Eine verabscheuungswürdige Tat

Von ruchloser Hand sind in der Nacht zum Montag die das Kriegerdenkmal umgebenden Anlagen am Wilhelmsplatz zerstört worden. Die Flieder- und anderen Sträucher sind zum größten Theil abgeschnitten oder umgebrochen; Edeltannen mit einem stumpfen Instrument an der Wurzel derart eingeschnitten, daß sie jedenfalls eingehen werden, mehrere hochstämmige Linden sind ebenfalls theils umgebrochen oder dicht an der Wurzel eingeschnitten worden.

Eine in der Hecke´schen Scheune beschäftigte Waschfrau, wie auch Arbeiter der Blön´schen Brauerei wollen gegen 4 Uhr früh einen Mann in den Anlagen in gebückter Stellung gesehen haben, der sich nach der Bergstraße zu entfernt hat. Er trug einen braunen Anzug und schwarzen Hut. Auch die Anlagen am Wege nach der Bleiche sind in ähnlicher Weise beschädigt und auf der Bleiche selbst ein Baum in Brand gesetzt worden.

Man geht wohl in der Annahme nicht fehl, daß auch hier dieselbe Hand die verabscheuungswürdige That vollführt hat.

Wollstein im Juli 1901. (Schreibweise original)

Herzlichen Dank an Gudrun Tabbert, Tomischler Hauland
für die Übersendung dieser Meldung.

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