Verkauf von Hotel Becker in Rakwitz

Dezember 15, 2017

Rakwitz. Hotelbesitzer Becker hat sein Hotel für den Preis von 50000 Mark an Herrn Schönrock in Wollstein verkauft. Die Übernahme erfolgt am 1. April. Meldung vom 24. Februar 1909.

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Waldbrand in Schwenten

Dezember 13, 2017

Schwenten. Der Waldbrand in der Königlichen Forst, welcher, wie wir bereits meldeten, am Sonntag nachmittag ausgebrochen war, hat doch größere Dimensionen angenommen, als anfangs zu erwarten war. Es soll eine Fläche von etwa 400 Morgen 18 bis 20jähriger Kiefernbestand vernichtet sein. Infolge der Trockenheit griff der Brand mit rasender Schnelligkeit um sich und die Versuche, das Feuer durch Ausheben von Gräben zu lokalisieren, scheiterten. Man mußte sich daher darauf beschränken, das Feuer an den breiten Wegen aufzuhalten. Über die Entstehung dieses, in kurzer Zeit zweiten Waldbrandes, hat Bestimmtes noch nicht festgestellt werden können. Doch nimmt man in beteiligten Kreisen vorsätzliche Brandstiftung für vorliegend an. Diese Annahme scheint umso mehr berechtigt zu sein, als das Feuer, wie sich ergeben hat, an drei Stellen zu gleicher Zeit ausgekommen ist. (Schreibweise original). Mai 1909.

Goldene Hochzeit

Dezember 11, 2017

Wiosker Hauland. Am 18. November feierten die Wilhelm Stengert´schen Eheleute das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Herr Pastor Flatau aus Jablone überbrachte dem Jubelpaar im höchsten Auftrage ein Gnadengeschenk von 50 Mark, außerdem spendete die Kirchengemeinde Jablone eine Bibel und Herr Pastor Flatau ein Gebetbuch. Der Ehemann steht im 79. und seine Lebensgefährtin im 70. Lebensjahre. (Schreibweise original). November 1909.

Anmerkung. Das gemeinsame Eheglück sollte noch bis 1912 währen. Im März des Jahres 1912 verstarb Wilhelm Stengert in seinem Geburtsort Wiosker Hauland – seine Eltern waren Christian Stengert und Dorothea Elisabeth Winter. Am 18.11.1859 ehelichte er seine Christiane Friederike Usche, welche im Dezember 1838 geboren wurde und die Tochter von Johann Gottlieb Usche und Johanne Louise Kutzner war.

Nur eine flimmernde Erinnerung

Dezember 7, 2017

Im Jahr 1847 wurde in Groß Nelke im Kreis Bomst in der Provinz Posen ein Mädchen namens Rosina Dorothea geboren. Genau zwei Jahre zuvor erblickte Johann August in dem gleichen Ort das Licht der Welt und ich bin geneigt anzunehmen, daß beide Kinder zusammen aufwuchsen und sich schon immer kannten. Vielleicht war ihre Vertrautheit intensiver Natur und entsprechend entwickelte sich eine romantische Liebe zwischen ihnen und so schlossen sie den Bund des Lebens zu Beginn des Jahres 1870. Möglicherweise traten sie auch nur aus pragmatischen Gründen in den Ehestand – das unendliche Meer der Zeit hat dieses Wissen gnadenlos mit sich fort gerissen. Im Mai jenen Jahres wurde ihre Verbundenheit mit der Geburt ihrer Tochter Emma gekrönt, welche hoffnungsvoll schreiend den temporären Weltgesang betrat. Doch das gemeinsame Glück – so es eines war – sollte mitnichten lange währen, denn die stets wahnsinnigen Politiker beschwörten einmal mehr die finsteren Wolken des Krieges herauf.

