Ein Schalk zu Schalke trieb ein Schalk

Zu Schalke hat ein Schalk die Schalker auf folgende Weise in den April geschickt. Die „Schalker Zeitung“ brachte nämlich am 1. April Nachmittags die telegraphische Nachricht, daß der König der Belgier per Extrazug um halb sieben Uhr eintreffen werde, um die Glas und Spiegel-Manufactur zu besichtigen. In hellen Haufen trabte nun alles, was eben Zeit hatte, kurz nach sechs Uhr zum Bahnhofe: Bergleute und Arbeiter, mit frischen Ehemisetten und rothen Plüsch-Pantoffeln, Handwerker und Schülerinnen, Alle gingen zum Bahnhofe, um den „König der Beiger“ zu sehen.

Ein Bürger, Präses eines Vereins, soll sogar sich eiligen Schrittes zum Amte begeben haben, die polizeiliche Genehmigung nachzusuchen, mit den Vereins-Mitgliedern vor dem „König der Belgier“ Spalier bilden zu dürfen. Mit Ungeduld harrte die Menge auf die Ankunft des Extrazuges. Wer aber nicht kam, war der Monarch. Die Schalker waren einfach in den April geschickt, und mit langen Gesichtern kehrten die Gefoppten, als es bereits dunkel geworden war, nach Hause zurück.

Aus dem Jahr 1879. (Schreibweise original)

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