Meldungen aus der Provinz Posen. 1896, 1901 und 1904.

Dezember 7, 2016

(Text ist original)

Posen. Hier wurden auf dem evangelischen und dem jüdischen Friedhofe sämmtliche Denkmäler zertrümmert und die Gräber zertreten. Der Staatsanwaltschaft wurde sofort Anzeige erstattet.

Schildberg. Kürzlich sollte hier die Verheirathung des Kaufmannes B. aus Ostrowo, mit Frl. B., der Tochter einer Kaufmannswittwe, stattfinden. Kurz vor der Trauung sollte dem Bräutigam die Mitgift behändigt werden, 6000 Mk. B. hatte aber 8000 Mk. erwartet und verzichtete nun auf die Heirath. Er reiste ab und ließ die Braut im Hochzeitskleid zurück.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1896.

Schmiegel. Zur goldenen Hochzeit wurde dem Adolf Rolle´schen Ehepaar die Ehejubiläumsmedaille verliehen.

Schroda. Als der hiesige Lehrer Handke in der Fortbildungsschule unterrichtete, erklomm ein Individuum das Gesims des Fensters und feuerte einen Revolverschuß gegen den Lehrer ab. Dicht über dessen Kopf drang die Kugel in den Ofen ein. Der Thäter, wahrscheinlich ein bestrafter Schüler, verschwand in dem Gebüsch der angrenzenden Promenade.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1901.

Neutomischel. Die Wirthschaftsgebäude des Eigenthümers Johann Wolke brannten vollständig nieder.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1904.

Karne. Der Ackerbürger Johann Wenzel und dessen Ehefrau Marie, geb. Schicke, begingen in vollster körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische das 50jährige Ehejubiläum. Aus diesem Anlaß verlieh der Kaiser dem Jubelpaare die Ehejubiläumsmedaille

Quelle: Indiana tribüne. 1904.

Familiäre Vereinigung. Der Akt der Tränen.

November 29, 2016

Am 26.10.2016 veröffentlichte ich hier: 2016. In gut drei Wochen wird der bedeutendste Moment in meiner Forschung auf mich hernieder fallen. Nach 126 Jahren der familiären Trennung und Etablierung eines australischen Zweiges werden sich die Nachfahren der einstigen Auswanderer und der Zurückgebliebenen persönlich begegnen. Nach all der Zeit wird die Familie temporär vereint sein. Was gäbe ich dafür, wenn das jene Eltern von 1890 beobachten dürften, was würden sie dazu sagen? Als sie ihre Söhne ziehen sahen, hinterdrein winkten und sich weinend umarmten. Wir sind alle nur Gefangene der Zeit, doch in Kürze werden sich ihre Nachfahren umarmen. So schließt sich der Kreis. Nach all den Jahren, nach all den Jahren. Familie bleibt Familie.

Fürwahr. So kam es. Am 19.11. schlossen wir uns tatsächlich in die Arme. Die Nachfahren jener vor 126 Jahren ausgewanderten Altvorderen. Endlich. Ein zutiefst surrealer wie emotionaler Moment, den ich nur schwer realisieren konnte. Der Kreis schloß sich und die Reise von einst fand ihren temporären Schlußpunkt und wurde von jenen beendet, die lange nach den Menschen kamen, die sie initiierten. Ich hatte damit gerechnet, herzliche Menschen aus meiner weit, weit entfernten Familie kennenzulernen, doch eine derart intensive Herzlichkeit habe ich nicht erwartet. So kann es nicht irritieren, daß sie ohne zu Zögern den direkten Weg in mein Herz fanden. Unsere gemeinsame Zeit verflüchtigte sich rasant; nie zuvor in meinem Leben verging das Konstrukt der Zeit schneller. Das Ende dieser wertvollen Tage kam gnadenlos, ungerührt und unverzüglich daher. Unsere Verabschiedung war in der Tat höchst erschütternd und ja, einfach nur schrecklich – Tränen über Tränen. Wie kann man sich auch von lieben Menschen trennen, die sich eminent tief im Herz verankert haben? So endete also eine der wundervollsten Zeiten in meinem Leben mit einem Augenblick der traurigsten Minuten. Das ist das Leben.