Und so entfaltete sich der Deutsch-Französische Krieg mit aller Macht am 19.07.1870. Auch Johann August sollte seinen unbedeutenden Beitrag in diesem absurden Konflikt leisten und wurde als Füsilier dem 1. Niederschlesischen Infanterie-Regiment Nr. 46 unterstellt. Wahrscheinlich war der Abschied von seiner geliebten Frau und seiner süßen Tochter ein schmerzhafter Moment für alle Beteiligten und ja, die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen werden alle in sich getragen haben. Doch wer konnte zu diesem Zeitpunkt auch nur im Ansatz erahnen, daß eine Rückkehr nimmermehr stattfinden würde? Wer wagte das Undenkbare zu denken?

Die Kompanie, in der Johann August eingesetzt war, nahm am 06.08.1870 in der Schlacht bei Wörth ihre tödliche Rolle ein und so hauchte der frisch vermählte Familienvater in einem Alter von nur 25 Jahren sein Leben aus – in der sinnlosesten Art und Weise, wie es nur in der Menschenwelt möglich ist. Seine kleine Tochter war an jenem Tage keine drei Monate alt. Und so weinten die Lieben in der Heimat und betrauerten ihren unersetzlichen Verlust, indessen das Gemetzel weiter tobte und seinen mörderischen Tribut einforderte. Die Trauer war nicht greifbar, der Schmerz nicht in Worte zu kleiden.

Rosina Dorothea blieb sieben Jahre lang allein – erst im Jahr 1877 trat sie erneut vor den Traualtar. In ihrer zweiten Ehe wurden sechs Kinder geboren und noch 1912 lebte sie in Karpitzko – nicht weit entfernt von ihrem Geburtsort. Vielleicht gedachte sie in der Rüste ihres Lebens an ihr kurzes Eheglück, damals im Jahr 1870 – was längst zu einer flimmernden Erinnerung der kalten, toten Vergangenheit wurde. Als schlußendlich ihr Leben beschlossen wurde, waren nun auch die letzten Gedanken daran vergessen – für immerdar. Die stillen Tränen waren nunmehr getrocknet; für alle Zeiten. Doch heute soll ihnen mit diesem meinem Artikel gedacht werden; an Rosina Dorothea & Johann August – an ihre einstige Liebe, die nur so kurz lächeln durfte.

Die unbekannte Hochzeitsgesellschaft. Akt V.

Dezember 6, 2017

Das nachfolgende Photo einer Hochzeitsgesellschaft entstand Anfang der 1930er Jahre und wurde wahrscheinlich in der Wollsteiner Gegend, vielleicht in Dombrofker Hauland, Barloschen, Karpitzko, Komorowo Hauland oder Blumer Hauland; möglicherweise auch in der Region um Borui, Rakwitz oder Rothenburg an der Obra im Kreis Bomst in der Provinz Posen aufgenommen.

Wer erkennt die bisher namenlosen Personen von der längst vergangenen Feierlichkeit, doch auf diesem Bild dokumentierten Zusammenkunft und kann sie identifizieren? Jedweder Hinweis in diesem Kontext ist willkommen.

Namenlose Soldaten

Dezember 1, 2017

Das nachfolgende Photo zeigt zwei namenlose Soldaten. Die Bilder entstanden ungefähr um 1940 herum und wurden sehr wahrscheinlich in der Wollsteiner Gegend, vielleicht in Dombrofker Hauland, Barloschen, Karpitzko, Komorowo Hauland oder Blumer Hauland; möglicherweise auch in der Region um Borui, Rakwitz oder Rothenburg an der Obra im Kreis Bomst in der Provinz Posen aufgenommen.

Wer erkennt die bisher namenlosen Personen aus längst vergangenen Zeiten und kann sie identifizieren? Jedweder Hinweis in diesem Kontext ist willkommen.

Wollsteiner Jäger

November 26, 2017

In den letzten Februartagen des Jahres 1930 kamen die auf diesem Bild versammelten Jäger aus Wollstein zusammen, um ein Mitglied ihrer Zunft angemessen zu würdigen – der Anlaß war sein fünfzigjähriges Jubiläum als Jäger. Der Jubilar kam aus Dombrofker Hauland, Kreis Bomst.

Vielleicht kann ein Nachfahre jener Jäger aus Wollstein den einen oder anderen identifizieren. Jedweder Hinweis in diesem Kontext ist willkommen.

Katholische Querelen in Wollstein

November 23, 2017

In Wollstein erregt das Vorgehen eines katholischen Geistlichen unliebsames Aufsehen. Derselbe weigerte sich, am Begräbniß eines Mitgliedes des Kriegervereins theilzunehmen, wenn der Verein bei der Leichenfeier nicht Fahne und Trommler zurückziehe; der Kriegerverein entfernte sich daher und mit ihm die Träger des Sarges, so daß das Begräbniß eine Verzögerung erlitt.

Ein ähnlicher Vorfall hatte sich an Kaisers Geburtstag abgespielt. Der Kriegerverein marschirt an diesem Tage regelmäßig in die Kirche und zwar jedes Jahr in eine andere. In diesem Jahre war die Reihe an der katholischen Kirche; der Geistliche ließ aber dem Kriegerverein sagen, daß er nur ohne Fahne in die katholische Kirche kommen dürfe, und so zog derselbe wieder in die evangelische. (Schreibweise original). Vom 03. April 1891.

Die unbekannte Hochzeitsgesellschaft. Akt IV.

November 16, 2017

Das nachfolgende Photo einer Hochzeitsgesellschaft entstand Anfang der 1930er Jahre und wurde wahrscheinlich in der Wollsteiner Gegend, vielleicht in Dombrofker Hauland, Barloschen, Karpitzko, Komorowo Hauland oder Blumer Hauland; möglicherweise auch in der Region um Borui, Rakwitz oder Rothenburg an der Obra im Kreis Bomst in der Provinz Posen aufgenommen.

Wer erkennt die bisher namenlosen Personen von der längst vergangenen Feierlichkeit, doch auf diesem Bild dokumentierten Zusammenkunft und kann sie identifizieren? Jedweder Hinweis in diesem Kontext ist willkommen.

Heirat in der Umgebung von Wollstein. Akt II.

November 15, 2017

Das nachfolgende Photo einer Hochzeitsgesellschaft entstand in den 1930er Jahren und wurde in der Umgebung von Wollstein, wahrscheinlich in Dombrofker Hauland, Barloschen, Karpitzko, Komorowo Hauland oder Blumer Hauland; vielleicht auch in der Region um Borui, Rakwitz oder Rothenburg an der Obra im Kreis Bomst in der Provinz Posen aufgenommen.

Ich bin geneigt anzunehmen, daß alle Personen in dieser Momentaufnahme in die unendliche Vergänglichkeit eingetreten sind. Auf dieser Seite leben sie weiter und möglicherweise findet sich jemand, der einige der namenlosen Gäste identifizieren kann. Jedweder Hinweis in diesem Kontext ist willkommen.

Die unbekannte Hochzeitsgesellschaft. Akt III.

November 13, 2017

Das nachfolgende Photo einer Hochzeitsgesellschaft entstand in den 1930er Jahren und wurde wahrscheinlich in der Wollsteiner Gegend, vielleicht in Dombrofker Hauland, Barloschen, Karpitzko, Komorowo Hauland oder Blumer Hauland; möglicherweise auch in der Region um Borui, Rakwitz oder Rothenburg an der Obra im Kreis Bomst in der Provinz Posen aufgenommen.

Wer erkennt die bisher namenlosen Personen von der längst vergangenen Feierlichkeit, doch auf diesem Bild dokumentierten Zusammenkunft und kann sie identifizieren? Jedweder Hinweis in diesem Kontext ist willkommen.

