Mord, Unglück und Rettung im Jahre 1866

März 29, 2017

(Schreibweise original)

Mord. Am 8. d. Mts. ist der Einlieger Carl Richter aus Wygoda plugawska, Schildberger Kreises, durch einen Schuß getödtet worden, ohne daß es bis jetzt gelungen ist, den Mörder zu ermitteln. Wir setzen deshalb eine Prämie von 100 Thalern demjenigen aus, der uns den Thäter dergestalt nachweist, daß derselbe zur gerichtlichen Untersuchung und Bestrafung gezogen werden kann.

Unglück. Der Schneidermeister Elias Kopp zu Pudewitz hat den am 05. Juni in dem kleinen See bei Pudewitz ertrunkenen Bäckergesellen Daniel Behnke mit eigener Lebensgefahr aus dem Wasser geholt; auch hat derselbe sich bemüht, die gewöhnlichen Mittel zur Wiederbelebung des Ertrunkenen, jedoch ohne Erfolg, anzuwenden. Wir bringen diese That hiermit belobigend zur öffentlichen Kenntniß.

Rettung. Der Destillateur David Scheerer zu Bentschen hat am 14. Januar d. J. den Knaben Paul Lehmann, welcher auf dem Obra-Flusse durch das Eis gebrochen und in Gefahr gerathen war, zu ertrinken, durch Entschlossenheit und Umsicht vom Tode gerettet. Wir bringen diese That hiermit belobigend zur öffentlichen Kenntniß.

Rettung, Flucht und Tausch im Jahre 1865

März 24, 2017

(Schreibweise original)

Rettung. Dem Friedrich Günther, Sohn des Gerbermeister Günther hierselbst (Stadt Posen), ist für die von ihm bewirkte Rettung des Strafgefangenen Jakob Grabowski vom Tode des Ertrinkens die Erinnerungsmedaille verliehen worden.

Flucht. Der aus Friedrichsfeld, Kreises Krotoschin, gebürtige durch das hiesige Kommantur-Gericht wegen versuchten Todtschlages, dritter Desertion im Frieden, Wilddiebstahl und anderer Vergehen zu langjähriger Zuchthausstrafe verurtheilte Anton Szlachta ist am 1. Juni wiederum aus dem Untersuchungsarrest der hiesigen Königlichen Kommandantur entsprungen. Seit dieser Zeit soll sich Szlachta in den in der Nähe seines Geburtsortes liegenden fürstlich Thurn- und Taxisschen Forsten aufhalten und dort den Wilddiebstahl gewerbsmäßig betreiben. Wir setzen deshalb eine Prämie von 50 Thalern für die Ergreifung des Szlachta hiermit aus.

Tausch. Mit Genehmigung des Herrn Ober-Präsidenten ist die im Jagen 8a der Oberförsterei Mauche-Jaromierz, Kreises Bomst, belegene Parzelle von 2 Morgen Flächeninhalt, welche Seitens des Forstfiskus gegen eine gleich große, dem Müllermeister Kliem zu Neu-Tepperbuden gehörige, im Jagen 10b derselben Oberförsterei belegene Enklave eingetauscht worden, von dem Gutsbezirk der Oberförsterei Mauche abgetrennt und dem Gemeindeverbande Neu-Tepperbuden zugeschlagen, dagegen die seither dem Müllermeister Kliem gehörige, vorbezeichnete Parzelle unter Abzweigung derselben von dem Gemeindebezirke Neu-Tepperbuden mit dem Gutsbezirke der Oberförsterei Mauche vereinigt worden. Diese Bezirksveränderung wird in Gemäßigkeit des § 1. des Gesetzes über die ländlichen Gemeinde-Verfassungen in den sechs östlichen Provinzen der Monarchie vom 14. April 1856 hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Lehrattest von 1864

März 21, 2017

Carl Friedrich August Schütz, geboren am 18.11.1845 in Biesdorf, Kreis Torgau in Sachsen hat als Jägerlehrling in Lehre gestanden…

Sein Lehrattest vom 18.09.1864 mit Beurteilung und weiteren Details liegt mir vor. Wer als Nachfahre oder Verwandter Interesse bekundet, kann die Ausfertigung bei mir anfordern.

Mädchenmord und Brandstiftung

März 20, 2017

(Schreibweise original)

Am 23. d. M. ist die 13jährige Waldwärters-Tochter Agnes Domin zu Lomnitz in der Lomnitzer Heide mit durchgeschnittenem Halse und …
(ich verzichte hier auf weitere Einzelheiten)
ermordet gefunden worden. Der Thäter hat bis jetzt nicht ermittelt werden können. Wir setzen deshalb eine Prämie von 50 Thalern, welche wir nach Befinden der Umstände bis auf 100 Thalern erhöhen werden, demjenigen aus, der uns den Thäter dergestalt nachweiset, daß derselbe zur gerichtlichen Untersuchung und Bestrafung gezogen werden kann.