So bleiben also nur die Erinnerungen an diese einzigartige Begegnung, die mich immerdar lächeln lassen. Und die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. Familie bleibt Familie. Wie wahr, wie wahr. Nie war dieser Satz je wahrer und von nachhaltigerer Intensität.

Gelebtes Leben

November 10, 2016

Im Jahre 1826 oder 1827 wurde ein Mädchen geboren, welches den schönen Namen Anna Dorothea erhielt. Ihre Eltern Michael und Rosina lebten im Kreis Meseritz in der Provinz Posen. Ihre erste Ehe schloß Anna Dorothea W. im Jahr 1851 mit Johann Christoph Bresch, welche leider auf Grund des frühen Todes ihres Mannes nicht lange währte. Zu Beginn des Jahres 1865 heiratete sie erneut – den 16 Jahre jüngeren Johann Carl August Hoffmann aus Neu Borui.

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Nach weiteren 40 Jahren der Verbundenheit fand auch diese Ehe ihr Ende, unter tragischen Umständen. Am 15.05.1905 früh um 06:00 Uhr fand Anna Dorothea Hoffmann ihren Tod in der Scheune durch Erhängen. Was mag sie bewogen haben, ihr Leben in dieser bewußt gewählten Form ein Ende zu setzen? Was muß sie alles ertragen oder erlitten haben, um jenen endgültigen Schritt zu wagen? Diese und andere Fragen lassen sich nimmermehr klären. Der Nebelschleier der unendlichen Vergänglichkeit hat all das Wissen mit sich gerissen und gnadenlos für immerdar in dem Zeitenfluß der Äonen begraben.

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Ihrem Todeseintrag nach – wurde sie am 02.09.1826 geboren; ihrem zweiten Heiratseintrag jedoch, entnehme ich den 18.04.1827 als Geburtsdatum.

Wie dem auch sei, Anna Dorothea verließ diese Welt vor über 111 Jahren und wahrscheinlich wird niemand mehr ihrer gedenken. Entgegen ihrem tragischen Lebensende hoffe ich dennoch, daß sie vielleicht ein angenehmes Leben oder zumindest wundervolle Momente in ihrer Lebenszeit erfahren durfte und ja, möglicherweise erlebte sie zahlreiche Augenblicke, in denen sie lächeln durfte. Nachträglich wünsche ich ihr das. Gelebtes Leben.

Meldungen aus der Provinz Posen. 1885 und 1887

November 4, 2016

Auf dem Heimwege von Schabenau nach Rechlau gerieth der Freigärtnersohn Pietsch von dort in ein Wasserloch und ertrank, in Wollstein verunglückte der Bädergeselle Herrmann als Opfer der Trunksucht.

Zu Kursdorf bei Fraustadt wurden sämmtliche Gebäude des Bauergutsbesitzers Jauer ein Raub der Flammen und zu Rogowo das Joh. Pietsch´sche Musteretablissement.

Quelle: Hermanner Volksblatt. 1885.

Der Forstsekretär Neumann von der Oberförsterei Mirau ist im Walde während eines Patrouillenganges erschlagen worden. Als der That dringend verdächtig sind der Wirth M. aus Neudorf und dessen Sohn, zwei berüchtigte Wilddiebe, verhaftet worden.

In Komorowo Hauland erhängte sich der Eigenthümer Julius Schulz. Ein Sohn der Taglöhnerin Both in Tirschtiegel und die Tochter des Schankwirths Köth sind ertrunken.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1887.

Rechtschreibung original.

