Lotterie für Graf von Zeppelin

August 12, 2017

(Schreibweise original)

Seine Majestät der Kaiser und König haben durch Allerhöchste Ordre vom 24. November 1906 zu genehmigen geruht, daß zur Fortsetzung der Luftschiffahrten Seiner Exellenz des Generals der Kavallerie D. Grafen von Zeppelin eine Geldlotterie veranstaltet wird, und die Lose dieser Lotterie im ganzen Bereiche der Monarchie vertrieben werden.

Es sollen 320000 Lose zu je 3 Mark ausgegeben und 9892 Gewinne im Gesamtwerte von 380000 Mk. zur Ausspielung gelangen. Die Ziehung wird voraussichtlich am 16, 17. und 18. April 1907 in Berlin stattfinden.

Indem ich vorstehende Genehmigung hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringe, ersuche ich dafür zu sorgen, daß der Vertrieb der Lose nicht beanstandet wird.

Eröffnung Bahnstrecke Wollstein-Grätz (1905) & Mitglieder der Handwerkskammer (1902)

August 6, 2017

(Schreibweise original)

1. Bahnstrecke. Am 1. Juli d. Js. (1905) wird die 28,90 km lange Neubaustrecke Wollstein-Grätz dem öffentlichen Verkehr übergeben. An der Strecke liegen in der Richtung von Wollstein die Bahnhöfe Tloki, Rothenburg an der Obra, Rakwitz, der Haltepunkt Elisabethof und die Bahnhöfe Ruchocice und Südhof. Der Haltepunkt Elisabethof dient nur dem Personen- und Gepäckverkehr, die übrigen Stationen erhalten die Befugnis zur Abfertigung von Personen, Gepäck, Leichen, Stückgut, Wagenladungen, lebenden Tieren und Fahrzeugen. Die Abfertigung von Sprengstoffen ist ausgeschlossen.

Die am 1. Juli d. Js. (1905) in Betrieb genommene, an der Neubaustrecke Wollstein-Grätz gelegene Station Rothenburg an der Obra ist bis auf weiteres nur für den Personen- und Gepäckverkehr, nicht aber für die Abfertigung von Leichen, Stückgut, Wagenladungen, lebenden Tieren und Fahrzeugen eröffnet, weil die Bahnhofszufuhrstraße noch nicht fertig gestellt ist. Der Tag der Eröffnung für letztgenannte Beförderungsgegenstände wird später bekannt gemacht werden.

Die Königliche Eisenbahndirektion zu Posen hat bei dem Herrn Regierungs-Präsidenten zu Posen die Feststellung der Entschädigung gemäß § 24 des Enteignungsgesetzes vom 11. Juni 1874 für die nachbezeichneten zum Bau der Nebenbahn von Wollstein nach Grätz erforderlichen Grundstücksflächen beantragt.

Die 12 Grundstückseigentümer werden mit Zuname, Vorname und Wohnort (partiell mit Frau), Grundbuchliche Bezeichnung genannt – und die Größe der enteigneten Fläche. In der Wollstein-Mailingliste sind Detailanfragen in diesem Kontext ab sofort möglich.

2. Handwerkskammer. Die Mitglieder und Ersatzmänner für die Handwerkskammer und den Gesellenausschuß des Jahres 1902 der Provinz Posen können in der Wollstein-Mailingliste angefragt werden. Genannt werden pro Kreis: Mitglied, Ersatzmann, Name, Stand und Wohnort – für die Kreise: Lissa, Rawitsch, Gostyn, Ostrowo, Kempen, Schildberg, Adelnau, Jarotschin, Krotoschin, Koschmin, Pleschen, Meseritz, Neutomischel, Grätz, Bomst, Schmiegel, Fraustadt, Kosten, Birnbaum, Schwerin an der Warthe, Samter, Obornik, Schrimm, Schroda, Wreschen.

Weitere Ehrungen

August 4, 2017

(Schreibweise original)

Dem Friseurgehülfen Bruno Nowacki aus Wollstein, jetzt in Berlin, Residenzstraße 106, habe ich für die am 15. Januar d. Js. (1902) mit Entschlossenheit und eigener Gefahr bewirkte Rettung des Schulknaben Wladislaus Rajewski in Wollstein vom Tode des Ertrinkens eine Prämie von 30 Mark bewilligt.

