Glückliche Ungeschicklichkeit

Berlin. Es ereignete sich hier kürzlich eine interessante Scene in einer armen Familie bei Gelegenheit einer Zwangsvollstreckung. Die Leute, früher in recht guten Verhältnissen, sahen das Letzte auf den Möbelwagen laden und wollten selbigen Tages die Wohnung verlassen, um einzeln bei Verwandten ein vorläufiges Unterkommen zu finden.

Bei dem Transport der Möbel wurde durch Ungeschicklichkeit eines Arbeiters ein Spiegel, ein sogenannter Trumeau, zerschlagen, den die Frau vor einigen Jahren als Andenken ihres ganz plötzlich auf einem Spaziergange an einem Schlagfluß verstorbenen Vaters an sich genommen hatte, sicherlich ohne Ahnung davon, daß derselbe einen Schatz enthalte.

Beim Zusammensuchen der Trümmer fanden sich hinter dem Glase Werthpapiere im Gesammtbetrage von 5700 Mark, von deren Existenz die arme Familie bisher nichts wußte. Daß die Freude über den unerwarteten Fund groß war, brauchen wir nicht hinzuzufügen.

August 1880. (Schreibweise original)

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