In Gedenken an die Opfer der versenkten „Wilhelm Gustloff“

Der 30.01. – heute vor 75 Jahren wurde die „Wilhelm Gustloff“ mit über 10.000 Menschen an Bord versenkt. Eine Verwandte von mir war als Marinehelferin an Bord des Schiffes tätig. In jener Nacht offenbarte das Thermometer -20 °C; es ist also nachvollziehbar, daß sie sich mit aller Macht weigerte, in die eiskalten Fluten zu springen. Alle Weigerung nützte indessen nichts, ein Soldat stieß sie in das Wasser. Was meine Verwandte dann erleben mußte, werde ich an dieser Stelle nicht nachzeichnen. Nur dies sei angemerkt – Moral, Zivilisation, Ethik, Bildung, Empathie, Mitleid und alle weiteren Konstrukte, die wir so gerne erhaben an den Tag legen, fielen wie eine Maske ab und die wahre Natur des Menschen, die echte Menschlichkeit kam vollends zum Tragen.

Die Minuten in der kalten See kamen ihr wie Stunden vor, doch sie wurde gerettet und überlebte. Sie bekam nicht mal eine Erkältung, doch schlußendlich zahlte sie den Preis für das Eisbad, wenn auch viel später. Abertausende Menschen fanden sofort den Tod, angeblich über 8000 Zivilisten, darunter viele Kinder. Der verantwortliche U-Boot Kommandant wurde 1990 (!!!) posthum als „Held der Sowjetunion“ ausgezeichnet – in der Tat, ein wahrer Held. Die „Steuben“ und die „Goya“ sollten bald folgen und das gleiche Schicksal teilen.

Hiermit sei all jener gedacht, die damals ihr Seegrab fanden; an all die zahlreichen Menschen, deren Leben jählings ausgelöscht wurden. Einfach so. Der Hoffnung entgegen – der Tod gewiß.

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