Anmerkung. Der Friseur Bruno Nowacki wurde am 08.06.1884 in Wollstein geboren, seine Eltern waren der Tischlermeister Theodor Nowacki (geb. 1850) und Stanislawa Wandel. Sechs Jahre nach der Rettung dieses Knaben trat Bruno in Berlin in den Stand der Ehe – seine Angetraute war die Stenographin Elisabeth Frieda Ida Desselmann, welche im Dezember 1884 in Berlin unehelich geboren wurde.

Nachtrag zur Kindesrettung vom 30.06.1897, Pelagia Fromm. Des Königs Majestät haben mittels Allerhöchsten Erlasses vom 24. Februar d. Js. (1902) der Fleischerstochter Pelagia Fromm in Obornik das Verdienstehrenzeichen für Rettung aus Gefahr (Rettungsmedaille am Bande) nachträglich zu verleihen geruht. Die Genannte hatte am 30. Juni 1897 den neunjährigen Knaben Thaddäus Großmann in Obornik mit besonders erheblicher eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens gerettet.

Adlerorden für Johann Traugott Jäschke

Juli 31, 2017

(Schreibweise original)

Seine Majestät der Kaiser und König haben mittels Allerhöchsten Erlasses vom 24. September d. Js. (1899) dem Lehrer Traugott Jeschke in Tlocker Hauland, Kreis Bomst, aus Anlaß seiner Pensionirung zum 1. November d. Js. den Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens von Hohenzollern zu verleihen geruht.

Anmerkung. Johann Traugott Jäschke wurde im Juni 1833 in Silz geboren – seine Eltern waren Johann Christoph Jäschke, der leider in jungen Jahren verstarb und seiner zweiten Ehegattin Dorothea Elisabeth Seiffert. Im Jahr 1856 wirkte er bereits als Schullehrer in Weißhauland bei Grätz. Im Oktober des gleichen Jahres ehelichte er Marie Louise Hänisch. Später vollzog er seinen Lehrerdienst in Tloker Hauland und wurde entsprechend für seine langjährige Tätigkeit gewürdigt.

Eichamt in Wollstein & Kindesrettung

Juli 28, 2017

(Schreibweise original)

Eichamt in Wollstein. Der Herr Minister für Handel und Gewerbe hat mittels Erlasses vom 07. Juli d. Js. (1898) die Errichtung eines Aichungsamts in der Stadt Wollstein mit der Ordnungsnummer 22 genehmigt, und demselben die Befugniß zur Aichung von Längenmaaßen mit Ausschluß der Bandmaaße, von Flüssigkeitsmaaßen aus Metall, von Fässern bis zu 300 Liter Raumgehalt von Kastenmaaßen, Kummtmaaßen, Fördergefäßen, Meßrahmen für Brennholz, von Handelsgewichten, und von Handelswaagen mit einer Tragfähigkeit bis zu 2000 Kilogramm beigelegt.

Kindesrettung. Am 30. Juni 1897 hat die damals dreizehnjährige Fleischerstochter Pelagia Fromm in Obornik den neunjährigen Knaben Thaddäus Großmann vom Tode des Ertrinkens im Welnafluß gerettet und sich dabei in besonders erheblicher persönlicher Lebensgefahr befunden. Seine Majestät der Kaiser und König haben mittels Allerhöchsten Erlasses vom 20. April 1898 zu bestimmen geruht, daß die Verleihung des Verdienstehrenzeichens für Rettung aus Gefahr (Rettungsmedaille am Bande) an Pelagia Fromm bis zu dem Zeitpunkt ausgesetzt wird, wo die Genannte das achtzehnte Lebensjahr erreicht haben wird. Vorläufig soll Pelagia Fromm für ihre That im Namen seiner Majestät belobt werden, was hiermit geschieht.

