Langfinger in Wollstein

Hier und dort wurde gemunkelt, daß der Wollsteiner Bahnhof im Jahr 1909 ein höchst unsicherer Ort sei. Das Eigentum schien nicht sicher zu sein. Tatsächlich – Pakete, Taschen und komplette Koffer verschwanden spurlos. Längere Zeit konnten sich die Bürger von Wollstein dies nicht erklären; gleichwohl sich ein Anfangsverdacht gegen den Hilfsbremser Ludwig richtete, war ihm jedoch nichts nachzuweisen. Und so verschwand an einem Mittwoch erneut der Koffer eines Reisenden und ließ den Eigentümer verstimmt wie einsam zurück.

Wie es nun en détail dazu kam, ist nicht überliefert; doch be- oder vielmehr durchsuchte der Zugführer auf einer Station der Strecke Wollstein-Grätz das Häuschen des Hilfsbremsers Ludwig und völlig unerwartet (oder doch nicht?) tauchte der vermißte Koffer an dieser Örtlichkeit auf. „Die Seiten waren bereits aufgeschnitten. Bei einer Haussuchung fand man außer verschiedenen Sachen große Vorräte an Räucherwaren, die alle von den Diebstählen herrühren sollen“. Für die nächste Zeit zeichnete nun der Hilfsbremser kausal verantwortlich für den Kern des Stadtgespräches und ja, sein Nebenerwerb war wohl darüber hinaus eine Momentaufnahme der Geschichte.

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