30. Oktober 1863

In der Stadt Buk haben in der neusten Zeit wiederholt Brandstiftungen stattgefunden, ohne daß es bis jetzt gelungen wäre, die Thäter zu ermitteln. Wir setzen demnach eine Prämie von 100 Thalern, welche nach Befinden der Umstände auf 200 Thaler erhöht werden soll, für denjenigen resp. diejenigen aus, welche die Brandstifter dergestalt nachweisen, daß dieselben zur Untersuchung und Bestrafung gezogen werden können.

15. Januar 1864

Bezirksveränderung und Körung im Jahr 1861

März 18, 2017

(Schreibweise original)

1. Die von dem Rittergute Komorowo, Kreises Bomst, verkauften Parzellen und zwar an:

C. Heyn
F. Bartsch
A. Schulz
E. Laubsch
J. Dohnke
F. Manski
J. Dokowiczund

und an die Schützengilde zu Wollstein sind mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern von dem Gutsverbande des Rittergutes Komorowo abgetrennt und mit dem Gemeindebezirke der Stadt Wollstein vereinigt worden.

Diese Bezirksveränderung wird in Gemäßigkeit des § 2. der Städteverordnung vom 30. Mai 1853 hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

4. September 1861

Detailanfragen können in der Wollstein-Mailingliste gestellt werden.

2. Bei den in diesem Jahre abgehaltenen Terminen (1861) zur Köhrung der Hengste im diesseitigen Departement sind nachstehend bezeichnete Beschäler geköhrt worden…

Genannt werden: Name und Wohnort des Eigentümers, Name, Alter, Größe, Rasse, Farbe und besondere Kennzeichen des Beschälers (Pferdes), Deckpreis.

Für die Kreise: Adelnau, Birnbaum, Bomst, Buk, Fraustadt, Kosten, Kröben, Krotoschin, Meseritz, Obornik, Pleschen, Posen, Samter, Schrimm, Schroda und Wreschen.

Detailanfragen können in der Wollstein-Mailingliste gestellt werden.

Parzellenbesitzer und Seidenproduzenten

März 16, 2017

(Schreibweise original)

1. Der Besitzer des Ritterguts Jablona stara (Wioska), im Kreise Bomst, hat von dieser Besitzung 67 Parzellen mit einer Gesammtfläche von 929 Morgen 177 Ruthen abgezweigt (März 1858), und sind diese Parzellen mit Genehmigung des Herrn Ober-Präsidenten der Provinz mit den benachbarten Gemeindebezirken vereinigt worden, und zwar die Parzellen…

Die Namen der 67 Parzellenbesitzer, die Fläche und der Name des jeweiligen Gemeindebezirks können in der Wollstein-Mailingliste angefragt werden.

Anmerkung. Das gleiche gilt für die Neubildung von Lewitz Hauland (Kreis Meseritz) im Jahr 1859 mit 18 neuen Parzellen.

2. In Paradies im Kreis Meseritz existierte eine Seidenhaspel-Anstalt – die entsprechenden Produzenten um 1855 herum – können ebenfalls in der Wollstein-Mailingliste angefragt werden. Genannt werden die Namen, Charakter, Wohnort, Qualität und Quantität der Kokons und die jeweils ausgezahlte Prämie.

Bildungsanstalt für Erzieherinnen und Lehrerinnen 1855 in Posen

März 15, 2017

(Schreibweise original)

Die Aufnahme-Prüfung in der Königlichen Bildungs-Anstalt für Erzieherinnen und Lehrerinnen hierselbst findet am 06. August d. J. Statt. Junge Mädchen, welche sich Behufs ihres Eintritts in die Anstalt dieser Prüfung unterziehen wollen, haben sich unter Einreichung

1) eines Zeugnisses über sittliche Unbescholtenheit,
2) eines Schulabgang-Zeugnisses,
3) eines Tauf- und Konfirmationsscheins,
4) eines Gesundheit-Attestes, das von dem betreffenden Kreis-Physikus nach unserm Erlasse vom 07. Juli 1840 ausgestellt sein muß, und
5) eines in der Muttersprache abgefaßten Lebenslaufes

persönlich oder schriftlich, bei dem Direktor der Anstalt, Hrn. Dr. Barth vorher zu melden. Zur Aufnahme werden Uebung im schriftlichen Gedankenausdrucke in deutscher Sprache, Kenntniß der französischen Grammatik und fließendes Uebersetzen eines nicht gar zu schweren französischen Autors, Bekanntschaft mit den Hauptereignissen der Weltgeschichte und Kenntniß der Geographie des Preußischen Staats, gefordert. Einige Fertigkeit im Clavierspiel wird, wenn auch nicht zur Bedingung der Aufnahme gemacht, so doch gewünscht.

Für Wohnung und Beköstigung während ihres Aufenthalts in der Anstalt haben die Zöglinge, mit Ausnahme der in das Alumnat aufgenommenen, selbst zu sorgen. Das Honorar für den Unterricht, welches für die Zeit des zweijährigen Cursus 96 Reichsthaler beträgt, kann denjenigen Zöglingen, welche ein Dürftigkeitsattest beibringen, auf 60 Reichsthaler ermäßigt, und unter der Bedingung auch gestundet werden, daß sie sich verpflichten, in den ersten beiden Jahren nach ihrer Entlassung jede von uns für annehmbar erachtete und ihnen überwiesene Stelle in der hiesigen Provinz anzunehmen und jenes Honorar in den ersten drei Jahren nach ihrer Entlassung in jährlichen Raten á 20 Reichsthaler an die Anstalts-Kasse einzuzahlen.