Von Fahrrädern & Auszeichnungen

Juli 25, 2017

(Schreibweise original)

Von Fahrrädern. Die Ortspolizeibehörde kann die Ausstellung der Fahrkarten und Nummernschilder für Personen unter achtzehn Jahren von einem Antrage der Eltern, Vormünder oder sonstigen Personen, unter deren Aufsicht sich der unerwachsene Radfahrer befindet, sowie davon abhängig machen, daß der Nachweis geliefert wird, daß diese Personen hinreichende Sicherheit und Geschicklichkeit beim Fahren des Rades und genügende geistige Reife besitzen.

Die Bestimmung „Der öffentliche Gebrauch von Fahrrädern ist nur Personen, welche das vierzehnte Lebensjahr vollendet haben, gestattet.“ wird a u f g e h o b e n. Im Jahr 1897.

Auszeichnung I. Seine Majestät der Kaiser und König haben mittels Allerhöchsten Erlasses vom 28. September d. Js. (1897) dem evangelischen Hauptlehrer Julius Klatt in Chwalim, Kreis Bomst zu seinem fünfzigjährigen Dienstjubiläum den Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens der Hohenzollern mit der Zahl 50 zu verleihen geruht.

Auszeichnung II. Seine Majestät der Kaiser und König haben mittels Allerhöchsten Erlasses vom 28. September d. Js. (1897) dem evangelischen Lehrer Hermann Jänsch in Komorowo Hauland, Kreis Neutomischel, aus Anlaß seiner Pensionierung zum 1. Oktober d. Js., den Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens von Hohenzollern zu verleihen geruht.

Lebensrettung

Juli 24, 2017

(Schreibweise original)

Der Tagearbeitersohn Reinhold Neumann zu Karpitzko hat am 13. Dezember v. J. (1896) auf dem Wollsteiner See die Knaben Adolf Klemm und Franz Kolanowski aus Karpitzko mit eigener Gefahr vom Tode des Ertrinkens gerettet. Diese verdienstvolle That, für welche ich dem Genannten auch eine Geldbelohnung gewährt habe, wird hiermit belobigend zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Im Februar 1897.

Der Wirthschaftsinspektor Oscar Fürnrohr hat am 14. Oktober 1895 auf dem Rittergute Macew im Kreis Pleschen den Arbeiter Johann Dobroczik vom sicheren Tode gerettet, indem er einen Sprungbullen, welcher sich von der Kette im Viehstall losgerissen hatte, auf Dobroczik losgestürzt war und diesen verletzt hatte, von ihm mit eigener größter Lebensgefahr abwehrte. Für diese brave That, welche einen vorzüglichen Beweis von Entschlossenheit und Aufopferungsfreudigkeit enthält, ist dem Wirthschaftsinspektor Fürnrohr von Seiner Majestät dem Könige durch Allerhöchsten Erlaß vom 17. August 1896 das Verdienst-Ehrenzeichen für Rettung aus Gefahr Rettungsmedaille am Bande verliehen worden. Im September 1896.

Feuerlöschwesen in Wollstein

Juli 22, 2017

(Schreibweise original)

Auf Grund der § 5 und 6 des Gesetzes über die Polizei-Verwaltung vom 11. März 1850 wird unter Aufhebung der Polizei-Verordnung vom 30. Juli 1868 für die Stadt Wollstein unter Zustimmung des Magistrats dieser Stadt folgende Polizei-Verordnung erlassen:

§ 1.

Sämmtliche männliche, unbescholtene Einwohner der Stadt Wollstein im Alter von 18-60 Jahren sind zu Dienstleistungen bei dem Feuerlöschwesen und zur Theilnahme an den Uebungen, sowie an den Spritzenproben der Feuerwehr verpflichtet.

Befreit hiervon sind Geistliche, Kirchendiener und Schullehrer, sowohl der christlichen und jüdischen Konfession, Aerzte, Apotheker und Beamte. Personen, die glaubhaft machen, daß sie zum Dienst in der Feuerwehr nicht geeignet sind, oder daß sie durch diesen Dienst ihre Gesundheit gefährden, können vom Magistrate von der Dienstleitung bei der Feuerwehr entbunden werden.

§ 2.

