Menschenmaterial

Die Witwe Katharina Janek in Kielpin bei Wollstein in Posen erhielt kürzlich vom Generaloberst von Woyrsch einen Kartenbrief folgenden Inhalts: „Heute früh stand einer Ihrer Söhne als Posten vor meinem Quartier. Er sagte mir, daß Sie acht Söhne ins Feld geschickt haben und daß Ihr neunter Sohn auch bald nachfolgen werde. Ich gratuliere Ihnen, neun Söhne fürs Vaterland gegen den Feind zu schicken. Darauf können Sie als Mutter stolz sein. Das macht Ihnen so leicht keine andere Mutter nach. … schütze Sie und Ihre neun Söhne.“ – Einer von den neun ist inzwischen gefallen; vier sind verwundet.

(Schreibweise original). Vom 16.10.1915.

Wenn ich die Seitenzweige meiner Familie einbeziehe, komme ich nach dem aktuellen Kenntnisstand auf 40 Männer, die im ersten Weltkrieg stolz für ihr Vaterland starben; im zweiten Weltkrieg noch 13 Männer. Andere militärische Possen in den Jahrzehnten zuvor lasse ich an dieser Stelle außen vor. Fürwahr, darauf kann man wahrlich stolz sein, wenn die eigenen Kinder in absurden Kriegen abgeschlachtet werden – in welcher Form auch immer. Spezies Mensch – barbarisch, primitiv und unendlich einfältig. Nun, ich bin darauf keineswegs stolz. Und hat diese Rasse je aus einem Krieg gelernt?

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