Familiäre Vereinigung

Oktober 26, 2016

1890. Provinz Posen, ein Dorf nahe Wollstein im Kreis Bomst. Ein junger Mann voller unbändiger Lebensfreude beschließt, seine Heimstatt für immerdar zu verlassen. So bricht er also auf, in eine ungewisse Zukunft und wandert nach Australien aus. Noch im gleichen Jahr folgt ihm sein Bruder und nicht viel später zwei weitere Brüder. Auch sie folgen ihm nach Australien. Zurück bleiben in der Heimat die traurigen Eltern, eine Schwester und der jüngste Bruder. Letzterer wird sein Leben leben, stolz und erfolgreich – bis ein absurder Krieg im Jahre 1945 auch ihn zwingt, die jahrhundertealte Wiege seiner Vorfahren den Rücken zu kehren. Über 100 Jahre nach seiner Geburt wird er mein Urgroßvater werden. Ich bin geneigt anzunehmen, daß die ausgewanderten Brüder – bis auf einen – ihre Eltern und ihre Heimat nie wieder sahen. Was mögen die armen Eltern empfunden haben? Ihre geliebten Kinder für immer in die Fremde zu entlassen, bar jeder Hoffnung auf ein Wiedersehen? Für ein ganzes Leben? Ja, es wurde wohl ein Abschied für das Leben. Wehmütig vergeht die Zeit…

Mit den Brüdern, mit den Jahren und mit den Generationen verschwand im Zeitenfluß der Vergänglichkeit das Wissen um ihre Existenzen und ihre ureigenen Lebenswege. Eine Legende innerhalb der Familie entstand, verschwamm im grauen Nebelschleier der Zeit. Eine alte Tante sprach, „Irgendjemand ist mal ausgewandert, vielleicht nach Australien. Aber wer war das genau?“. Niemand wußte es mehr. Und wer konnte schon mit Sicherheit konstatieren, daß das der Wahrheit entsprach? Bevor ich jene Tante adäquat befragen durfte, verschloß das Leben diese Tür endgültig.

2004. Ein banaler Zufall sorgt dafür, daß ich zum Ahnenforscher werde. Es bedarf nicht viel Zeit und ich verliere mich in jener Thematik und betreibe die Genealogie mit Hingabe. In den nächsten Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Familie und kann viele Geheimnisse lösen, erkenne mannigfaltige Verbindungen; finde prominente Vertreter innerhalb der Familie – von denen niemand wußte – und löse Rätsel – die ich so in dieser Form immer noch fast für unmöglich halten würde, wenn ich das nicht selbst erlebte. Ja, das Leben hat Recht.

2014. Erneut lenkt der Zufall mein genealogisches Auge. Ich finde im Internet genealogische Daten einer australischen Forscherin, die ich mit meinen Beständen abgleiche und finde somit den ersten Hinweis auf einen ausgewanderten Bruder meines Urgroßvaters. So nimmt die nebulöse Legende also doch reale Konturen an. Ich schreibe die Dame unverzüglich an und bin überrascht, als sie auch wirklich antwortet. Von deutschen weitläufig Verwandten kenne ich das anders. In den nächsten zwei Jahren entsteht ein sehr herzlicher Kontakt und ja, ich kann die verwandtschaftliche Verbindung fühlen – hinweg über Zeit und Raum. Wir sind schließlich die Nachfahren einer Familie, ja, wir s i n d eine Familie.

2016. In gut drei Wochen wird der bedeutendste Moment in meiner Forschung auf mich hernieder fallen. Nach 126 Jahren der familiären Trennung und Etablierung eines australischen Zweiges werden sich die Nachfahren der einstigen Auswanderer und der Zurückgebliebenen persönlich begegnen. Nach all der Zeit wird die Familie temporär vereint sein. Was gäbe ich dafür, wenn das jene Eltern von 1890 beobachten dürften, was würden sie dazu sagen? Als sie ihre Söhne ziehen sahen, hinterdrein winkten und sich weinend umarmten. Wir sind alle nur Gefangene der Zeit, doch in Kürze werden sich ihre Nachfahren umarmen. So schließt sich der Kreis. Nach all den Jahren, nach all den Jahren. Familie bleibt Familie.

Wollsteiner Alltag, 1751-1754. Bedrückungen und Schulneubau. Teil III.