Hausbesitzer, die zum Feuerlöschdienste nicht verpflichtet, oder von diesem entbunden sind, zahlen für jedes ihnen gehörige Hausgrundstück jährlich im Voraus einen nur im Interesse des Feuerlöschwesens zu verwendenden Betrag von fünf Mark an die Kämmerei-Kasse. Wenig Bemittelten kann dieser Betrag vom Magistrate ermäßlich, oder ganz erlassen werden.

In der Wollstein-Mailingliste sind Detailanfragen hinsichtlich der kompletten Verordnung möglich.

Auszeichnung, Neubesetzung & Umgemeindung

Juli 20, 2017

(Schreibweise original)

Auszeichnung. Ihre Majestät die Kaiserin und Königin haben an Marie Eggert auf dem Gute Dambitsch, Kreis Lissa, welche über 40 Jahre ununterbrochen dem Rittergutspächter Felgentreu als Dienstbote treu gedient hat, zur Anerkennung dieser langjährigen Dienste in ebenderselben Familie ein goldenes Kreuz nebst Diplom zu verleihen geruht. Im Januar 1896.

Neubesetzung. An Stelle des verstorbenen Gemeindeschöffen Emil Rausch zu Borui-Kirchplatz ist durch Erlaß des Herrn Ober-Präsidenten vom 5. März d. Js. (1896) der bisherige zweite stellvertretende Standesbeamte, Gemeindevorsteher Gottlieb Breuer daselbst zum Standesbeamten und an Stelle des Letzteren der Lehrer und Kantor Otto Buresch daselbst zum zweiten Stellvertreter des Standesbeamten für den Standesamtsbezirk Borui-Kirchplatz, Kreises Bomst, widerruflich ernannt worden. Im März 1896.

Anmerkung. Der Kaufmann Heinrich Emil Rausch wurde im August 1842 geboren. Im Jahr 1869 ehelichte er Henriette Michaelis, welche im März 1851 geboren wurde. Mit nur 53 Jahren starb er im Dezember 1895.

Umgemeindung. Der Kreis-Ausschuß hat in der Sitzung vom 14. Januar 1896 beschlossen, die Grundstücke:

1) des Johann Eichberg
2) des Gottfried Heidekorn
3) des Johann Huske

von dem Gemeindebezirk Komorowo Hauland abzutrennen und mit dem Gemeindebezirk Schleife zu vereinigen. Diese Umgemeindung tritt mit dem 1. April 1896 in Kraft.

In der Wollstein-Mailingliste sind Detailanfragen hinsichtlich der Grundstücke möglich.

Rettung vom Eis & Namensänderung

Juli 18, 2017

(Schreibweise original)

Rettung vom Eis. Der 15 jährige Magistrats-Bureau-Gehilfe Eugen Minke zu Pudewitz, hat am 25. Dezember v. Js. (1894) den 12 jährigen Knaben Richard Senkpiel daselbst unter erheblicher eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens gerettet. Der Knabe Senkpiel war auf dem mit nur dünner Eisdecke versehenen Stadtsee bei Pudewitz eingebrochen und zwar an einer fünfzig Meter vom nördlichen und gegen hundert Meter vom südlichen Ufer entfernten Stelle, welche eine Wassertiefe von etwa vier Metern hat. Nachdem schon verschiedene Personen vergebliche Versuche gemacht hatten, nach der Einbruchsstelle zu gelangen, unternahm es Minke, welcher bemerkte, daß der Knabe Senkpiel bereits in höchster Lebensgefahr schwebte, sich zu ihm zu begeben. Er schob sich, auf dem Bauche liegend, vorwärts und vermochte Senkpiel eine Stange entgegenzustrecken und mit Hülfe derselben ihn zu retten.

Auf Befehl Sr. Majestät des Königs wird dieses wackere, bei dem jugendlichen Alter großen Muth und umsichtige Entschlossenheit bezeugende Verhalten des Eugen Minke „belobigend“ zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Im Juli 1895.
Anmerkung. Richard Reinhold Senkpiel wurde am 09.04.1883 in Pudewitz geboren; Eltern: Karl August Wilhelm Senkpiel (geb. 14.01.1849) und Amalie Pauline Klinger (geb. 11.07.1859).

