gesucht werden in diesem Kontext jedwede Hintergründe zu den genannten Personen; von etwaigen Nachfahren über ihren Lebensweg und persönlichen Verhältnissen und mehr. Jeder noch so kleine Hinweis ist von Relevanz.

Meldungen aus der Provinz Posen. 1894, 1895 und 1902

April 4, 2016

Ein gewaltiges Unwetter hat den Westen der Provinz Posen heimgesucht. Besonders hart wurden die Kreise Bomst und Meseritz betroffen. Im Dorfe Nandel äscherten Blitzschläge zwei Bauernhöfe ein. In Panwitz warf der Wirbelwind vollbeladene Erntewagen um, wobei ein Knecht erschlagen wurde.

Bromberg. Bei einem Brande in Labischin ist eine Frau mit ihren drei Kindern, letztere im Alter von 18, 16 und 14 Jahren, umgekommen.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1894.

Posen. Aus dem Militärgefängnis der hiesigen Hauptwache brachen zwei Gefangene aus, indem sie zuerst auf das Dach und von dort aus am Blitzableiter herab ins Freie gelangten. Ihr Fehlen wurde bald bemerkt und das Infanterie-Regiment Nr. 129 mit ihrer Verfolgung beauftragt. Unter Führung eines Unteroffizieres durchstreiften ein Trupp von etwa 20 Mann die Umgegend der Stadt, auch der Bahnhof war militärisch besetzt. Als das 34. Regiment gleichzeitig ausschwärmte, gelang es, die beiden Flüchtigen in dem Königlichen Forst bei Mühlthal zu ergreifen.

Meseritz. Vor dem hiesigen Schwurgericht sollte gegen den Eigenthümer Kreuzmann aus Schwenten (Kreis Bomst) wegen Ermordung seiner Ausgedingerin verhandelt werden. Der Gefangenen-Aufseher fand ihn an seinem Hosenträger erhängt vor.

Quelle: Der Fortschritt. 1895.

Neutomischel. Zum Kreisarzt für den Kreis Bomst an Stelle des nach Kattowitz berufenen Dr. Schroeder ist Dr. Bruckmann von hier ernannt worden.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1902.

Heiraten 1866, Landsberg-Froehde, Lubig-Deckert

März 25, 2016

Am 10.05.1866 wurden in hiesiger evangelischen Kirche getraut: Witwer Joseph Franz Landsberg (geb. 31.03.1816 (katholisch)) Rentier in Dorf Boruy, Sohn des verstorbenen Herrn Johann Landsberg, Rektor an der Stadtschule zu Schoeneck in Westpreußen mit der Witwe Susanne Juliane Hoffmann, geborene Froehde (geb. 21.03.1828), Eigentümerin zu Dorf Boruy, Tochter des verstorbenen Christoph Froehde, Eigentümer zu Alt Jastrzemskie und Witwe des verstorbenen Johann Gottfried Hoffmann, Eigentümer und Tischlermeister zu Dorf Boruy.

Am 22.05.1866 wurden in hiesiger evangelischen Kirche getraut: Der Witwer und Maurergeselle Ernst Heinrich Lubig (geb. 13.03.1837) zu Kirchplatz Boruy, Sohn des Johann Christoph Lubig, Mühlenbesitzer in Ober Bielau, Kreis Goerlitz in Schesien und seiner Ehefrau Juliane Beate Gilger, gegenwärtig verehelichte Preuß zu Ober Bilau mit Johanne Louise Emilie Deckert (geb. 05.06.1840) zu Kirchplatz Boruy, Tochter des Einwohners Samuel Deckert und seiner Ehefrau Juliane Müller zu Kirchplatz Boruy.

Meldungen aus der Provinz Posen, 1904-1906.

März 13, 2016

November 1904.

Wollstein. Der gräfliche Gutspächter Szulczewski in Klein Groitzig wurde von seinen Knechten mit einer Wagenrunge erschlagen, weil er einen Knecht geohrfeigt, der seinen Dienst auf das Gröblichste verletzt hatte.

Dezember 1904.

Janowitz. Die Firma Franke in Bremen beabsichtigt, hier eine Gasanstalt auf eigene Kosten zu erbauen und den Betrieb auf eigene Rechnung zu führen. Die Stadtverordneten lehnten im Frühjahre 1904 den Bau einer Gasanstalt auf Stadtkosten ab.

Januar 1905.

Posen. Dr. v. Rakowsky, früherer Redakteur hat nach Verbüßung seiner dreijährigen Gefängnishaft in Wronke die Freiheit wiedererlangt. Rakowsky wurde nach der russischen Grenze abgeschoben.

März 1905.

Birnbaum. Aus Habsucht erdrosselten in Groß-Lenschitz der 44jährige Häusler Andreas Joswiak, sein 18jähriger Sohn Martin, sowie des erstgenannten 50jährige Ehefrau, während die 15jährige Tochter draußen aufpaßte, ihren 79 Jahre alten Ausgedinger Namens Volkmann. Die Mörder wurden verhaftet.

