Von einer lobenswerten Bemühung, einer Spende für die Kirche zu Rakwitz und einer Feuerbrunst in Meseritz.

Eine lobenswerte Bemühung.

Am 17. Januar des J. Abends brach in der Stadt Neu-Tirschtiegel in der Scheune des Bürgers Lange Feuer aus, welches drei Wohngebäude, zwei Scheunen und einen Stall verzehrte.

Daß es bei dem dichten Zusammenstehen von Gebäuden, und deren feuergefährlichen Beschaffenheit, hauptsächlich aber bei dem widrigen Winde, bald gedämpft und die in der Nähe belegene Kirche erhalten wurde, ist lediglich der entschlossenen und sehr zweckmäßigen Leitung der Rettungsanstalten von Seiten des Orts-Polizei-Bürgermeisters Klemke zuzuschreiben. Indem wir dessen lobenswerthe Bemühungen vorzüglich anerkennen, bemerken wir sehr gern, daß auch unter andern, nachstehende Bürger, als der Kämmerer Dobkowicz, Zimmermeister Schilling, und Fleischer Klir, sich bei jener Feuer-Dämpfung rühmlichst ausgezeichnet haben.

29. Februar 1824, Schreibweise original

Ein Vermächtnis.

Der zu Tarnowo im Bomster Kreise verstorbene Eigenthümer Johann Rutschke hat in seinem am 17. Juli 1813 errichteten Testamente der evangelischen Kirche zu Rakwitz 100 Reichsthaler vermacht.

6. März 1824, Schreibweise original

Ein Aufruf zur Wohltätigkeit

Am 18. des M. entstand zu Meseritz an der Judenstraße früh um 2 Uhr Feuer, und vernichtete in wenigen Stunden 124 Wohngebäude, 1 Judentempel, 1 Glockenthurm bei der katholischen Kirche und über 100 Nebengebäude und Stallungen.

Die ganze Juden-, Obra-, Kirchen- und Brau-Straße, so wie ein Theil der Hintergasse sind in Asche gelegt; 9 Wohnhäuser stark beschädigt; die katholische Kirche zum großen Theil verwüstet und mehr als 300 Familien, aus 1500 Unglücklichen bestehend, des Obdachs und ihrer sämmtlichen Habe beraubt.

Die Noth der Abgebrannten ist nach dem uns vom Kreis-Landrathe erstatteten Bericht, unbeschreiblich groß, und veranlaßt uns, alle Menschenfreunde hierdurch dringendst aufzufordern, selbige durch milde Beiträge möglichst zu lindern.

Jede Gabe wird von der hierzu besonders niedergesetzten Kommission, aus dem Kämmerer Standow und den Stadträthen Kinzel und Gessner zu Meseritz bestehend, dankbar angenommen und auf das prompteste vertheilt werden.

Wir hoffen, daß die edlen Einsassen und Einwohner der hiesigen Provinz, sich für ihre verunglückten Mitbürger mit demselben Eifer wohlthätig bezeigen werden, den sie so oft schon in ähnlichen Fällen für andere vom Brande getroffenen Ortschaften an den Tag gelegt haben.

23. April 1824, Schreibweise original

Anmerkung – die Namen aller Abgebrannten und die Höhe der jeweils gezahlten Entschädigung kann in der Wollstein-Mailingliste angefragt werden.

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