12. Juni 1855

Unglück in der Weichsel-Niederung 1855

März 14, 2017

(Schreibweise original)

Ein Unglück wie es bisher nicht erhört war, hat die Weichsel-Niederungen im Regierungs-Bezirk Marienwerder betroffen. In der Nacht vom 26. zum 27. und vom 27. zum 28. März sind sämmtliche Weichseldeiche bei einem Wasserstande, der den höchsten bisher gekannten um sieben Fuß überstieg, an mehr als 30 Stellen gebrochen und die Niederungen überfluthet. Von Thorn bis zur Montauer Spitze herrscht seitdem der entfesselte Strom mit zerstörender Gewalt.

Scenen des herzzerreißendsten Jammers haben sich zugetragen. Wohlhabende Ortschaften sind theilweise, sind ganz vernichtet; viele ihrer Bewohner sind in den Fluthen umgekommen, andere haben nur das nackte Leben gerettet. Die Zahl der Opfer an Menschenleben ist noch nicht zu übersehen. Die Schätzung von mehr als hundert erscheint nach vorliegenden Berichten als eine mäßige. Wir fürchten, sie wird weit überstiegen werden.

In der Thorner Niederung ist die Hälfte aller Gebäude zerstört, die Hälfte allen Viehes umgekommen. In der Schwetz-Neuenburger Niederung ist die Ortschaft Rachaushof mit Allem, was darinnen war, fortgerissen, und drei bis vier aus den Fluthen hervorragende Dächer zeigen den Ort an, wo bisher das Dorf Treul mit 60 Wohnhäusern stand.

Tausende von Menschen sind mit Lebensgefahr von den Dächern und Böden, von schwimmenden Häusern und Eisschollen heruntergeholt, und auf die Höhe in Sicherheit gebracht. In die Stadt Graudenz sind 800, in die Festung 200, in Marienwerder 500 aufgenommen. Viele haben sich selbst auf die benachbarten Berge und auf die stehen gebliebenen Dammstrecken gerettet, und sind dort bis jetzt ohne Unterkunft.

Diese unglücklichen Flüchtlinge sind, mit wenigen Ausnahmen, nicht etwa solche, die früher wohlhabend waren, sondern es sind Käthner und Einwohner, deren Wohnungen vernichtet sind, und die in dem, was sie einbüßten, ihr Alles verloren haben.

Die Menschenpflicht ruft, diese Unglücklichen vor dem Hunger zu schützen, für die Kranken unter ihnen zu sorgen, und Anstalt zu treffen, daß die Dürftigen weiterhin fortbestehen können.

Von diesem Zwecke beseelt, sind die Unterzeichneten zusammengetreten, um in Verbindung mit den Lokal-Unterstützungs-Vereinen, die in den Weichelstädten schon gebildet sind, und noch gebildet werden sollen, unter Gottes allmächtigem Schutz zu schaffen, was in ihren Kräften steht.

Wir rufen dazu auf Alle, denen ein fühlend Herz in der Brust schlägt. Helft uns an unserem Werke. Für das, was wir, was unsere nächsten Nachbarn leisten können, ist die Aufgabe viel zu groß.

Unser Gewissen haftet dafür, daß Eure Gaben gut verwandt werden sollen.

Einsendungen werden vorläufig unter der Adresse der Regierungs-Haupt-Kasse erbeten.

Marienwerder, 31. März 1855

Bildung einer eigenen Gemeinde der Lutheraner zu Neu-Borui und Lehrereinkommen II.

März 13, 2017

(Schreibweise original)

Die Königlichen Ministerien der Justiz, der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten und des Innern haben durch Erlaß vom 12. v. Mts. den von der evangelischen Landeskirche sich getrennt haltenden Lutheranern zu Neu-Boruj mit Alt-Boruj, Dorf Boruj, Scharke, Neu-Tuchorze, Alt-Tuchorze, Tuchorze-Wald-Hauland, Wioska-Hauland, Albertowski, Kakolewo, Blumer-Hauland, Tuchorze, Komorowo, Dabrowka-Hauland, Deutsch-Böhmisch-Hauland, Steffanowo-Hauland, Karpitzko und Rackwitz, Bomster Kreises, auf Grund der Bestimmung zu § 2 der General-Konzession vom 23. Juli 1845 (Gesetz-Samml. S. 516) die Genehmigung zur Bildung einer eigenen Gemeinde mit der unter Nr. 3 ebendaselbst verheißenen Rechten einer moralischen Person ertheilt.

22. August 1852
Königliche Regierung II.

Lehrereinkommen II.

In Ergänzung des gestrigen Artikels im Kontext der Lehrereinkommen folgt nun eine aktualisierte Liste der Orte, die in der Wollstein-Mailingliste angefragt werden können.

Alt Kramzig
Bentschen
Blumer Hauland
Bobelwitz (Meseritz)
Bomst
Borek
Deutsch Böhmisch Hauland
Dombrofker Hauland
Goile
Grätz
Kielkowo
Kielpin
Mauche (katholische Lehrerstelle).
Neu Jaromierz Hauland
Pruschkowo
Racot
Rakwitz
Siedlec
Tirschtiegel
Tuchorze

Lehrereinkommen und Friedensdislokation der Garde- und Linientruppen im Jahr 1851

März 12, 2017

In der Wollstein-Mailingliste ist ab sofort das Lehrereinkommen für bisher folgende Orte der Provinz Posen für das Jahr 1851 abrufbar: Blumer Hauland, Siedlec, Neu Jaromierz Hauland, Kielpin, Racot und Mauche (katholische Lehrerstelle).

Weiterhin kann über die Aufstellung „Friedens-Dislokation der Garde- und Linien-Truppen der Königlichen Armee“ angefragt werden, wo einzelne Einheiten im Jahr 1851 stationiert waren. Genannt werden: Divisions- und Brigadestäbe, Truppenteile, Bataillone, Schwadron und Garnison.

Leichenfund bei Barloschen

März 10, 2017

An einem Sonnabend Anfang November 1909 wurde im Tloker Walde bei Barloschen die Leiche einer etwa 50 Jahre alten „Frauensperson“ gefunden; ein Fund, der die Einwohner in jener Gegend in Aufregung versetzte. Es wurde zuerst festgestellt, daß es sich um eine Landstreicherin handelte, die infolge „übergroßen Alkoholgenusses“ dort gestorben ist. Der Fund wurde der Königlichen Staatsanwaltschaft gemeldet, gleichwohl wurde ein Verbrechen „jedenfalls ausgeschlossen“. Nur zwei Tage später änderte sich die vermeintlich so evidente Sachlage grundsätzlich.

(im nächsten Absatz ist die Schreibweise original)

Ein neuer Frauenmord ist, wie berichtet wird, in unserer Provinz verübt worden, der den jüngst begangenen verschiedenen Lustmorden ganz ähnelt. Man schreibt darüber: „Im Tlokerwalde im Kreise Bomst fand man eine Frauenleiche. Sie war verstümmelt und völlig unbekleidet. Zweifellos lag ein Lustmord vor“. – Das Posener Tageblatt schreibt dazu unter Wollstein: „Am Sonnabend nachmittag fand der Waldwärter Tomiak von der Herrschaft Komorowo im Tloker Walde bei Barloschen die Leiche einer etwa 50 Jahre alten Frau. Sie war teilweise entblößt und schon stark in Verwesung übergegangen. Der Fund ist der Staatsanwaltschaft in Meseritz gemeldet worden“.

Was gibt es aus heutiger Sicht noch zu anzumerken? Nicht viel. Ich wünsche der armen Frau aus jenem Fall, daß ihr Leid nicht allzu groß war, doch ich fürchte, die Realität war eine andere. Menschliche Abgründe. Die Tat eines Vertreter der edlen Rasse Mensch, mit ihren honorigen Moralvorstellungen, was sie scheinbar über den Rest des Tierreiches erhebt und die doch nur eine Maskerade sind. Die Menschen waren zu allen Zeiten gleich und werden sich nie ändern – das gilt auch für ihre Verbrechen.

Feldpolizeiliche Vorschriften für Komorowo Hauland

März 9, 2017

(Schreibweise original)

Auf Grund des § 74 der Feldpolizei-Ordnung vom 1. November 1847 werden für die Gemeinde Komorowo-Hauland, Bomster Kreises, auf deren Antrag nach Anhörung der Ortspolizei-Behörde, hierdurch folgende Vorschriften erlassen:

§ 1. Jeder Besitzer von Grundstücken an den Dorfstraßen zu Komorowo-Hauland ist gehalten, sein ganzes Gehöft, so wie die auf die Dorfstraßen mündenden Eingänge zu seinen Wegen auf das Feld, mit einem Zaune, resp. Thorweg zu verschließen.

§ 2. Ausgenommen von einer Verschließung sind nur die durch das Dorf führenden Straßen, Communikationswege, d.h. Verbindungswege mit anderen Ortschaften und Gemeindewege, d.h. solche, welche von der ganzen Gemeinde unausgesetzt benutzt werden.

§ 3. Wer seine im § 1. gedachten Thorwege aufstehen läßt, ist nicht berechtigt, das auf der Dorfstraße durch den offenen Thorweg übertretende Vieh zu pfänden oder dafür Pfandgeld zu fordern.

§ 4. Nichtbeachtung der Bestimmungen des § 1. wird mit Geldbuße von 1 bis 5 Reichsthalern und im Unvermögensfalle mit verhältnißmäßiger Gefängnißstrafe belegt.

Berlin
25. Oktober 1849
Der Justiz-Minister

Vorstehende, von den Königlichen Ministerien der Justiz und für landwirthschaftliche Angelegenheiten genehmigte Verordnung bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß.

