Lebendig begraben. Akt II.

Einem grauenhaften Verbrechen ist die belgische Kriminalpolizei auf die Spur gekommen. Vor einigen Tagen entdeckten in Maria Kerke, einem Vorort von Ostende, Kinder beim Spielen in den Dünen einen Frauenkörper, der tief im Sande vergraben war. Die von den Kindern sofort alarmierte Polizei stellte fest, daß es sich um die Leiche einer jungen Modistin aus Ostende handelt, die seit Anfang Juli als vermißt gemeldet worden war.

Die Leiche zeigte keinerlei Verletzungen. Bei der Leichenöffnung fand man Sand in den Lungen und erkannte, daß die Unglückliche lebend begraben worden ist. Nach einem Streit mit ihrem ehemaligen Verlobten, einem Marineoffizier, der auf belgischer Seite an den Kämpfen in Deutsch-Ostafrika teilgenommen hatte und der der Sohn eines bekannten belgischen hohen Beamten ist, begaben sich die beiden in die nahegelegenen Dünen, wo sich das Drama vollzogen haben muß.

Nach Feststellungen der Polizei hat der Täter das junge Mädchen in einer von Kindern aufgeworfenen Grube mit dem Gesicht in den Sand gedrückt und sie mit den Knien festgehalten, und das Loch, während das Opfer bei vollem Bewußtsein war, mit der Hand zugeschüttet. Unter einer einen Meter hohen Sandschicht ist die Unglückliche nach vergeblichen Bemühungen, sich zu befreien, unter furchtbaren Qualen erstickt. Der Marineoffizier und dessen Freund wurden in Haft genommen.

1933. (Schreibweise original)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: