Greiz – Perle des Vogtlandes

Ein Zweig meiner Familie stammt aus Greiz und endlich beschloß das unwägbare Leben, mich in jenen Ort zu führen – durchaus auf den Spuren meiner Vorfahren, die dort schon lange nicht mehr anzutreffen sind. Greiz. Eine wahrhaft schöne Stadt – meine australische Verwandte sagte diesbezüglich: „soooo viel Geschichte!“. In der Tat, dem pflichte ich bei. Als Besucher absolvierte ich das entsprechende touristische Programm mit Begeisterung; aber als Gast mit familiärer Verbindung in diese Gegend gewahrte ich den Ort freilich in einem anderen Kontext. So besuchte ich einige Friedhöfe und stand vor den Häusern, die einst meiner Familie gehörten – wie stets generiert dies ein seltsam surreales Gefühl, Empfinden.

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Die Häuser existieren noch, die einstigen Eigentümer sind in das weite Land der Vergangenheit geweht worden. Und dennoch traf ich eine Frau, die die letzte entfernte Verwandte noch persönlich kannte und wohl sogar weitläufig mit mir verwandt ist. Welch eine bemerkenswerte Begegnung! Sodann spürte ich alten Photos nach und setzte sie aktuell in Szene – nur mit der heutigen Generation – auch dies war ein besonderer Moment; nach vielen Jahrzehnten ein Bild zu wiederholen – am gleichen Aussichtspunkt, nur mit aktuellen Familienmitgliedern, den Nachfahren.

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Greiz gilt als „Perle des Vogtlandes“. Nun, landschaftlich betrachtet, von der Architektur her, den Schlössern, den zahlreichen anderen Sehenswürdigkeiten und überhaupt – die gesamte Lage – ich unterschreibe das gerne. Und nicht zu vergessen, die kulinarischen Aspekte – das Angebot in den dortigen Restaurants – ich erwähne stellvertretend nur die selbstgemachten Thüringer Klöße, die nicht in lächerlichen drei oder 15 Minuten zu bekommen sind; ein Jammer, wahrlich ein Jammer, daß ich kein Restaurantkritiker bin; mein Fazit wäre mehr als positiv.

Doch die wahre Perle – sind die Menschen in jener Gegend. Selten habe ich eine greifbare Freundlichkeit und solche sympathischen, herzlichen Menschen getroffen; irrelevant, ob alte oder junge Personen. Nur leider existiert keine familiäre Verbindung mehr dorthin – längst sind sie alle eingetreten, in das allumfassende große Vergessen der Vergänglichkeit. Ein Hoch auf Greiz!

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Memento mori!

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