Harte Menschen schufen die Hauländereien

In den ersten Jahrhunderten der Neuzeit erlebte gerade das Wartheland eine neue gewaltige Siedlerwelle, die sogenannte zweite Kolonisation, die vom Ende des 16. bis weit in das 18. Jahrhundert hinein den größten Teil der hier vorhandenen ländlichen Siedlungen geschaffen und auch weit über die Grenzen des Warthelandes gewirkt hat. Eine gewaltige Volkswanderung von Niederländern angestoßen, dann hauptsächlich aus Pommern, der Neumark und auch aus Schlesien gespeist, hat – im wesentlichen aus Antrieben des Volklebens, ohne fördernde staatliche Eingriffe – die meisten deutschen Siedlungen der Grenzmark und des Warthelandes und die Volksinseln der Lubliner und Cholmer Landes sowie weiter bis ins einstige Sowjetwolhynien hinein entstehen lassen.

Alle diese deutschen Dörfer sind auf Böden entstanden, die sowohl die Polen als auch die vorangegangenen mittelalterlichen deutschen Siedler verschmäht hatten, in den sumpfigen Niederungen der Weichsel, Netze und Warthe, auf den kargen Sandflächen, besonders im Norden und Westen des Warthelandes, in dem dichten Urwald, der einst das heutige Litzmannstadt umgab. Auf diese Böden, riefen die polnischen Grundherren, um von ihnen Nutzen zu ziehen, deutsche Siedler, Holländische und friesische Niederungsbauern, die ihre umkämpfte Heimat im 16. Jahrhundert verließen, gaben in Ostpreußen und dem Danziger Werder die ersten Vorbilder und drangen von dort als Siedler und Deichbauern bis in die Warschauer Gegend vor. Auf sie gehen – mittelbar oder unmittelbar – die großen deutschen Niederungsdörfer der Kreis Hermannsbad, Leslau und Waldrode zurück, angefangen mit dem 1606 gegründeten Slonsk bei Hermannsbad.

In der gleichen Zeit trieb das Bestreben pommerscher und märkischer Adliger, Bauernhufen in Gutsland zu verwandeln und die Bauern erbuntertänig zu machen, diese oft über die Grenze, wo die polnischen Großgrundbesitzer Menschen suchten, die ihre Wälder rodeten und nutzbar machten. Wie in der mittelalterlichen Siedelzeit gründeten nun deutsche Schulzen auf neugerodetem Land deutsche Dörfer, die sogenannten Schulzendörfer, in der Grenzemark und dem Nordwesten des Posener Landes. Die beiden Siedlerströme begegneten sich und verschmolzen miteinander: Die Pommern und Neumärker nahmen Rechtsformen, Wirtschaftsart und Siedlungsweise der Niederländer an und auch nordschlesische Siedler folgten ihrem Beispiel.

Der Name „Holland“ bürgerte sich für solche Siedlungen ein, vom Volksmund bald in „Hauland“ sinnvoll abgewandelt..

Aus dem Jahr 1943. (Schreibweise mehrheitlich original; jedoch die NS-Ideologie der damaligen Zeit entfernt und dem aktuell herrschenden System angepaßt)

In dem der Archiv Wollstein-Mailingliste ist der komplette Artikel als PDF-Dokument abrufbar.

Der neue Standort der Wollstein-Mailingliste ist hier zu finden: https://groups.io/g/Wollstein

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: