Über das Bewahren

Der Zufall führte mich einst in das weite Feld der Genealogie und es bedurfte nicht viel Zeit, um mich darin zu verlieren. Seit jenen Tagen sammele, verwalte, mehre und bewahre ich das Familienwissen und weit, weit darüber hinaus und in ausgewählten Momenten, wundere ich mich, wie viele Daten im Laufe der Jahre zusammen gekommen sind. Zu Beginn sicherte ich alles auf Diskette – auf eine einzelne wohlgemerkt. Mittlerweile handelt es sich um einen dreistelligen Gigabyte-Bereich und den einfachen Diskettentagen trauere ich wehmütig hinterdrein. Meine Familiendatenbank ist auf einen fünfstelligen Personenkreis angewachsen und addiere ich die allgemeine Datenbank hinzu, so komme ich auf einen sechsstelligen Bereich. Und dies ist lange nicht das Ende. Ganz zu schweigen von den unzähligen Kirchenbuch- und Standesamtsunterlagen usw.

Manche Informationen stammen von entfernt verwandten Forschern, die längst diese flüchtige Welt verlassen haben oder basieren auf Daten, die aus Kirchenbüchern stammen, die heute nicht mehr existieren. Oder anders formuliert, partielle Daten sind nicht mehr reproduzierbar, was ihnen einen besonderen Wert verleiht. Und so tritt temporär die Frage auf, wie bewahre ich meinen Datenschatz für die Zukunft? In meiner Familie bin ich die einzige Person, die sich derart intensiv mit der Familie beschäftigt und diese Thematik entsprechend wertschätzt. Wenn mich morgen beim Laufen im Wald ein Ast erschlägt, mich ein Auto überfährt oder das surreale Dasein höchstselbst mich sonst in irgendeiner Art und Weise aus dem Spiel des Lebens nimmt, so würde dies den Schlußpunkt meiner Forschung bedeuten und der Zugriff auf diese Informationen wären endgültig verloren, was durchaus betrüblich wäre.

Wohin also mit den Daten? Sie irgendwie öffentlich publizieren? Wo und wie? Wie den Zugriff gestalten? Sie an einen genealogischen Verein übergeben? Einen der bekanntesten Vereine und in meinem Fall ein wohl logischer Ansprechpartner scheidet allerdings aus; ich schrieb den Verein einst an und erhielt nie eine Antwort. So bleibt der Findungsprozeß einer nachhaltigen Lösung in dem Kontext des Bewahrens für die Zukunft also weiter offen und muß an dieser Stelle vertagt werden.

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