Namen für den Galgen? Akt II.

Der Mousquetier Karl Schönau des Ersten Infanterie-Regimentes (Westpreußisches), welcher 21 Jahr alt, aus der Stadt Culmsee in Westpreußen gebürtig, und den 31. August 1819 aus hiesiger Garnison entwichen ist, wird hiermit vorgeladen, sich in einem der auf den 14ten und den 28ten November, zuletzt aber auf den 2ten Dezember jedesmal Vormittags um 10 Uhr hier anberaumten Termin in dem Geschäfts-Lokale des unterzeichneten Divisions-Gerichts persönlich einzufinden und sich über seine Entfernung zu verantworten, widrigenfalls nach Vorschrift des Edikts vom 17ten November 1764 wider ihn in contumaciam dahin erkannt werden wird, daß er des beschuldigten Desertions-Verbrechens für überführt, und geständig zu erklären, sein Name an den Galgen zu heften, und sein sämmtliches sowohl gegenwärtiges als zukünftiges Vermögen konfiszirt und der betreffenden Westpreuß. Regierungs-Hauptkasse zugesprochen werden soll.

Zugleich werden alle diejenigen, welche Gelder oder andere Sachen des vorbenannten Deserteurs in ihrem Gewahrsam haben, hiermit aufgefordert, davon sofort bei Verlust ihres Pfandrechts Anzeige zu machen, insbesondere aber dem Entwichenen bei Strafe der doppelten Erstattung unter keinerlei Vorwand davon etwas zu verabfolgen.

Königsberg, den 24. Oktober 1821.
Königl. Preußisches Divisions-Gericht.
(Schreibweise original)

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