Zirkus „Olympia“ in Wollstein

Für nur einen Tag und zum ersten Mal überhaupt gastierte der Zirkus „Olympia“ in der Stadt Wollstein, um alle Einwohner zu begeistern. Zuvor wurde bereits in der Umgebung darüber berichtet.

„Zweimaster-Zelt-Zirkus-Olympia. Den Berichten auswärtiger Blätter zufolge handelt es sich um ein zweifellos groß angelegtes Unternehmen, das erfreulicherweise auch nach hier seine Schritte lenkt. Ueber die Vorstellungen schreibt die „Ostd. Volksztg.“: Voll Vergnügen strömten am Sonnabend abend, zu der Eröffnungsvorstellung, Alt- und Jung-Insterburg in Scharen herbei. Der Zirkus war wohlgefüllt und tausend Augen warteten der Dinge, die da kommen sollten. Des gleichen Zuspruches erfreute sich der Zirkus an den beiden Vorstellungen am Sonntag. Aus dem reichen Repertoire von 52 Nummern kamen bei jeder Vorstellung gut die Hälfte an die Reihe.

Der Zirkus arbeitet mit guten Kräften und gediegenem Material, es waren unter alt bekannten und beliebten Sachen auch viele neue Tricks zu sehen. Wir erwähnen gerne das sichere Arbeiten der dressierten Pferde, die graziöse Kraft der jungen Reiter in den Jockeyakten, die elegante sichere Blitzvoltige der Mulattin Martha Jackson. Coko und Max, die kleinsten Pferde der Welt, wirken wie lebendig gewordene Schaukelpferdchen und ergötzten besonders das kleine Volk. Die Clownakte wurden herzlich belacht, die Akrobaten erregten viel Staunen und ebenso die athletischen Kraftproduktionen. Lieblich anzuschauen waren die reizenden Ballettakte. So wurde das reichhaltige Programm jedem Geschmack gerecht. Selbst der Musikfreund konnte sich ergötzen an einem musikalischen Akt, ausgeführt auf für gewöhnlich nicht gebräuchlichen Instrumenten, Schellen und Glocken.

Das „Meseritzer Kreisblatt“ schreibt von gestern: „Ueber den Zirkus Olympia, der hier am Montag und Dienstag Vorstellungen gab, ist zu berichten, daß man es mit einem guten artistischen Unternehmen zu tun hat. In den Freiheitsdressuren, den vier russischen Hengsten und dem Feuer- und Kanonenpferd Fanny, Freiheitsdressuren des Herrn Alfons und den kleinsten Pferden Max und Coko wurden Glanzleistungen auf dem Gebiete der Pferde-Dressur geboten. Erwähnenswert sind ferner die athletischen Kraftvorführungen der Geschwister Maximilian und Wilhelmine. Der Jongleur verbindet Komik und Kunstleistungen auf das trefflichste. Ebenso ist der Clown Sterndorf voll urwüchsiger Komik. Ein recht anmutiges Bild bietet das Ballett. Man sah etwas Gutes für sein Geld. Im Oktober 1910, (Schreibweise original)

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