Namensänderung. Dem Wirth Nicolaus Glupi, geboren am 1. Dezember 1851 zu Kossowo, Kreis Gostyn, wohnhaft zu Kossowo, Kreis Gostyn und seiner Ehefrau Marianna geborene Kaczmarek, geboren am 4. April 1867 in Dusin, Kreis Gostyn, sowie den nachbenannten Kindern desselben

a. Franzisca, geboren am 22. Februar 1889,

b. Marianna, geboren am 27. August 1891,

c. Stanislawa, geboren am 1. April 1894,

sämmtlich in Kossowo geboren und dort wohnhaft, ist die Führung des Familiennamens „Danek“ gestattet worden.

Im Juni 1895.

Ehrenzeichen & Schiedsgerichte

Juli 13, 2017

(Schreibweise original)

Der Bauunternehmer Michael Chalupczak aus Schrimm hat am 11. Juli 1892 mit eigener Lebensgefahr den Arbeiter Mikolayczak und die Ortsarme Catharina Gorbecka zu Mechlin, Kreis Schrimm, aus Feuersgefahr gerettet, indem er eine Leiter an den bereits brennenden Giebel des Hauses stellte, auf derselben emporstieg und durch das Fenster in das brennende Zimmer eindrang. Hierauf brachte er jene beiden hochbetagten und bereits besinnungslosen Personen heraus. Wenige Augenblicke nachher stürzte der Dachstuhl und der Giebel, in welchem das Zimmer gelegen war, unter den brennenden Trümmern in sich zusammen. In Anbetracht dieser muthigen und opferwilligen That haben des Königs Majestät mittelst Allerhöchster Ordre vom 14. d. Mts. (Juni 1893) dem Bauunternehmer Chalupczak das Verdienst-Ehrenzeichen für Rettung aus Gefahr zu verleihen geruht.

Die Zusammensetzung mit Name und Wohnort der Vorsitzenden und der Beisitzer der für die landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften in Preußen errichteten Schiedsgerichte, sowie die Namen und Wohnorte der Stellvertreter dieser Mitglieder für die Kreise: Adelnau, Birnbaum, Bomst, Fraustadt, Gostyn, Grätz, Jarotschin, Kempen, Koschmin, Kosten, Krotoschin, Lissa, Meseritz, Neutomischel, Obornik, Ostrowo, Pleschen, Posen-Ost, Posen-West, Posen-Stadt, Rawitsch, Samter, Schildberg, Schmiegel, Schrimm, Schroda, Schwerin an der Warthe und Wreschen in den Jahren 1888 und 1893 sind in der Wollstein-Mailingliste abfragbar.

Grundstücksgrößen im Kreis Meseritz

Juli 11, 2017

Im Jahr 1891 wurde beschlossen, das ehemalige Vorwerk Kroschnitz im Kreis Meseritz die in „Folge Zerstückelung entstandenen Parzellen“ neu zu vereinigen. Genannt werden 72 Besitzer mit Grundstücksnummer und Kartenblatt, Nummer und Grundstücksgröße in ha – a – qm. Dies gilt auch für:

37 Besitzer: Gemeindeverband Kroschnitz
20 Besitzer: Gemeindeverband Polnisch-Böhmisch
61 Besitzer: Gemeindeverband Deutsch-Böhmisch
44 Besitzer: Gemeindeverband Friedernau
52 Besitzer: Gemeindeverband Friedenhorst
01 Besitzer: Gemeindeverband Grubske

In der Wollstein-Mailingliste sind Detailanfragen in diesem Kontext ab sofort möglich.

80. Geburtstag

Juli 10, 2017

(Schreibweise original)

Seinen 80 jährigen Geburtstag feierte gestern in körperlicher und geistiger Frische der Rentier Herr Hermann Wascher hierselbst (Wollstein). Herr Wascher bekleidet seit fast 30 Jahren das Amt eines Stadtverordneten. Zu seiner Ehrung waren gestern mittag Magistrat und Stadtverordnetenkollegium in corpore in der Wohnung des Jubilars erschienen und hatten ein prachtvolles Blumenarrangement überreicht. Im Namen des Magistrats beglückwünschte Herr Bürgermeister Matzel das Geburtstagskind und nach ihm Herr Stadtverordnetenvorsteher Jaekel im Namen des Stadtverordnetenkollegiums. Auch der evangl. Gemeindekirchenrat, dem Herr Wascher angehört, hatte sich zur Gratulation eingefunden, sowie viele Freunde und Bekannte des Jubilars. Auch wir wünschen dem für sein hohes Alter noch so rüstigen Herrn einen noch recht langen und ungetrübten Lebensabend.