Oktober 19, 2016

Im Jahre 1751 wütete in der Umgegend eine verheerende Viehpest und brachte namentlich viele Mitglieder der hiesigen Gemeinde in die drückendste Armut. Am Anfang dieses Jahres erhielt auch Pastor Nickisch einen Ruf als Pfarrer nach Gurske bei Thorn, da er aber mit der Antwort zögerte, ward die Stelle anderweitig besetzt.

Im Jahre 1752 zeigte sich die große Verbitterung der katholischen Geistlichen wieder auf eine besonders bedrückende Weise. Der Propst von Kiebel entzog die evangelische Gemeinde Silz Hauland und der Propst von Siedlec die evangelische Gemeinde Neu Tuchorzer Hauland der hiesigen evangelischen Gemeinde ganz. Der Druck von Seiten der katholischen Geistlichen war überhaupt kaum zu ertragen. Dazu kam noch das Betrübendere, daß in der Gemeinde selbst große Mißhelligkeiten bestanden und der Pfarrer von einzelnen Gliedern die heftigsten Bitterkeiten und Kränkungen erzeigt wurden. Am Anfang des Jahres hatte der Kirchenvater Pätzold sein Amt niedergelegt, und es war an seine Stelle der Tuchmacher-Älteste Johann George Felsch getreten. Beim Schlusse des Jahres dankte auch der Kirchenvater Jäkel ab, und es folgt ihm Herr George Kutzke.

Auch das Jahr 1753 begann wieder mit großen Bedrückungen…

Der komplette Artikel (Teil III) ist im Wollstein-Ordner in der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

Wollsteiner Alltag um 1747. Vom Wechsel des Pastors und Bedrückungen. Teil II.

Oktober 4, 2016

Die Mitteilung der Nachrichten über die Ereignisse des Jahres 1748 beginnt Pastor Nickisch mit der schmerzlichen Klage über die inneren Uneinigkeiten in der Gemeinde. Dazu kamen am Anfange dieses Jahres neue Bedrückungen. Der Propst von Goscieszyn erließ einen Befehl, daß alle Evangelischen, die…

In diesem Sommer wurden in Silz mehrere Häuser, durch den Blitz entzündet, ein Raub der Flammen. Auch in Wollstein schlug das Gewitter bei dem Tischler Bock ein, aber wiewohl derselbe seinen Laden mit Holzspänen angefüllt hatte, wurde doch das Feuer bald gelöscht. Auch in Gloden brach eine Feuerbrunst aus.

Der komplette Artikel (Teil II) ist im Wollstein-Ordner in der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

Gedenkstein Wust. Zum Gedenken an die Gefallenen des ersten Weltkrieges.

September 28, 2016

Zur Erinnerung und als Mahnung an die Gefallenen des Ortes Wust (Land Brandenburg) hat die Gemeinde einen Gedenkstein aufgestellt. Die Inschriften enthalten die namentlichen Opfer dieses Ortes – zum stillen Gedenken. Vergiss, mein Volk, die treuen Toten nicht!

Photos des Gedenksteines sowie der Inschrift sind im internen Bereich der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

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Impressionen aus Komorowo Hauland und Borui

September 23, 2016

Das nachfolgende Photo zeigt die Kirche in Borui im August 2016 und auch zwei Impressionen vom Friedhof in Komorowo Hauland schließen sich an.

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Herzlichen Dank an Alwina für die Bereitstellung.

Weitere Photos in dem Kontext sind im internen Bereich der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

Gedenkstein Kablow. Zum Gedenken an die Gefallenen beider Weltkriege.

September 21, 2016

Zur Erinnerung und als Mahnung an die Gefallenen des Ortes Kablow (Cablow (Land Brandenburg)) hat die Gemeinde einen Gedenkstein aufgestellt. Die Inschriften enthalten die namentlichen Opfer dieses Ortes – zum stillen Gedenken.

Photos des Gedenksteins und der Kirche, sowie der Inschriften – auch als PDF-Dokument sind im internen Bereich der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

Herzlichen Dank an Alwina für die Bereitstellung.

