Familiäre Vereinigung. Der Akt der Tränen.

Am 26.10.2016 veröffentlichte ich hier: 2016. In gut drei Wochen wird der bedeutendste Moment in meiner Forschung auf mich hernieder fallen. Nach 126 Jahren der familiären Trennung und Etablierung eines australischen Zweiges werden sich die Nachfahren der einstigen Auswanderer und der Zurückgebliebenen persönlich begegnen. Nach all der Zeit wird die Familie temporär vereint sein. Was gäbe ich dafür, wenn das jene Eltern von 1890 beobachten dürften, was würden sie dazu sagen? Als sie ihre Söhne ziehen sahen, hinterdrein winkten und sich weinend umarmten. Wir sind alle nur Gefangene der Zeit, doch in Kürze werden sich ihre Nachfahren umarmen. So schließt sich der Kreis. Nach all den Jahren, nach all den Jahren. Familie bleibt Familie.

Fürwahr. So kam es. Am 19.11. schlossen wir uns tatsächlich in die Arme. Die Nachfahren jener vor 126 Jahren ausgewanderten Altvorderen. Endlich. Ein zutiefst surrealer wie emotionaler Moment, den ich nur schwer realisieren konnte. Der Kreis schloß sich und die Reise von einst fand ihren temporären Schlußpunkt und wurde von jenen beendet, die lange nach den Menschen kamen, die sie initiierten. Ich hatte damit gerechnet, herzliche Menschen aus meiner weit, weit entfernten Familie kennenzulernen, doch eine derart intensive Herzlichkeit habe ich nicht erwartet. So kann es nicht irritieren, daß sie ohne zu Zögern den direkten Weg in mein Herz fanden. Unsere gemeinsame Zeit verflüchtigte sich rasant; nie zuvor in meinem Leben verging das Konstrukt der Zeit schneller. Das Ende dieser wertvollen Tage kam gnadenlos, ungerührt und unverzüglich daher. Unsere Verabschiedung war in der Tat höchst erschütternd und ja, einfach nur schrecklich – Tränen über Tränen. Wie kann man sich auch von lieben Menschen trennen, die sich eminent tief im Herz verankert haben? So endete also eine der wundervollsten Zeiten in meinem Leben mit einem Augenblick der traurigsten Minuten. Das ist das Leben.

So bleiben also nur die Erinnerungen an diese einzigartige Begegnung, die mich immerdar lächeln lassen. Und die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen. Familie bleibt Familie. Wie wahr, wie wahr. Nie war dieser Satz je wahrer und von nachhaltigerer Intensität.

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