Überkluge Jungens

Lehrlinge, die aus der Lehre laufen, gehören heutzutage nicht zu den Seltenheiten. Die Herren Jungens sind oftmals schon so überklug, wenn sie aus der Schule entlassen werden, daß sie eine energische Zurechtweisung von Seiten des Lehrherrn nicht vertragen können; haben sie in ihrer Ansicht noch gar „zu Hause“ etwas Unterstützung, dann ist schwer mit diesen jungen „Herren“ fertig zu werden; oftmals reißen sie einfach aus.

Der Meister schützt sich in der Regel dadurch, daß er im Lehrvertrag eine Entschädigung ausbedingt, die der Vater dem Lehrherrn zahlen muß, wenn sein Sohn unbefugt und ohne begründete Ursache die Lehre verläßt. Nun hat neuerdings das Gericht entschieden, daß der Meister eines entlaufenen Lehrlings in diesem Falle eine Entschädigung fordern könne, also auch dann, wenn diese kontraktlich nicht vereinbart ist. In dem Falle ist der Meister berechtigt, für jeden auf den Tag des Vertragsbruches folgenden Tag der Lehrzeit, höchstens 6 Monate, die Hälfte des in dem betr. Handwerke ortsüblich gezahlten Gesellenlohnes als Entschädigung zu beanspruchen.

Aus dem Jahr 1912. (Schreibweise original)

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