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Zu Tode getanzt

September 16, 2016

Zu Tode getanzt hat sich an ihrem Hochzeitstage die Tochter des Zieglers Zühlke in Gadow (Provinz Posen). Nachdem sie Nachmittag und die ganze Nacht hindurch fast unaufhörlich getanzt hatte, bekam die junge Frau plötzlich einen Blutsturz und war in 1 ½ Stunden eine Leiche.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1893.

Offenbar handelte es sich hierbei um keine Einzelfälle; stellvertretend für weitere Begebenheiten dieser Art noch zwei weitere Beispiele aus der Provinz Brandenburg.

Thatsächlich zu Tode getanzt hat sich die 17jährige Emma Köhler, Verkäuferin in einem Geschäfte. Sie war erst seit einigen Tagen von einer Lungenentzündung geheilt, aus dem Krankenhause entlassen worden. Bei einem Tanzkränzchen ließ sie die ganze Nacht nicht eine Tour aus, obgleich sie Bruststechen verspürte. Um 2 Uhr Morgens brach sie in den Armen ihres Tänzers zusammen und starb in wenigen Minuten infolge eines Blutsturzes.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1889.

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Driesen. Zu Tode getanzt hat sich die 52jährige Ehefrau eines hiesigen Arbeiters. Auf einem Maskenballe hatte die corpulente Frau so eifrig getanzt, daß sie plötzlich leblos zu Boden stürzte. Ein Herzschlag hatte der Frau ein schnelles Ende bereitet.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1895.

Wollsteiner Alltag um 1747. Vom Wechsel des Pastors und Bedrückungen. Teil I.

September 12, 2016

Vierzehn Tage vor Pfingsten im Jahre 1747 erkrankte Pastor von Geißler, so daß er sein Amt von dieser Zeit an nicht mehr verwalten konnte. Eine Schwulst, die in den Füßen begann, trat in den Leib, verhärtete sich und hatte eine völlige Abzehrung zur Folge. Die Predigten verrichteten ein Kandidat Prätorius aus Goldberg, und Herr Pastor Vechner aus Rakwitz kam einen Sonntag nach dem anderen herüber, um den Gottesdienst und die actus ministeriales abzuhalten. In dessen Verhinderung aber trat Pastor Goldmann an seine Stelle. Von der Hand desselben empfing Pastor von Geißler, der immer schwächer wurde, am 04. September, nachdem er mit besonderer Innigkeit seine Gemeinde und seine Hausgenossen gesegnet hatte, in einem Alter von 55 Jahren, da er gegen 30 Jahre im hiesigen Pfarramt gestanden hatte und verschied am 06. September. Er hinterließ aus erster Ehe einen Sohn, der damals schon Pastor in…

Der komplette Artikel (Teil I) ist im Wollstein-Ordner in der Wollstein-Mailingliste abrufbar.

Suche in Pommern: Votzke, Hermann, Sagert und Sengpiehl

September 10, 2016

Gesucht werden Informationen und Hinweise im Kontext folgender Namen: Votzke, Hermann, Sagert und Sengpiel (Sengpiehl), primär vorkommend in den Orten Ratzebuhr, Flederborn und Wallachsee im Kreis Neustettin in Pommern.

Insbesondere die Lebenswege folgender Personen sind von Bedeutung:

* 1834, Carl Wilhelm Votzke.

* 1838, Carl August Votzke.
(änderte 1908 seinen Namen in Freiberg).

* 1843, Johanna Christiane Votzke.

* 1849, Friedrich Hermann Votzke.

* 1851, Bertha Albertine Votzke.

Jedwede Information ist willkommen, explizit auch ein Kontakt mit möglichen Nachfahren.

Heiraten Auswärtiger in Borui

September 3, 2016

Vor dem unterzeichneten Standesbeamten erschien heute am 07.03.1879 zum Zweck der Eheschließung: 1. Der Einwohnersohn August Ferdinand Beyer, geb. 1854 zu Ball im Kreis Saatzig, Sohn des Instmann Peter Beyer und dessen Ehefrau Maria Hein zu Ball im Kreis Saatzig.

2. Die unverehelichte Juliane Augustine Damsch, geb. 1854 zu Neu Borui, Tochter des Einwohners Johann Gottlieb Damsch und dessen Ehefrau Dorothea Rosina Kubsch zu Neu Borui.

