Eine Art Nachruf

Zu Beginn meiner genealogischen Forschung vor zehn Jahren trat ich in den Dialog mit einem anderen höchst kompetenten Forscher – einem der ersten überhaupt – da wir zwei gemeinsame Forschungsgebiete hatten: Posen und Westpreußen. Ungeachtet des interessanten Austausches konnten wir keine Verbindung etablieren. In den folgenden Jahren wurde der Forscherkontakt stets bekräftigt und mit der Zeit durfte ich nun Erhellendes beitragen und viel Wissen übermitteln. Im vergangenen Jahr brach jener Forscher sodann auf seine letzte Reise auf und betrat den vergänglichen Pfad der Altvorderen, den wir alle früher oder später beschreiten werden, um in das weite Land des wehenden Vergessens einzutreten. Ob wir wollen oder nicht – wir haben keine Wahl. Und zum Ende des Jahres 2013 gelang es mir unerwartet, die Verbindung herzustellen – zwischen unseren Familien; die Verbindung, die ich lange vermutete, war endlich gefunden. Allein, das Leben hat den forschenden Dialog im Zeichen der Genealogie zwischen uns jählings beendet, was ich als sehr betrüblich erachte. Ein Jammer.

Aber das ist das Leben. So war die Ordnung der Dinge und so wird sie immer sein. Die Zeit, das Leben war nicht damit einverstanden, daß jene Erkenntnisse ihn erreichen und so verhallt dieses Wissen nun ungehört in meinem Stammbaum. Alles hat seine Zeit. Nichts ist von Dauer. Vieles tritt zu früh ein, aber manches kommt einfach zu spät. Wer wüßte dies besser, als die forschende Zunft?

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