20. November 1849

Forstversorgungsberechtigte im Jahr 1844

März 8, 2017

Im Jahr 1844 wurden nachfolgende Forstversorgungsberechtigte aufgefordert, sich zu melden und ihren Aufenthaltsort zu benennen. Genannt wurden: Name, Geburtstag, Geburtsort, Eintritt in welches Regiment oder Abteilung, Anerkennung der Forstversorgung und letzter Aufenthaltsort.

(Schreibweise original):

01. Carl Friedrich BLUM aus Kirschrosin in Mecklenburg
02. Friedrich CARL aus Klockow in Mecklenburg
03. Friedrich DEEGE aus Dardesheim bei Halberstadt
04. Christian Friedrich Wilhelm EBERT Lebbin (Greifenberg/Pommern)
05. George Friedrich ZAHL zu Selz bei Demmin in Pommern
06. Amand GRÜNDEL aus Dörndorf bei Frankenstein in Schlesien
07. Heinrich HÄNSCHEL zu Neu-Schmollen bei Oels in Schlesien
08. Friedrich KRAUSE zu Altenbach bei Glatz in Schlesien
09. Friedrich Jacob KIEFERLING Puszukowo Groß Herzogthum Posen
10. Johann Ferdinand NEUMANN zu Carlsruh bei Oppeln in Schlesien
11. Johann Carl Friedrich PÄRSCH Luttersbrunn, Wittenberg
12. Johannes PETRY zu Heiligenstadt in Sachsen
13. Gottfried RÖNISCH zu Rothenburg in Schlesien
14. Carl Friedrich SCHULZ zu Prenzlow in der Provinz Brandenburg

In der Wollstein-Mailingliste können Anfragen für Details gestellt werden.

Auswanderung nach Amerika. Betrogene Hoffnung.

März 7, 2017

(Schreibweise original)

Nach einer Mittheilung der Polizeibehörde zu Hamburg sind daselbst vor kurzem 10 Familien von Auswanderern (aus 40 Köpfen bestehend) angehalten worden, welche von Lobsens aus dorthin gereist waren, jedoch weder die gehörigen Legitimationen noch die Mittel zu der von ihnen beabsichtigten Uebersiedelung nach Amerika besaßen. Sie sollen sich dort auf ein in ihrer Heimath verbreitetes Gerücht berufen haben wonach von Hamburg aus eine kostenfreie Beförderung von Auswanderern nach Amerika stattfände. Es haben diese Personen in ihre Heimath zurückgewiesen werden müssen.

Die falschen Gerüchte, welche in neuerer Zeit zur Erregung der Auswanderungslust beigetragen haben und durch welche insbesondere über Vortheile und Unterstützungen, welche Auswanderer im Auslande und auf der Reise dorthin zu erwarten hätten, völlige unbegründete Nachrichten verbreitet worden sind, veranlassen mich, den obigen Fall zur öffentlichen Kenntniß zu bringen und die Eingesessenen der Provinz vor dergleichen unüberlegten Auswanderungsversuchen mit dem Bemerken zu warnen, daß die Auswanderungslustigen auf gar keine Unterstützung weder zur Reise in das Ausland noch zu ihrer Niederlassung dort zu rechnen haben.

22. Oktober 1847
Der Ober-Präsident des Großherzogthums Posen

Geschenke für die evangelische Kirche in Wollstein im Jahr 1843

März 6, 2017

(Schreibweise original)

Der evangelischen Kirche zu Wollstein sind in der letztern Zeit folgende Geschenke gemacht und zwar sind:

a) zur Beschaffung einer schwarzen, mit Silber verzierten Altarbekleidung Beiträge eingegangen:

1) von dem Eigenthümer Dienegott Kuske und seiner Ehefrau Anna Dorothea geb. Neumann in Silz 10 Reichsthaler,

2) von dem Eigenthümer Johann George Mertinke und seiner Ehefrau Anna Rosina geb. Neumann in Silz 5 Reichsthaler,

geschenke

3) von einer ungenannten Frau und deren Tochter aus Wollstein 5 Reichsthaler,

4) von einer ungenannten Frau zu Wollstein 1 Reichsthaler, und

5) von einer ungenannten Frau aus Berzyn 7 Silbergroschen, 6 Pfennige

b) Wachskerzen sind geschenkt worden:

3 Paar

1) von einem Ungenannten aus Wollstein

1 Paar

2) dito dito
3) von einer ungenannten Frau aus Wollstein
4) dito dito
5) vom Müller Gottlieb Müller in Silz
6) vom Eigenthümer Gittner in Karpitzko
7) vom Eigenthümer Samuel Neldner in Silzer Hauland
8) vom Altsitzer Mertinke in Silzer Hauland
9) vom Schäfer Tepper in Zodyn

Wir bringen diese Geschenke, den frommen Sinn der Geber ehrend, hiermit zur allgemeinen Kenntniß.

9. August 1843

Anmerkung. Die Ehefrau von Johann George Mertinke (1802-1873): Anna Rosina Neumann (1802-1874) und die Gattin von Dienegott Kuske (1811-1883): Anna Dorothea Neumann (1813-1870) waren Schwestern.