Quelle: Standesamt Borui.

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Am 05.02.1872 wurden in hiesiger evangelischen Kirche getraut: Junggesell Friedrich Bernhard Briese, Bauaufseher bei der Königlichen Ostbahn zu Deutsch Eylau, Sohn des zu Schloß Filehne verstorbenen Kaufmanns und Gastwirthes, Herr Johann Christoph Briese und dessen ebenfalls verstorbene Ehefrau Wilhelmine, geb. Schmidt, mit Jungfer Rosina Emilie Ortlieb zu Bukowiec, Tochter des Herrn Wilhelm Heinrich Ortlieb, Tischlermeister, Eigenthümer, Gastwirth und Mitgliedes im Gemeindekirchenrath daselbst, und dessen Ehefrau Caroline Schwadtke.

Der Bräutigam wurde 1843 geboren. Die Braut wurde 1850 geboren.

Quelle: KB Borui

Meldungen aus der Provinz Posen. 1900, 1904 und 1914

August 31, 2016

Friedheim. Beim Häckselschneiden erlitt der Pächter Kühn beim Herausziehen einer ins Getriebe gerathenen Schaufel, wobei er einen Schlag gegen den Unterleib erhielt, so schwere innere Verletzungen, daß er nach kurzer Zeit verstarb.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1900.

Jablone. Eigenthümerfrau Elisabeth Neumann von hier wurde von einem aus Bentschen kommenden Zuge kurz vor dem zur Stadt führenden Überwege überfahren. Sie war auf der Stelle todt. Als Grund zum Selbstmorde wird angegeben, daß die Neumann sich gegen ihren Willen verheirathen mußte, welcher Umstand nach drei Jahren zur Ehescheidung führte und jetzt nach verlorenem Prozeß die Unglückliche in den Tod trieb.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1904.

Grätz. Die Diphtheritis herrscht hier hart. In sieben Familien liegen Kinder an der Krankheit darnieder.

Quelle: Scranton Wochenblatt. 1914.

Tod einer Gänsehirtin

August 14, 2016

Am 22.12.1829 verstarb in einem mutmaßlichen Alter von 70 Jahren: Marie Elisabeth – „Familienname unbekannt“. Ihre Eltern: „sind völlig unbekannt“. Anmerkung: „War früher Gänsehirtin, aß zuletzt Gnadenbrodt“.

Unbekannt

Was für ein trauriges Ende einer Dame. Sie wurde vielleicht um 1760 herum geboren, blickte sodann hoffnungsfroh in die Zukunft, voller lebensfroher Träume und Erwartungen und lebte wahrscheinlich doch nur ein hartes und einfaches Leben, welches hoffentlich auch glückliche Momente für sie bereit hielt. Wer mag diese Marie Elisabeth gewesen sein? Wo kam sie her und hatte sie Kinder, Nachfahren? Nimmermehr lassen sich diese Fragen klären; sie zog als ein nebulöses Nichts in das Kirchenbuch im Jahr 1829 ein. Ihr Familienname schien bereits zu Lebzeiten in die tiefe Finsternis eingetreten zu sein – gnadenlos in das große Nichts geweht. Und so steht sie bis heute in den Annalen – als eine namenlose Dame, deren Herkunft für immerdar ein Geheimnis bleiben wird. Hätte sie je damit gerechnet? Ein trauriges Schicksal, welches niemanden zuteil werden sollte. Mit diesem Eintrag möge ihrer gedacht werden und ich wünsche ihr von Herzen im Nachhinein – daß sie viele angenehme Augenblicke in ihrem Leben erfahren durfte. Marie Elisabeth – mögest Du oft gelächelt haben!