Heirat in der Umgebung von Wollstein

November 12, 2017

Das nachfolgende Photo einer Hochzeitsgesellschaft entstand im Jahr 1938 und wurde in der Umgebung von Wollstein, wahrscheinlich in Dombrofker Hauland, Barloschen, Karpitzko, Komorowo Hauland oder Blumer Hauland; vielleicht auch in der Region um Borui, Rakwitz oder Rothenburg an der Obra im Kreis Bomst in der Provinz Posen aufgenommen.

Ich bin geneigt anzunehmen, daß alle Personen in dieser Momentaufnahme in die unendliche Vergänglichkeit eingetreten sind. Auf dieser Seite leben sie weiter und möglicherweise findet sich jemand, der einige der namenlosen Gäste identifizieren kann. Jedweder Hinweis in diesem Kontext ist willkommen.

Silberne Hochzeit in Essen

November 11, 2017

Das nachfolgende Photo entstand im Jahr 1926 in Essen, wahrscheinlich in der Stoppenberger Straße. Jene Gäste versammelten sich einst, um eine Silberne Hochzeit zu feiern. Leider sind einige Menschen auf diesem Bild unbekannt.

Wer erkennt die bisher namenlosen Personen von der längst vergangenen Feierlichkeit, doch auf diesem Bild dokumentierten Zusammenkunft und kann sie identifizieren? Jedweder Hinweis in diesem Kontext ist willkommen.

Die unbekannte Hochzeitsgesellschaft. Akt II.

November 10, 2017

Das nachfolgende Photo einer Hochzeitsgesellschaft entstand im Juni 1931 und wurde wahrscheinlich in der Wollsteiner Gegend, vielleicht in Dombrofker Hauland, Barloschen, Karpitzko, Komorowo Hauland oder Blumer Hauland; möglicherweise auch in der Region um Borui, Rakwitz oder Rothenburg an der Obra im Kreis Bomst in der Provinz Posen aufgenommen.

Wer erkennt die bisher namenlosen Menschen aus längst vergangenen, aber nicht vergessenen Zeiten auf diesem Bild und kann sie identifizieren? Jedweder Hinweis in diesem Kontext ist willkommen.

Die unbekannte Hochzeitsgesellschaft

November 9, 2017

Das nachfolgende Photo einer Hochzeitsgesellschaft entstand im November 1933 und wurde wahrscheinlich in der Wollsteiner Gegend, vielleicht auch in der Region um Borui, Rakwitz oder Rothenburg an der Obra in der Provinz Posen aufgenommen.

Wer erkennt die bisher namenlosen Menschen aus längst vergangenen, aber nicht vergessenen Zeiten auf diesem Bild und kann sie identifizieren? Jedweder Hinweis in diesem Kontext ist willkommen.

Menschenmaterial

November 8, 2017

Die Witwe Katharina Janek in Kielpin bei Wollstein in Posen erhielt kürzlich vom Generaloberst von Woyrsch einen Kartenbrief folgenden Inhalts: „Heute früh stand einer Ihrer Söhne als Posten vor meinem Quartier. Er sagte mir, daß Sie acht Söhne ins Feld geschickt haben und daß Ihr neunter Sohn auch bald nachfolgen werde. Ich gratuliere Ihnen, neun Söhne fürs Vaterland gegen den Feind zu schicken. Darauf können Sie als Mutter stolz sein. Das macht Ihnen so leicht keine andere Mutter nach. … schütze Sie und Ihre neun Söhne.“ – Einer von den neun ist inzwischen gefallen; vier sind verwundet.

(Schreibweise original). Vom 16.10.1915.

Wenn ich die Seitenzweige meiner Familie einbeziehe, komme ich nach dem aktuellen Kenntnisstand auf 40 Männer, die im ersten Weltkrieg stolz für ihr Vaterland starben; im zweiten Weltkrieg noch 13 Männer. Andere militärische Possen in den Jahrzehnten zuvor lasse ich an dieser Stelle außen vor. Fürwahr, darauf kann man wahrlich stolz sein, wenn die eigenen Kinder in absurden Kriegen abgeschlachtet werden – in welcher Form auch immer. Spezies Mensch – barbarisch, primitiv und unendlich einfältig. Nun, ich bin darauf keineswegs stolz. Und hat diese Rasse je aus einem Krieg gelernt?