Michael

März 4, 2017

(Schreibweise original)

Am 13. September ist in der Stadt Birnbaum ein unbekannter, acht Jahr alter Knabe, Namens Michael, dessen Signalement sich unten befindet, beim Betteln angehalten worden.

Sein Vater, Namens Martin, soll in einem bei der Stadt Wronke belegenen Dorfe, angeblich Sinobitek (vielleicht Rozbitek) genannt, als Kirchendiener beschäftigt gewesen und dort auch in diesem Jahre verstorben seyn. Die Mutter soll schon früher mit dem Tode abgegangen seyn. Der Zuname der Eltern ist dem Knaben nicht bekannt, doch erinnert sich derselbe, daß in jenem Dorfe ein Windmüller Namens Joseph vorhanden seyn soll. Geschwister soll der Knabe nicht haben; sein Geburtsort ist ihm unbekannt. Die Einsassen und Polizeibehörden unsers Verwaltungsbezirks werden damit hiermit veranlaßt, die Ermittelung des Angehörigkeitsorts des Knaben Michael sich auf das sorgfältigste angelegen seyn zu lassen. Sobald der letztere ermittelt worden, ist er dem Landrathsamte Birnbaumer Kreises zu Zirke anzuzeigen.

Signalement. Familienname, Michael; Alter, angeblich 8 Jahr; Haare, blond; Stirn, hoch und rund; Augenbrauen, blond; Augen, blaugrau; Nase, klein, stumpf; Mund, mittel; Zähne, vollständig; Kinn, rund; Gesichtsbildung, rund, voll; Gesichtsfarbe, gesund; Gestalt, mittel; Sprache, deutsch und polnisch; besondere Kennzeichen, auf der Stirn eine Pockennarbe.

Bekleidung. Ein altes weißes Leinwand-Hemde, schadhaft; ein Paar braune Zeughosen, zerrissen; ein bunt karirtes Halstuch; einen kleinen Hosenträger mit rothen Streifen, ein bläulicher Leindwandküttel, zerrissen.

1. November 1841

Nach der gestrigen traurigen Meldung über das arme taubstumme Mädchen, folgt nun die berührende Nachricht über den kleinen Michael. Mit nur acht Jahren schlug er sich als Bettler durch das harte Leben, von seinen vermutlich viel zu früh verstorbenen Eltern zurückgelassen auf dieser surrealen Erde – allein auf sich gestellt und fern der Heimat. Was für ein trauriges Schicksal mußte der arme Michael erdulden! Einmal mehr stellen sich mir unendlich viele Fragen in diesem Kontext, welche nie aufgelöst werden können. Und so kann ich mich nur wiederholen; hoffentlich fand er einen glücklichen Lebensweg und vielleicht konnte er mehr über seine Herkunft eruieren. Auch du – Michael – erhältst mit diesem Beitrag einen Ehrenplatz – nach gut 175 Jahren – und bist damit nicht vergessen, im Tränenfluß des vergänglichen Zeitenmeeres der Unendlichkeit.

Das taubstumme Mädchen und die Stiftung einer Kinder-Bewahranstalt in Grätz im Jahr 1840

März 3, 2017

(Schreibweise original)

Pudewitz

In dem bei Pudewitz Schrodaer Kreises belegenen Dorfe Lagiewniki, hat sich im Monat August d. J. ein gegen 14 bis 15 Jahr altes taubstummes Mädchen eingefunden, dessen Heimathsverhältnisse aller angewandten Mühe ungeachtet, nicht haben ermittelt werden können. Das Mädchen, dessen Signalement wir unten nachfolgen laßen, giebt weder durch Zeichen noch Gebährden etwas zu erkennen, es scheint jedoch dem niedern Bauernstande anzugehören. Sämmtliche Polizei-Behörden unsers Verwaltungs-Bezirks werden hiermit aufgefordert, über die denselben etwa bekannten Angehörigkeits-Verhältnisse dieses Mädchens, entweder uns, oder dem Herrn Landrathe Schrodaer Kreises zu Schroda Mittheilung zu machen.

Signalement:

signalement

23. November 1840

Nach nunmehr 180 Jahren läßt sich der weitere Lebensweg dieses Mädchens kaum mehr nachvollziehen. Gleichwohl frage ich mich ungeachtet jener Tatsache, ob ihre Identität noch geklärt werden konnte? Fand sie einen Weg zurück in die Heimat? Und warum verließ sie selbige? Welches Schicksal hat sie in dieses Dorf geführt, wo sie niemanden kannte? Fragen über Fragen, die nimmermehr geklärt werden können. Ich kann mich nur der leisen Hoffnung hingeben, daß sie in ihrem späteren Leben, den einen oder anderen schönen Moment erleben durfte. Und ja, vielleicht wurde sie gar glücklich – ich würde es ihr wünschen. Du unbekanntes, blondes und namenloses Mädchen – an dieser Stelle mögest du einen Ehrenplatz erhalten.