Heirat und Scheidung von Friedrich Görs und Gertrud Helene Lange

August 9, 2016

Am 10.01.1912 heirateten in Briesen (Westpreußen) der Friseur Friedrich Johann Max Görs, geb. 11.12.1888 in Adlershorst, Kreis Bromberg (Posen), Sohn der unverehelichten Schneiderin Johanna Schade, wohnhaft in Bromberg und Adoptivsohn des pensionierten Weichenstellers Johann Görs, zuletzt wohnhaft in Prinzenthal in Bromberg

und die

Verkäuferin Gertrud Helene Lange, geb. 22.07.1892 in Bahrendorf, Kreis Briesen, Tochter des Chausseeaufsehers Gustav Lange und Emma Abraham.

Im Jahr 1917 wurde die Ehe geschieden. Zu diesem Zeitpunkt war der Friseurgehilfe Friedrich Görs, Soldat im 1. Ersatz-Bataillon, Infanterie-Regiment 61 in Thorn. Weitere Ehen schloß er in den Jahren: 1917, 1925 und 1941. Die fünfseitige Scheidungsausfertigung liegt mir in digitaler Form vor und erläutert im Einzelnen die Gründe und den näheren Sachverhalt.

Urteil_1917

Wer als Nachfahre oder Verwandter Interesse bekundet, kann die Ausfertigung bei mir anfordern.

Zufallsfunde in Karge. Rüdiger 1893, Grunwald 1895, Reichmann 1898

August 6, 2016

Am 04.08.1893 verstarb Eleonore Anna Rüdiger, verehelichte Wilhelm Linke in einem Alter von 65 Jahren. Sie wurde in Nieder-Siegersdorf, Kreis Freistadt in Schlesien geboren und lebte zuletzt in Karge. Ihre Eltern waren der Schiffer Gottlieb Rüdiger und dessen Ehefrau Anna Rosina Purtz, beide verstorben und zuletzt in Nieder-Siegersdorf.

Am 02.06.1895 verstarb Charlotte Grunwald, verehelichte Ökonomie-Rat und Rittergutsbesitzer August Rothe in einem Alter von 80 Jahren. Sie wurde in Guhrau in Schlesien geboren und lebte zuletzt in Karge Dominium.

Am 24.04.1898 verstarb Auguste Reichmann, verehelichte Lehrerwitwe Wilhelm Degen in einem Alter von 69 Jahren. Sie wurde in Neiße in Schlesien geboren und lebte zuletzt in Karge. Ihre Eltern waren der Königliche Exekutor Karl Reichmann und dessen Ehefrau Maria Schimpe, beide verstorben zu Wollstein.

Quelle: Standesamt Karge

Zufallsfunde in Karge. Heißner 1908, Thoms 1911, Zschäkel 1914

August 5, 2016

Am 23.03.1908 verstarb die Witwe und Wirtschafterin Auguste Heißner, verehelichte Brömmer in einem Alter von 65 Jahren. Sie wurde in Rastenberg bei Weimar geboren und lebte zuletzt in Karge, Gut.

Gemeldet vom herrschaftlichen Gärtner Gustav Niedergesäß.

Am 23.12.1911 verstarb die Witwe Elma Thoms, verehelichte Zahlmeister von Taschitzki in einem Alter von 81 Jahren. Sie wurde in Seidenberg in Schlesien geboren und lebte zuletzt in Karge, Oberdorf. Ihre Eltern waren der Obersteuer-Kontrolleur Wilhelm Thoms und Rosahilde Wettig.

Gemeldet von Flora von Taschitzki, verehelichte Lehrerfrau Gräber.

Am 08.06.1914 verstarb der Schützenhausbesitzer Gustav Adolf Zschäkel in einem Alter von 54 Jahren. Er wurde in Groß Zschachwitz bei Dresden geboren und lebte zuletzt in Karge, Oberdorf mit seiner Ehefrau Johanna Karoline Fiedler. Seine Eltern waren Karl Zschäkel, verstorbener Prinz Reuß´scher Gärtner und Friederike – beide zuletzt in Trebschen.

Gemeldet von der Ehefrau.