Meldungen aus Ratzebuhr, Pommern

November 3, 2017

Die Frau des Landmanns Rehbein in Abbau Ratzebuhr hat ihren Mann, mit welchen sie bei der Kindtaufe in Streit gerieth, erschlagen. Dieselbe wurde verhaftet.
Vom 02.06.1881.

Es brannten alle Wirtschaftsgebäude des Besitzers Ziesmann auf Abbau Ratzebuhr ab. Man nimmt an, daß Obdachlose, die in der Scheune eine Schlafstelle suchten, dieselbe in Brand gesteckt haben.
Vom 01.11.1894.

Der dem Trunke ergebene Instmann Gläske auf Abbau Ratzebuhr lebte mit seiner Frau in Unfrieden und mißhandelte sie oft. Als er neulich Nachts wieder angetrunken nach Hause kam, schlug er in barbarischer Weise mit dem Stocke auf die schlafende Frau ein, bis sie todt war. Darauf schleifte der Unmensch die Leiche in einem Bettuch hinaus auf den Schnee. Die Tochter der Unglücklichen wäre vom gleichen Schicksal betroffen worden, wenn sie nicht durch die auf ihr Geschrei herbeieilenden Nachbarn gerettet worden wäre. Der Mörder ist in das Gerichtsgefängnis eingeliefert worden.
Vom 18.04.1895.

Zahlreiche Glückwünsche gingen den Eheleuten Lehrer a. D. Winkler und Frau anläßlich ihrer goldenen Hochzeit zu.
Vom 27.05.1901.

Der hiesige Kriegerverein feierte sein fünfundzwanzigjähriges Bestehen. Aus der Umgegend hatten sich 13 Kriegervereine, ferner aus unserer Stadt sämmtliche Vereine zu dieser Feier eingefunden.
Vom 10.09.1903.

Schändlich zugerichtet wurde der Schneidermeister Ziemer aus Königsdorf. Nach der Kriegervereinssitzung kam es zwischen den Kameraden zu heftigen Auseinandersetzungen, so daß der Wirth einigen Mitgliedern das Lokal verwies. Draußen erhielt nun Ziemer mehrere Messerstiche. Ziemer, der das Blut nicht stillen konnte, begab sich mühsam zu einem Besitzer, den er um Fuhrwerk zum Arzt bat. Aber auch hier schlug man mit Stöcken und einer Wagenzunge derart auf ihn ein, daß ihm der rechte Fuß vollständig zerschmettert wurde. Der Unglückliche liegt jetzt schwerkrank darnieder.
Vom 23.04.1904.

Die Besitzer Gustav Lenzschen Eheleute in Ratzebuhr Abbau, Kreis Neustettin, haben ihre 230 Morgen große Wirtschaft für 77,000 Mark an den Rentner Paul Konschak aus Posen verkauft.
Vom 09.10.1913.

(Schreibweise original).

Der Sedan-Rausch

November 1, 2017

Alexandrienne Chalin klagt gegen ihren Gattin Louis Viktor Chalin auf absolute Scheidung wegen Ehebruchs. In der Klageschrift wird der Verklagte beschuldigt, die Klägerin im Mai 1875 in böswilligter Weise verlassen zu haben, um mit Adrienne Berthol in wilder Ehe zu leben; ferner, daß der Verklagte Vater eines illegitimen Kindes der Wittwe Franziska Salter sei. Die Klägerin bittet um die Gewährung von Alimenten, da sie krank und fast blind ist.