29. November 1909, Wollsteiner Zeitung

Innungen im Jahr 1889. Wollstein und Meseritz.

Juli 1, 2017

(Schreibweise original)

Auf Grund des § 100e zu 3 der Reichs-Gewerbe-Ordnung wird für den Bereich der Böttcher-, Tischler-, Stellmacher- und Drechsler-Innung zu Wollstein, welcher den Bezirk der Stadt Wollstein, sowie der im Kreise Bomst gelegenen Ortschaften: Adamowo, Altkloster, Alt Dombrowo, Alt Tuchorze, Alt Borui, Borui, Barloschen (Parochie Goscieszyn), Barloschen (Parochie Wollstein), Belencin Gut, Belencin Dorf, Blumer Hauland, Brücken Hauland, Berzyn, Chorzemin, Dombrowker Hauland, Fehlen, Goscieszyn, Groß Nelke, Gloden, Hammer, Jazyniec, Karpitzko, Komorowo, Komorowo Hauland, Kiebel Dorf, Kiebel Kolonie, Kielkowo, Kielpin, Kirchplatz Borui, Karna, Koebnitz Dorf, Koebnitz Gut, Lehfelde Dorf, Lehfelde Gut, Lupitze, Mauche, Mlynsker Hauland, Neu Borui, Neu Dombrowo, Neudorf, Neu Tuchorze, Nieborze, Neu Obra, Neu Widzim, Obra Dorf, Obra Gut, Priment, Reklin, Reklin Hauland, Ruden, Siedlec, Silz, Silz Hauland, Schwenten, Tuchorze Gut, Tloki, Tloker Hauland, Widzim, Wroniawy, Zodyn umfaßt, widerruflich hierdurch bestimmt, daß diejenigen Arbeitgeber, welche eines der obengenannten Gewerbe betreiben und selbst zur Aufnahme in die Innung fähig sind, gleichwohl aber der Innung nicht angehören, vom 1. November 1889 ab Lehrlinge nicht mehr annehmen dürfen.

Auflösung der Müllerinnung zu Meseritz. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß der Herr Minister für Handel und Gewerbe auf Grund des Artikels III. des Gesetzes, betreffend die Abänderung der Gewerbeverordnung vom 18. Juni 1881 mittelst Erlasses vom 25. März d. Js. (1889) die Schließung der Müllerinnung zu Meseritz, welche ungeachtet der Seitens der Staatsbehörden an sie ergangenen Aufforderung die Umgestaltung ihrer Verfassung nach den Bestimmungen des Artikels I. nicht bewirkt hat, angeordnet hat. Die betreffende Innung ist hiermit als aufgelöst anzusehen.

Meldungen aus der Provinz Posen 1888/1889

Juni 30, 2017

(Schreibweise original)

Dem Schüler Fritz Moldenhauer hierselbst (Stadt Posen) ist für die von ihm am 10. Juni d. Js. (1888) zu Geestemünde bewirkte Rettung des Knaben August Fuchs vom Tode des Ertrinkens die Erinnerungs-Medaille für Rettung aus Gefahr von Sr. Excellenz dem Herrn Minister des Innern verliehen worden.

Dezember 1888

Der für den 1. Fleischschaubezirk Kirchplatz Borui konzessionirt gewesene Fleischbeschauer Gottfried Timm ebendaselbst ist gestorben. An dessen Stelle tritt der bisher für den 2. Fleischschaubezirk Kirchplatz Borui bestellte Fleischbeschauer Schuhmachermeister Ferdinand Heine ebendaselbst, für den letztbezeichneten Bezirk ist der Tischlermeister Ernst Thomas aus Alt-Borui polizeilich bestellt worden. Die Genannten haben in Behinderungsfällen sich gegenseitig zu vertreten.