Grätz

Die Ehegattin des Pfandbesitzers der Herrschaft Grätz, Herrn Comerzientrathes von Scholz hat in der Stadt Grätz auf ihre alleinige Kosten, eine Klein-Kinder-Bewahr-Anstalt eingerichtet, welche am 29. Juli ins Leben getreten ist. Dieselbe zählt bereits 30 Kinder von 2 bis 6 Jahren… Der komplette Text geht an die Wollstein-Mailingliste.

19. November 1840

Meldungen aus der Provinz Posen. 1839 und 1840.

März 2, 2017

(Schreibweise original)

Silz Hauland

Bei dem am 27. v. M. in Silz-Hauland, Bomster Kreises, stattgehabten Brande, wodurch die Gebäude einer Wirthschaft total eingeäschert worden sind, haben sich als thätige Helfer und Retter, mit Berachtung eigner Lebensgefahr rühmlichst ausgezeichnet: 1) der Häusler Christian Stephan, und 2) der Einlieger Gottlob Schüller, beide aus Silz-Hauland. Wir nehmen gern Veranlassung, dies belobend zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.

14. März 1839

Wollstein

Der Kaufmann Wolff Schiff zu Wollstein ist als Agent der englischen Feuer-Assekuranz-Gesellschaft Sun fire office in London für den Bomster Kreis von uns heute bestätigt werden.

25. März 1839

Rakwitz

In der Stadt Rakwitz besteht seit einiger Zeit, unter der einsichtigen und thätigen Leitung der Frau Pastor Kliche, für die Schulmädchen aller drei Confessionen eine Industrie-Schule, die sich nicht bloß dadurch, daß die Schülerinnen die nöthige Fertigkeit in den weiblichen Handarbeiten erlangen, sondern vornehmlich auch durch Gewöhnung der Mädchen an Arbeitsamkeit, Ordnung und Reinlichkeit als höchst wohlthätigt erweist. Wir wünschen, daß diese nützliche Anstalt überall, vornehmlich in kleinen Städten Nachahmung finden möge.

09. April 1839

Bomster Kreis

Unter den Schaafheerden zu Belecin, Marianowo, Reklin, Karne und Jaromierz des Bomster Kreises sind die Pocken ausgebrochen, und deshalb die genannten Ortschaften für den Verkehr mit Schaafen, Wolle, Dünger und Rauchfutter gesperrt worden.

07. August 1839

Rakwitz

Der Apotheker Christian Erich Samuel Selle hat die bisherige Apotheke in Rakwitz käuflich erworben, und von uns die Erlaubnis erhalten, das Apotheker-Gewerbe daselbst fortzusetzen.

19. August 1839

Bomster Kreis

Die Schaafpockenseuche in folgenden Ortschaften des Bomster Kreises, nämlich zu Priement, Radomirz, Wioske, Jablone und Gloden ist erloschen, die gesetzlichen Reinigungs-Maaßregeln sind ausgeführt und die angeordnet gewesene Sperre ist wieder aufgehoben worden.

16. März 1840

Meldungen aus der Provinz Posen aus den Jahren 1834, 1838 und 1839.

März 1, 2017

(Schreibweise original)

Bomster Kreis

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß die Dorfschaften Karne, Reklin und Rekliner Hauland, Bomster Kreises, von dem Bezirke Kopnitz abgetrennt und dieselben dem Bezirke Hammer einverleibt sind.

12. Februar 1834

Grätz

Der aus der Stadt Grätz, Buker Kreises, gebürtige Gottlieb Feist, welcher bei dem Königl. 33sten Infanterie-Regiment gestanden, ist in dem Garnison-Lazareth zu Thorn am 23. Juni 1837 verstorben. Indem wir dies zur Kenntniß seiner uns unbekannten Angehörigen bringen, welche in der Stadt Grätz nicht zu ermitteln gewesen, überlassen wir denselben zugleich, wegen Aushändigung des bei uns befindlichen Todtenscheins des Feist, sich durch das betreffende Landrathsamt bei uns zu melden.

21. Mai 1838

Neu Boruy

Der Windmühlen-Besitzer Gottlieb Damsch beabsichtigt seine Bock-Windmühle von Wioske nach Neu Boruy zu translociren. Bevor wir die Concession hierzu ertheilen, fordern wir einen Jeden auf, die etwanigen Widersprüche, welche er gegen diese Anlage geltend machen zu können glaubt, innerhalb 4 Wochen, vom Tage der Bekanntmachung angerechnet, bei dem Landräthlichen Amte Bomster Kreise zu Wollstein anzuzeigen, worauf das gedachte Amt die näheren Erörterungen hierüber veranlassen, und demnächst nach den Bestimmungen unseres Publikandi vom 15. Februar 1837 verfahren werden wird. Geht aber innerhalb der angesetzten Frist keine Reklamation gegen diese Mühlen-Translokation bei dem Landräthlichen Amte ein, so wird mit der Ertheilung der Concession ohne Weiteres vorgegangen, und muß eine jede später eingehende Einwendung unberücksichtigt bleiben.

