Der Posener Zoo

Der Zoo von Posen verdankt seine Entstehung einem originellen Einfall einiger lebenslustiger Menschen. An der Stelle, an der sich jetzt der Tiergarten befindet, war der ehemalige Stargard-Posener Bahnhof, in dessen Gärtchen von den Mitgliedern einer Tafelrunde eine kleine Tierschau „zwecks Kurzweil und belehrender Erholung der Vereinsmitglieder“ eingerichtet wurde. Drei Jahre später, am 24. Februar 1874, wurde der ganze Tierbestand von einer Aktiengesellschaft übernommen. Einen besonderen Aufschwung nahm der Garten unter der Leitung von Robert Jaeckel, der 1881 mit dem Aufbau des Gartens begann.

Im Jahre 1907 übernahm M. Meißner die Leitung des Gartens. Ihm folgte Hans Lackmann. Sein Nachfolger führte den Posener Zoo aus allen Verfallserscheinungen der Kriegs- und Nachkriegszeit, sowie aus der Septemberkrise 1939 heraus, so daß der noch gegenwärtig unter seiner fachkundigen Leitung stehende Zoologische Garten nunmehr einen neuen Aufschwung nehmen kann.

Im Jahre 1912 besaß der Posener Zoo 696 Tiere, die zu 342 verschiedenen Gattungen gehörten. Im Jahre 1913 waren es 431 Tiere bei 192 Gattungen. Im Vorkriegsjahr 1914 stieg die Zahl der Tiere auf 470, wobei aber die Zahl der Gattungen 192 herabsank. Der gegenwärtige Bestand an Tieren ist nicht kleiner als der durchschnittliche der Vorkriegsjahre. Allein der Bestand an Säugetieren ist mit rund 110 Exemplaren angegeben.

Der Posener Zoo besitzt: 2 Elefanten, 2 kleinere Bisam, Kamele, Lamas, verschiedene Hirscharten wie: lappländische Rentiere, eine seltene Hirsch-Ziegen-Antilopenart. Der Raubtierbestand ist nicht klein, schon allein an „kleinen Räubern“ weist er eine Mannigfaltigkeit auf, die einem Zoologischen Unternehmen einer Weltstadt Ehre gemacht hätte. Zu den marderartigen Tieren gehören: der Musang, der Ichneumon, die Mangusten, die Tibetkatze, die Genette und der Ozelot. Wölfe und Füchse sind im Zoo in genügender Anzahl vorhanden. Von den großen Raubtieren besitzt der Zoo: vier Löwen, 2 Tiger, ein Prachtexemplar von einem schwarzen Jaguar, 2 Panther, Leoparden, sowie ein Puma-Pärchen. Weiter gehören zum Zoo drei riesige Braunbären, ein Eisbär und ein Kragenbär.

Eine große Anzahl kleinerer Vogelarten, darunter mannigfaltige Papageien wie Aras, Raubvögel wie Seeadler, Gänsegeier, Mönchsgeier, Kondore und Steinadler. Auch schwarze australische Schwäne gehören dem Posener Zoo.

Aus dem Jahr 1940. (Schreibweise original). Partiell gekürzt.

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