Fahnenweihe des Kriegervereins Wollstein & 3. Kreiskriegerverbandsfest in Wollstein. Teil II.

Fortsetzung von Teil I.

Mit einem poetischen Glückwunsch überreichte danach Frl. Bongscho ein von den Damen gestiftetes Fahnenband und die Vertreter einer größeren Anzahl Vereine Fahnennägel. Auch vom Provinzial-Landwehrverband, dem Kreiskriegerverbande, dem Landwehrverein Grätz, Herrn Landtagsabgeordneten v. Wentzel waren Fahnennägel gestiftet worden. Gesang des Seminar-Chors beschloß die wirkungsvolle Feier.

Nun setzte sich der imposante Zug, der 25 Kriegervereine mit 22 Fahnen und über 1000 Mitglieder umfaßte, wieder in Bewegung, durchzog die Posener, Fraustädter, Bergstraße und gelangte über den Markt gegen 2 ¼ Uhr nach dem Schützengarten, wo die verschiedenen Trinkstätten von den in der Sonnenglut fast verschmachteten Teilnehmern gestürmt wurden. Um 3 Uhr begann das offizielle Festessen im Saale des „Viktoria-Hotels“, an dem etwa 100 Herren teilnahmen. Den Kaisertoast brachte hier Herr Landtagsabgeordneter v. Wentzel-Belencin aus, den Dank der Gäste stattete Herr Landrat v. Pommer-Esche aus Grätz ab, während Herr Hauptmann Lämmerhirt den städtischen Vertretern für ihr Erscheinen und für die pekuniäre Beihilfe zu dem Fest dankte, worauf Herr Beigeordneter Krause erwiderte und auf den Festverein sein Glas leerte.

Das Essen, bei dem die Rawitscher Regimentskapelle konzertierte, nahm dank der guten Speisen und Getränke, einen animierten Verlauf. Inzwischen war ½ 5 Uhr geworden und die höchste Zeit zum Beginn des großen Gartenkonzertes im Schützenhause, zu dem sich ungezählte Besucher eingefunden hatten, sodaß sich bald ein toller Trubel entwickelte, in dem leider manch schönes Musikstück der braven Fünfziger verloren ging. Nach dem Regen wurde das Konzert fortgesetzt und beendet und das Fest mit dem üblichen Tänzchen beschlossen, das erst in früher Morgenstunde sein Ende fand.

Die Fahne ist aus der Fahnenfabrik in Bonn am Rhein hervorgegangen und zeigt auf der Vorderseite von blauem Sammet den Namen des Vereins in Seidenstickerei, auf der Rückseite von weißem Atlas die Germania ebenfalls in Seidenstickerei. Auch das kostbare Fahnenband hat die Bonner Fahnenfabrik geliefert.

1910. (Schreibweise original)

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