17. November 1838

Bomst

Der evangelische Frauenverein zu Bomst hat seit seinem Bestehen im Monat Oktober 1836 nicht aufgehört, nach seinen Kräften für das Beste der evangelischen Industrie-Schule zu sorgen, namentlich hat er zur Förderung seiner Zwecke 45 Reichsthaler, 5 Silbergroschen, 4 Pfennige, durch Sammlungen vereinnahmt und 29 Reichsthaler, 22 Silbergroschen, 11 Pfennige, verausgabt und mit dieser Ausgabe die Besoldung der Lehrerin pro 1836/37, die Anschaffung der nöthigen Materialien und sonstigen kleinen Erfordernisse der Schule für die Zeit vom 1ten Dezember 1836 bis dato und die Bekleidung von sechs armen Mädchen bestritten.

18. November 1838

Paprotsch

Der Landwirth Gottfried Bielke beabsichtigt auf seinem eigenthümlichen in Paprotsch bei Neutomysl, Buker Kreises, belegenen Grundstücke eine neue Roßmühle zu erbauen, und selbige zur Fabrikation von Mehl einzurichten. Bevor wir die Concession hierzu ertheilen, fordern wir einen Jeden auf, die etwanigen Widersprüche, welche er gegen diese Anlage geltend machen zu können glaubt, innerhalb 4 Wochen, vom Tage der Bekanntmachung angerechnet, bei dem Landräthlichen Amte zu Buk anzuzeigen, worauf das gedachte Amt die näheren Erörterungen hierüber veranlassen, und demnächst nach den Bestimmungen unseres Publikandi vom 15. Februar 1837 verfahren werden wird. Geht aber innerhalb der angesetzten Frist keine Reklamation gegen diese neue Mühlen-Anlage bei dem Landräthlichen Amte ein, so wird mit der Ertheilung der Concession ohne Weiteres vorgegangen, und muß eine jede später eingehende Einwendung unberücksichtigt bleiben.

29. November 1838

Neues Etablissement: Adamawo

In Folge der Regulierung der Güter Komorowo, Berzyn und Klein-Nelke, Birnbaumer Kreises belegen und zur Herrschaft Wollstein gehörig, ist ein neues Dorf entstanden, welchem auf den Wunsch der Gutsherrschaft der Name „Adamowo“ beigelegt worden ist.

19. Januar 1839

Glinau

Der Einwohner und Müller August Kude zu Glinau im Buker Kreise beabsichtigt in Glinau-Hauland auf seinem eigenthümlichen Grundstücke eine neue Bockwindanlage zu erbauen und selbige zur Fabrikation von Mehl einzurichten. Bevor wir die Concession hierzu ertheilen, fordern wir einen Jeden auf, die etwanigen Widersprüche, welche er gegen diese Anlage geltend machen zu können glaubt, innerhalb 3 Wochen, vom Tage der Bekanntmachung angerechnet, bei dem Landrathe zu Buk anzuzeigen, worauf das gedachte Amt die näheren Erörterungen hierüber veranlassen, und demnächst nach den Bestimmungen unseres Publikandi vom 15. Februar 1837 verfahren werden wird. Geht aber innerhalb der angesetzten Frist keine Reclamation gegen diese Mühlen-Anlage bei dem landräthlichen Amte ein, so wird mit der Ertheilung der Concession ohne Weiteres vorgegangen, und muß eine jede später eingehende Einwendung unberücksichtigt bleiben.

23. Januar 1839

Grätz

Der Handelsmann Isaak Salomon Wollsteiner zu Grätz hat bei dem Umzuge in eine neue Wohnung zu Michaeli v. J. das ihm unterm 11. September 1834 mit Nro. 46 ertheilte Naturalisations-Patent verloren. Auf sein Ansuchen ist ihm ein Duplikat desselben ausgefertigt, was wir zur Vermeidung etwanigen Mißbrauchs hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringen.

24. Januar 1839

Der Nachlaß des Kürassier Lissowski

Februar 28, 2017

(Schreibweise original)

Der aus Rudnik Buker Kreises gebürtige, bei dem Königlichen 4. Kürassier-Regimente gestandene Nepomucen Lissowski ist am 17ten November 1835 in dem Garnison-Lazareth zu Polkwitz verstorben. Die unbekannten Angehörigen des Lissowski werden daher hiermit aufgefordert, den bei uns befindlichen Todtenschein desselben durch das betreffende Landrathsamt in Empfang zu nehmen. Mit dem gedachten Todtenscheine sind gleichzeitig nachstehende Sachen, welche sich beim Landrathsamte Buker Kreises asservirt befinden, und dort von den Angehörigen des Verstorbenen in Empfang genommen werden können, eingegangen, als:

ein grautuchener Ueberrock, 2 Paar leinene Hose, 1 schwarztuchene Mütze, 1 grüntuchene Weste, 2 Stück halbe leinene Halstücher, 1 Paar kurze Stiefeln, 1 ledernes Trageband, 1 Paar grünlederne Handschuhe, 1 Hemde, 14 Silbergroschen, 7 Pfennige baar Geld, ein lederner Geldbeutel, 2 Stück Taschenmesser.

26. Mai 1836