Blutegelhandel in Rakwitz

Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts herrschte in unserm Orte ein schwungvoller Handel mit Blutegeln. In einem geographischen Werk aus jener Zeit (Verfasser Seminarlehrer Bäck aus Posen), das nach amtlichen Nachrichten bearbeitet ist, wird über den Blutegelhandel geschrieben: „Ein lebhafter Fang der Blutegel wird besonders in den Gewässern des Obrabruches betrieben. Die meisten Blutegelhändler wohnen im Bomster Kreise (Rakwitz).

Es waren im Jahre 1841 damit beschäftigt 2 Großhändler, 12 Kleinhändler und 115 Gehilfen und Fänger, überhaupt 129 Personen. Eingeführt wurden aus Ungarn und dem südlichen Rußland 2 ½ Millionen Blutegel, überwintert haben in den Teichen bei Rakwitz 1 Million Stück, so daß 3 ½ Millionen Blutegel zum Verkauf vorhanden waren.

Davon sind teils nach Hamburg, teils nach Berlin 2.100.000 Stück abgesetzt, der Ueberrest von 1.400.000 Stück aber ist in den Teichen zur Ueberwinterung zurückgehalten. Durchschnittlich sind pro Mille 30 Taler, also 63.000 Taler eingekommen. Die Kosten des Einkaufs, des Transports, die Reise- und sonstigen Kosten betrugen 42.000 Taler, und es ergibt sich daher ein Ueberschuß von 21.000 Taler. 1910, (Schreibweise original)

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