Januar 1889
Anmerkung. Schneidermeister Johann Gottfried Timm wurde Anfang Juli 1846 geboren und verstarb am 08.01.1889. Mitte Januar 1873 ehelichte er Friederike Emilie Auguste Kaulfuß.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß, da die Verbindung zwischen den Städten Grätz und Kosten durch eine Chaussee hergestellt wird, die übrig gebliebene Strecke der alten Landstraße von Grätz nach Kosten, insoweit sie von der Chaussee nicht absorbirt worden ist, ihre Eigenschaft als Landstraße verloren hat und nur noch als Kommunikationsweg gelten kann.

Februar 1889

Der Herr Ober-Präsident der Provinz Posen hat unterm 21. Februar d. J. (1889) die Genehmigung zur Veranstaltung einer Lotterie zum Zwecke der Errichtung eines Kaiserdenkmals in der Stadt Tirschtiegel bis zu dem Umfange von 3000 Loosen zum Preise von 50 Pfennig unter der Bedingung ertheilt, daß der Vertrieb der Loose auf die Kreise Meseritz, Birnbaum, Bomst und Neutomischel beschränkt bleibt.

März 1889

Voraussetzungen für die Führung einer Apotheke im Jahr 1888

Juni 29, 2017

(Schreibweise original)

Es ist die Anlage einer Apotheke in der Stadt Opalenitza, Kreis Grätz, beschlossen worden. Apotheker, welche sich um die Erlangung der bezüglichen Concession bewerben wollen, haben binnen 6 Wochen bei uns einzureichen:

1) die Approbation als Apotheker,

2) den vollständigen Lebenslauf nebst den Führungszeugnissen während der Lehr- und Servirzeit,

3) den Nachweis der Beschäftigung und Führung nach erlangter Approbation,

4) den Nachweis eines disponiblen Vermögens von 10000 M.

Gleichzeitig hat der Bewerber anzugeben, ob er bereits eine Apotheke besessen hat. Sollten dem Bewerber Umstände zur Seite stehen, welche geeignet erscheinen, einen besonderen Anspruch auf Berücksichtigung zu begründen, so sind diese näher anzuführen.

Landwirtschaftliche Schiedsgerichte 1888

Juni 26, 2017

In der Wollstein-Mailingliste sind die Namen und Wohnorte der Vorsitzenden und der Beisitzer der für die landwirthschaftlichen Berufsgenossenschaften in Preußen errichteten Schiedsgerichte, sowie die Namen und Wohnorte der Stellvertreter dieser Mitglieder für die Kreise: Adelnau, Birnbaum, Bomst, Fraustadt, Gostyn, Grätz, Jarotschin, Kempen, Koschmin, Kosten, Krotoschin, Lissa, Meseritz, Neutomischel, Obornik, Ostrowo, Pleschen, Posen-Ost, Posen-West, Posen-Stadt, Rawitsch, Samter, Schildberg, Schmiegel, Schrimm, Schroda, Schwerin an der Warthe und Wreschen abrufbar. Von 1888.

Schulversäumnisliste

Juni 16, 2017

(Schreibweise original)

Die Schulversäumnißliste der evangelischen (katholischen) Schule zu Buk, Kreis Buk, für den Monat Oktober 1887 wird nach Ausfüllung der Spalten 1-6 dem Herrn Oberschulinspektor gehorsamst überreicht am 2. November 1887.

Sorgsam, Hauptlehrer.
Dem Herrn Ortspolizeiverwalter weitergereicht.
Buk, den 7. November 1887.

Thudichum, Ortsschulinspektor.
Nach Ausfüllung der Spalten 8-10 dem Herrn Ortsschulinspektor zurückgesandt.
Buk, den 25. November 1887.

Scharf,
Polizei-Distrikts-Kommissarius, Bürgermeister.
Zurück an den einreichenden Lehrer zur Vorlegung an den Schulkassen-Rendanten wegen gehöriger Vereinnahmung der festgesetzten Geldstrafen zur Schulkasse und demnächstigen Einheftung.
Buk, den 27. November 1887.

Thudicum, Ortsschulinspektor.
Eingesehen und die erforderlichen Notizen zur Vereinnahmung des Geldes entnommen.
Buk, den 30. November 1887.
Alois Immerwahr,
Schulkassen-Rendant.