Der Verklagte bestreitet die Wahrheit die Angaben der Klägerin und macht geltend, daß seine angebliche Geliebte Adrienne über 60 Jahre alt sei und er das Kind der Wittwe Salter mit der Zustimmung seiner Gattin im Jahre 1874 adoptirt habe. Die Veranlassung zu der freiwilligen Trennung von seiner Gattin habe diese selbst geliefert.

Vor dem deutsch-französischen Kriege sei die Ehe eine friedfertige und glückliche gewesen. Nach dem Ausbruche desselben haben jedoch stets Hass und Zorn geherrscht, da seine Frau in Anbetracht der glänzenden Siege ihrer Landsleute (Klägerin ist eine geborene Deutsche und der Verklagte Franzose von Geburt) die unbedingte Alleinherrschaft im Hause beanspruchte und den Verklagten schlimmer, als einen Kriegsgefangenen behandelt habe.

Seit Sedan, so fährt der Verklagte in seiner Replik fort, sei sein häusliches Leben eine Höllenpein gewesen, und jeder Protest habe die höhnischen Bemerkungen, „Sedan, kusch dich!“, oder „Lulu, es gibt Kloppe!“ nach sich gezogen. Außerdem habe die Klägerin die bekannten Siege ihrer Landsleute bei´m Biere gefeiert und mit dieser Art Feier lange Zeit nach dem Friedenschlusse, der leider nicht den in der Ehe nach sich zog, bis zur Trennung fortgefahren, d.h. sie habe sich alltäglich einen „Sedanrausch“ angetrunken. Richter Lawrence behielt sich Betreffs der Bewilligung von Alimenten die Entscheidung vor. (Schreibweise original). Vom 14. Dezember 1878.

Von einem Opfer der Eitelkeit

Oktober 28, 2017

Ueber ein Opfer der Eitelkeit wird aus Greiz berichtet: „Aus dem Parksee in Greiz zog man gestern die Leiche eines seit einigen Wochen aus Tauendorf verschwundenen zwanzigjährigen Mädchens. Aus Eitelkeit hat sie ihrem Leben ein Ende gemacht. Sie hatte im Gesicht zahlreiche Sommersprossen. Um diesen Schönheitsfehler zu beseitigen, rieb sie sich mit einer ätzenden Flüssigkeit ein, die die Gesichtshaut bräunte und scheinbar immer weiter fraß. Hierdurch wurde das eitle Mädchen in große Erregung versetzt. In vollem Sonntagsstaat ging sie in den Park in Greiz, band einen schweren Stein um und stürzte sich in´s Wasser. Da der See bald darauf zufror, hat man die Leiche erst jetzt gefunden“. (Schreibweise original). Vom 31. März 1906.

Der schnöde Mammon & Tödliche Nachlässigkeit

Oktober 24, 2017

Die Mühlenbesitzer Kintzel´ischen Eheleute in Meseritz, welche sich von ihrem bedeutendem Baarvermögen nicht trennen mochten, benutzten ein in ihrer Wohnstube befindliches altes Kamin zur Aufbewahrung ihres Mammons. Kürzlich entstand in einem Schornstein, der mit diesem Kamin in Verbindung steht, ein Rußbrand; einige Funken fielen auf die aufbewahrten Geldpapiere und diese gingen in Flammen auf. Gesammtsumme des vernichteten Geldes soll sich auf nahe 50.000 belaufen. (Schreibweise original). Vom 14. August 1879.

In der Nähe von Meseritz stieß kürzlich bei Bowelwitz (korrekt: Bobelwitz) ein Zug, der von Birnbaum kam, mit einem Wagen des Kaufmanns Streiter zusammen. Der Wagen wurde zertrümmert. Der Kutscher des Gefährts erlitt tödliche Verletzungen. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß der Vertreter des beurlaubten Bahnwärters, der 23jährige Hugo Reschke, es unterlassen hatte, die Schranken zu schließen. Als Reschke sah, was er angerichtet hatte, ließ er sich von dem aus Bentschen kommenden Eisenbahnzug überfahren. (Schreibweise original). Vom 20. November 1914.