Fehlerquelle: Standesamtsunterlagen

Bei der Prüfung von Standesamtsunterlagen fiel mir ein Sterbeeintrag auf, der von der Namenskonstellation her auf den ersten Blick meiner Familie zugerechnet werden konnte, aber die Eltern des Verstorbenen stimmten jedoch nicht überein. Nichtsdestotrotz befragte ich meine Datenbank – das anschließende Ergebnis war konträr zu den angegebenen Eltern. Da ich den Einträgen der Standesämtern seit Jahren mißtraue, zog ich das entsprechende Kirchenbuch zu einer Überprüfung heran und siehe da, die genannten Eltern waren wieder einmal inkorrekt – jene in meiner Datenbank hingegen richtig. Wie schon so oft. Ich habe mehrere Hundert Einträge in den Standesamtsunterlagen entdecken können, die von Fehlern dominiert wurden. Wer sich nun auf diese Daten verläßt, baut sich unabsichtlich Fehler in seinen Stammbaum ein und vielleicht gar tote Punkte, die man nicht überwinden kann. Wie auch, denn wie kann man etwas erforschen, was nie existierte?

Mitnichten handelt es sich hierbei um Kritik an die damaligen Standesbeamten. Sie notierten nur das, was ihnen gemeldet wurde. Und wenn der Sohn oder die Tochter den Tod meldete und keine oder völlig falsche Großeltern angab, so wurde das eben eingetragen. Die Kirchenbücher sind freilich auch nicht fehlerfrei, aber in der Regel kannte der Pfarrer seine Gemeinde – zudem konnte er in seine Bücher sehen, um etwaige Angaben zu verifizieren. Oder er schlug nach, um das korrekte Geburtsdatum und mehr anzugeben. So bilden die Standesamtsunterlagen, explizit die Todeseinträge eine formidable Fehlerquelle – das sollte sich jeder Genealoge bewußt machen. Ein Abgleich mit den Kirchenbüchern – so denn möglich – ist unabdingbar.

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