Mai 1905.

Unruhstadt. Als der Ermordung des Greiser´schen Ehepaares auf dem Vorwerke Wiebelshof verdächtig ist jetzt ein Sohn des Ehepaares verhaftet worden. Die unter dem Verdachte des Mordes anfänglich verhafteten acht Zigeuner hatten ihre Unschuld nachweisen können und waren aus der Haft entlassen worden.

Juni 1905.

Posen. Der Großkaufmann Theodor Friedeberg ist mit Hinterlassenschaften von 500.000 Mark Wechselverbindlichkeiten flüchtig geworden.

Juli 1905.

Bromberg. Direktor Schmidt vom Lehrerseminar in Bromberg wurde wegen Unterschlagung verhaftet.

August 1905.

Janowitz. Die Ortsarme Wenzel in Schulejowo ist 100 Jahre alt geworden. Sie wohnt im dortigen Gemeindehause in dürftigen Verhältnissen, ist geistig normal, körperlich jedoch nicht mehr rüstig.

Mai 1906.

Tremessen. Die Gattin des Kaufmanns Bartz aus Dresden hat sich hier in einem zu dem ehemaligen Gute ihres Vaters gehörigen See ertränkt. Vor der That hatte sie die Gräber ihrer Eltern geschmückt.

Quelle: Der Deutsche Correspondent.

Meldungen aus der Provinz Posen, 1908

Februar 29, 2016

Lissa. Der Gendarm Buchel sprang auf einem schon in Bewegung befindlichen Zug, rutschte aus und gerieth zwischen zwei Wagen. Sein Körper wurde glatt in der Mitte durchgeschnitten.

Posen. In Roggenau stieß beim Pflügen ein Ansiedler auf einen Lederbeutel mit 3000 alten Silbermünzen, meist polnischen; die kleineren haben die Jahreszahlen 1584 und 1594. Die interessantesten sind die beiden größten (etwa in der Größe von Fünfmarkstücken); das eine davon trägt das Bild Maximilians I. mit der Jahreszahl 1517, während das andere ein Christusbild aufweist.

Posen. Wegen Soldatenmißhandlungen in 229 Fällen wurde der Unteroffizier der Reserve Fischer vom Oberkriegsgericht zu zwei Monaten Gefängnis und Degradation verurtheilt.

Krotoschin. Das Gehöft des Wirthes Krause wurde durch Feuer vollständig eingeäschert. Der Kutscher verbrannte im Stall mit den Pferden.

Quelle: Der Deutsche Correspondent im Jahr 1908

Heirat Lambrecht-Hellwig, 1798, Boruy

Februar 10, 2016

Am 12.12.1798 wurde getraut der Junggeselle Johann Heinrich Tobias Lambrecht, Einlieger und Schneider in Albertoske, gebürtig aus Banzendorff bei Ruppin, jüngster Sohn des Ernst Friedrich Lambrechts, Organist daselbst mit der Witwe Johanne Juliane Klose, geborene Hellwig, des verstorbenen Gottfried Kloses, Einlieger und Fleischhauer in Hammer-Boruy hinterlaßene Witwe. Der Bräutigam alt 32 Jahre, die Braut 28.

Lambrecht

15 Tage Arrest

Februar 2, 2016

Karl Heinrich B. erhielt im ersten Weltkrieg die Strafe von fünf Tagen Arrest, weil er in leichtsinniger Weise mit einer unbekannten Frauenperson verkehrt und sich bei derselben angesteckt hat.

Bei dieser einen Strafe sollte es nicht bleiben. B. erhielt 10 Tage Arrest, weil er sich bereits im Wiederholungsfalle durch selbst verschuldete Krankheit dem Dienst entzogen und hartnäckig falsche Angaben gemacht hat.

Strafe

Nun, eine interessante Randnotiz in dem großen, lustigen Krieg. Ich frage mich, was besser ist – krank im Arrest zu liegen oder sich in zutiefst sinnloser Weise abschlachten zu lassen.

Fünfzigjähriges Amtsjubiläum für Immanuel Gotthilf Jungnick im Jahr 1896

Januar 10, 2016

Rakwitz. „Der emeritierte Lehrer Imanuel Jungnik feierte hier sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum. Dem Jubilar wurde bei der im hiesigen Schützenhause veranstalteten Feier von dem Kreisschulinspector Pastor Flatau, Jablone der Adler der Inhaber des Hohenzollernschen Hausordens überreicht.“

jungnick

Quelle: Scranton Wochenblatt im Jahr 1896

Seine zu dem Zeitpunkt längst verstorbene Ehefrau durfte dieses besondere Jubiläum leider nicht mehr erleben. Immanuel Gotthilf Jungnick war der Sohn von dem Bürger und Tuchmachermeister Christian Benjamin Jungnick und Johanne Eleonore Donke. Eine seiner Schwestern heiratete in meine Familie ein.


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