Quelle: Standesamt Karge

Aus dem Alltagsleben in Wollstein von 1738 bis 1740

Juli 30, 2016

Im Februar des Jahres 1738 kam ein Kirchenvisitator, der Archidiakonus Pawlowski, hier an. Er benahm sich höflich gegen Pastor von Geißler und ließ sich die Privilegien zeigen. Man benutzte diese Gelegenheit, um die Erlaubnis zur Reparatur des Turmes nachzuholen, wie erstaunt aber waren alle, da der Revisor 30 Dukaten für diese Erlaubnis forderte. Die Vorsteher beschlossen, für jetzt von diesem Gesuche abzusehen, aber es wurde ihnen erklärt, daß, wenn sie die 30 Dukaten nicht gäben, sie die Kirchenprivilegien nicht zurückerhalten würden. In dieser Not legte sich Pastor von Geißler aufs Bitten und erlange eine Ermäßigung bis auf 20 Dukaten, außer welcher Summe aber noch jedem Einzelnen aus der ansehnlichen Begleitung des Revisors bis zum Küchenjungen herab ein Geschenk gegeben werden mußte. Auch nahm der Revisor bei seiner An- und Abreise jedesmal ein ansehnliches Frühstück beim Pastor von Geißler ein. Es wurde ihm nun eine schriftliche Erlaubnis zur Ausführung des Turmbaues übergeben, von welcher man sogleich Gebrauch machte.

Baumeister Ebermann und Schlosser Grosser führten diesen Reparaturbau aus. Der genannte Revisor veranlaßte auch eine Veränderung in Betreff der Abgabe an den Pleban, die nicht eben zum Vorteile der evangelischen Gemeinde gereichte. Die evangelische Bürgerschaft vereinigte sich dahin, daß von nun an jeder Hausvater jährlich zwei Floren zur Entrichtung der Abgabe an den Pleban beitragen sollte. Im April dieses Jahres wurde noch der Pfarrer mit 170 Talern dafür bestraft, daß er im herrschaftlichen Hause zu Groß Nelke eine Trauung vorgenommen hatte. Auch wegen des erwähnten Turmbaues wurde die Gemeinde verklagt, als wäre die Erlaubnis überschritten worden. Der Propst von Ruchotsche untersuchte diese Sache und veranlaßte schon dadurch nicht unbedeutende Kosten.

Außer diesen immer wiederkehrenden, drückenden Abgaben mußte die Kirche auch an den Generalsenior der lutherischen Glaubensgemeinschaft in Groß-Polen einen jährlichen Beitrag zur gemeinschaftlichen Kasse zahlen, der nicht bestimmt gewesen zu sein scheint.

Im Januar 1739 legte der Kirchenvater Kolberg sein Amt nieder, und es trat B. A. Klein, Schwarz- und Schönfärber an seine Stelle. Die Kirche war damals 1760 Floren schuldig. Betrübend war der Abfall des Schneiders Rauwald, der aus Beuthen hierher gezogen kam, sich mehrere Jahre wohl genährt hatte und aus Ehrgeiz zur katholischen Kirche überging. Während eines sehr starken Gewitters wurde in Tloker Hauland der Wirt Bartsch mit seiner Frau und einem Dienstknaben vom Blitz erschlagen. In diesem Jahr machten noch mitten im Sommer die Wölfe viel Schaden.

Im Januar 1740 legte auch Blache sein Kirchenvateramt nieder, und es trat an seine Stelle Elias Pätzold, Bürger- und Bäckermeister, zur Seite des seitherigen Kirchenvaters Klein. In diesem Jahr war nichts von ungewöhnlichen Bedrückungen zu melden, dafür herrschte eine ungewöhnlich starke Kälte. Im See waren die Fische erfroren, und wer von denselben des Verbotes ungeachtet aß, erkrankte tödlich. Im Mai richteten die Schlossen, jedoch nur dicht um die Stadt herum, eine größere Zerstörung an. Der Pfarrer trat im Juli desselben Jahres nach achtzehnjährigem Witwenstand zum zweiten Male in den Ehestand mit Maria Magdalene, Witwe des Pastors Fiedler aus Schmiegel, geborene Heynin.

Quelle: Heinrich Gerlach: „Chronik der evangelisch-lutherischen Kirche und Gemeinde zu Wollstein von 1602 bis 1839“.