Melioration & Laternen

Juni 15, 2017

(Schreibweise original)

Melioration. Zum Zwecke der besseren Ent- und resp. Bewässerung des im Kreis Bomst unterhalb des Obra-Meliorations-Gebietes belegenen Lupicer Bruches ist an Stelle des unterm 30. Oktober 1878 bekannt gemachten, nur zum Theil ausgeführten Bewässerungs-Projektes ein anderweiter Plan aufgestellt worden, nach welchem in dem vorgedachten Lupicer Bruche verschiedene Dämme und Gräben, sowie 21 Stück Thonröhren-Durchlässe errichtet werden sollen. Nachdem dieser Plan sowohl von der Königlichen Regierung in Posen, als auch von dem Königlichen Ministerium für Landwirthschaft, Domainen und Forsten in Berlin geprüft und genehmigt worden, ist derselbe in Gemäßigkeit der Bestimmung im § 46 der Allgemeinen Kanal- und Grabenordnung vom 16. August 1842 von 16. d. Mts. (September) bis zum 16. Dezember d. J. (1886) in meinem Geschäftslokale in Krauschow bei Züllichau ausgelegt. An dieser Stelle kann selbiger ab den Wochentagen während der Dienststunden eingesehen werden.

Laternen. Alle Inhaber von Gasthöfen, Restaurationen und Schankstätten sind verpflichtet, neben dem Eingange zu ihren Lokalen eine Laterne von der Größe der hiesigen öffentlichen Straßenlaternen anzubringen.

Die gedachten Laternen müssen in der Zeit vom 1. Oktober bis letzten März allabendlich vom Eintritt der Dunkelheit bis 10 Uhr hell erleuchtet sein. Ausnahmen sind nur bei recht hellem Mondschein zulässig.

Uebertretungen bzw. Unterlassungen werden mit einer Geldstrafe bis zu 9 Mark ev. Haft bis zu 3 Tagen bestraft.

(1886)

Verpachtung der Domäne Hammer, Kreis Bomst

Juni 13, 2017

(Schreibweise original)

Die im Kreise Bomst belegene Königliche Domäne Hammer, 12 km von der Kreisstadt und Eisenbahnstation Wollstein, 11 km von der Eisenbahnstation Neutomischel und 15 km von der Eisenbahnstation Bentschen entfernt, soll auf 18 Jahre von Johannes 1887 ab im Wege des öffentlichen Ausgebots anderweit verpachtet werden, zu welchem Behufe wir auf Dienstag den 6. Juli d. Js. (1886), Vormittags 11 Uhr in unserem Sitzungszimmer Termin anberaumt haben.

Die Domäne besteht aus den Vorwerken Hammer mit Alexanderhof, Waldvorwerk, Johannesfeld und Sandvorwerk nebst Brennerei und Wassermühle mit einem Gesammt-Flächeninhalt von 685,814 ha.

Das festgesetzte Pachtgelder-Minimum beträgt jährlich 5200 M., die Pachtkaution ist auf 1800 M. und der Werth des Vieh- und Wirthschaftsinventariums, mit welchen die Pachtstücke mindestens besetzt zu halten sind, auf 50000 M. festgesetzt.

Jeder, der sich beim Bieten betheiligen will, hat sich vor dem Termin bei dem Licitations-Kommissarius, Regierungsrath Buck über den eigenthümlichen Besitz eines disponiblen Vermögens von 70000 M. sowie über seine landwirthschaftliche und sonstige Qualifikation auszuweisen.

Die übrigen Pachtbedingungen und die Licitationsregeln, sowie die Karten, Register, Auszüge aus der Grundsteuermutterrolle und das Gebäude-Inventarium können vor dem Termine sowohl in unserer Domänen-Registratur während der Dienststunden als auch auf der Domäne Hammer bei den jetzigen Pächtern, der verwittweten Frau Amtsrath Busse und deren Sohn, Lieutenant Herrn Rudolf Busse eingesehen werden, welche nach vorheriger Anmeldung auch die Besichtigung der Pachtobjekte gestatten und sonstige Auskunft ertheilen werden.